Thüringer Politiker an der Ringermatte

Erhard Schmelzer (M.) vor der Trainingsmatte junger Greizer Ringer im Gespräch mit Manfred Grob (v.l.), Andreas Bühl, Christian Tischner und der stellvertretenden Greizer Bürgermeisterin Ines Watzek, die zudem Vorstandsmitglied im RSV Greiz ist.
Greiz: Sporthalle an der Eisbahn |

"In einem Land, in dem ein Olympiasieger 20.000 Euro Prämie bekommt und ein Dschungelkönig 150.000 Euro, sollte sich niemand über fehlende Medaillen wundern", kritisiert Schwimmer Markus Deibler die schlechte Sportförderung in Deutschland.

Was sollen da erst die kleinen Sportvereine sagen, die ausschließlich auf dem ehrenamtlichen Engagement basieren und dennoch Unbezahlbares für die Jugendarbeit und die Integration leisten? Und so ganz nebenbei auch noch sportliche Erfolge auf hohem Niveau erreichen?

Ein solches Beispiel ist der RSV Rotation Greiz. Seit Jahren gehört er zu den Aushängeschildern des Deutschen Ringerbundes, stellt Medaillengewinner bei Deutschen Meisterschaften. Der zweimalige Meister der 2. Bundesliga muss sich im kommenden Jahr wahrscheinlich mit den finanzkräftigen Vereinen aus den alten Bundesländern in der 1. Liga messen. Und das trotz klammer Kassen und dem Schwerpunkt der Nachwuchsarbeit im Verein.

Hilfe versprechen sich die Greizer Ringer vom CDU-Landtagsabgeordneten Christian Tischner, der in dieser Woche auf seiner Sommertour in der neuen Sporthalle an der Eisbahn Station machte. Er brachte seine Fraktionskollegen Manfred Grob, der zudem Präsident des Thüringer Ringer-Verbandes ist, und den jugendpolitischer Sprecher Andreas Bühl mit nach Greiz. Ringerurgestein Erhard Schmelzer begrüßte die Delegation in der Halle, die seit einem Jahr Domizil des RSV Rotation ist. Der Verein ist nicht nur Talentförderzentrum des Landkreises Greiz, sondern auch anerkannter Stützpunkt für Migrationsförderung. Davon konnten sich die Gäste hautnah bei einer Trainingseinheit überzeugen, in der auch zahlreiche Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund Ringertechniken demonstrierten. Aber auch die Jüngsten und Mädchen zeigten, was sie bereits gelernt haben. Der Greizer Verein möchte im Trainingsbetrieb eine Frauengruppe aufbauen.

Auch dafür erhofft sich der Verein mehr Unterstützung von der Politik. "Unser Land gibt Milliarden für Bankenrettungen aus, aber hat wenig Geld für kleine Vereine übrig", bringt es Schmelzer auf den Punkt. Würden sich nicht die lokalen Unternehmen so stark mit dem Verein identifizieren und ihn unterstützen, wäre nicht nur der Wettkampfbetrieb, sondern auch und vor allem der Trainingsbetrieb mit den Kindern und Jugendlichen in Frage gestellt. Die Nachwuchsarbeit könnte noch effektiver gestaltet werden, wenn beispielsweise ein Hol- und Bringedienst eingerichtet werden könnte. "Viele unserer jungen Ringer wohnen im ländlichen Raum und in Orten, wo es keine Anbindung an den öffentlichen Verkehr gibt. Hier helfen oft die Eltern, doch das ist nicht immer und zu jeder Zeit möglich", schildert Erhard Schmelzer die Situation. Christian Tischner möchte das Problem im "Freundeskreis Sport" zu Sprache bringen, einer parteienübergreifenden Gruppe Thüringer Landtagsabgeordneter: "Vielleicht gelingt es uns mit Unterstützung des Kreissportbundes, die Idee eines Shuttle-Verkehrs umzusetzen."
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