Versöhnlicher Saisonabschluss: Das NoName-Racing-Team ist wieder in der europäischen Spitze angekommen

Packender Zweikampf beim EM-Rennen in Bitterfeld: NoName-Pilot Stefan Probst (58) überholt denUngarn Attila Hencz, der am Ende Platz neun belegt. (Foto: Karola Huschka)
 
Packender Zweikampf beim EM-Rennen in Bitterfeld: NoName-Pilot Stefan Probst (58) überholt denUngarn Attila Hencz (23), der am Ende Platz neun belegt. (Foto: Karola Huschka)
ZEULENRODA. Eigentlich wollte das NoName-Racing-Team 2012 mit seinem Eigenbau-Rennboot F 250 in die Weltspitze der Formula 250 fahren. Denn die Zeulenrodaer Crew hat sich längst einen guten Namen in Europas Rennsportkreisen im Speedboat-Bereich gemacht. Seit dem Einstieg in die Nachwuchsklasse des Deutschen Motoryachtverbandes und dem Wechsel in die Rennbootklasse Formula OSY-400 belegte das Team mit Fahrer Stefan Probst bei Welt- und Europameisterschaften stets vordere Plätze. Mit dem dritten Rang bei der EM 2008 fuhren die Zeulenrodaer sogar einen Podestplatz ein. "Da war es an der Zeit, in die 250er Klasse zu wechseln", begründet Teamchef Alexander Opelt den Aufstieg in die nächst höhere Klasse. Mit dem Eigenbau-Rennboot F 250 gelang 2011 bereits ein respektabler Einstieg in die internationale Konkurrenz.

Nun also sollte der Angriff auf die Weltspitze erfolgen. Doch es kam alles ganz anders. "Zu Saisonbeginn trainierten wir fast jedes freie Wochenende auf der Elbe in Dessau ", erinnert sich Alexander Opelt, der mit seinem Team das Boot soweit getunt hatte, dass es mit bis zu 165 Kilometern pro Stunde über die Wellen flog. Schnell genug, um die Weltelite aufzumischen. Doch bei einem Test zwei Wochen vor dem WM-Lauf in Dessau ging der Pilot offenbar zu schnell in eine Wende - bei geschätzten 150 Stundenkilometern "machte sich das Heck selbstständig" (O-Ton Opelt). Totalschaden! Mit einem "Werksboot" eines italienischen Herstellers wollten die Zeulenrodaer dennoch vom 18. bis 20. Mai an der Weltmeisterschaft starten. Das Training dazu lief ordentlich und nach dem Zeittraining belegte NoName Platz acht von 20 Teams. "Wir waren guter Dinge, beim Wertungslauf am Sonntag ganz vorn mitfahren zu können", schätzt der Teamchef ein. Doch der WM-Lauf fand nicht statt - wegen zu geringer Wassertiefe wurde der Wettbewerb kurzfristig abgesagt.

Nach dem verkorkstem WM-Wochenende hat das NoName-Team wieder sein 125er Boot hervorgeholt. "Nur so zum ‚spielen' und um nicht ganz einzurosten", wie Alexander Opelt schmunzelnd bemerkt. Natürlich ging es über das Jahr darum, zusätzlich Fahrpraxis zu sammeln. Was dabei herauskam, konnten die Zeulenrodaer jetzt vor tausenden von Zuschauern im Rahmen des Goitzsche-Festivals auf dem Bernsteinsee in Bitterfeld unter Beweis stellen. Insgesamt traten zu der vom Motorbootweltverband Union Internationale Motonautique UIM als Water Festival eingestuften Veranstaltung 56 Teams aus 13 Nationen mit ihren Rennbooten an. Die Wettkämpfe gingen vier Kategorien über das Wasser: Die Formel 500 fuhr um WM-Punkte, während es für die Boote der Formel 350, 250 und 125 um Punkte für die jeweiligen Europameisterschaften ging.

In der Formel 125 siegte der Pole Henryk Synoracki vor den Italienern Alex Zilioli und Claudio Fanzini. Das NoName-Team mit Stefan Probst belegte als beste deutsche Mannschaft in dem 14er Feld dieser Klasse Rang sieben. "Damit sind wir hoch zufrieden", resümiert Alexander Opelt, "denn eigentlich sollte nur unser neuer Motor unter Wettkampfbedingungen getestet werden."

Mit der guten Platzierung in Bitterfeld endete für das Zeulenrodaer Rennboot-Team eine verkorkste Saison doch noch recht versöhnlich. Nun geht es darum, den 125ccm-Einzylinder-Zweitakter für die nächste Saison konkurrenzfähig zu machen. Andererseits arbeiten die Powerboat-Experten zuhause in Zeulenroda aber auch am Neuaufbau eines 250er Rennbootes, mit dem sie nächstes Jahr in die Weltspitze der Formula O-250 fahren wollen.

Zum Team:

- Einstieg des NoName-Teams in den Motorbootrennsport: 2003
- Klassen: OSY 400, Formel 125 und 250
- Bilanz: Ein Sieg, elf zweite Plätze und neun dritte Plätze
- 3. Rang bei der EM 2008 in der Formula OSY 400
- 8. Platz bei der WM 2008 in der Formel 125

Wer das Team kennen lernen und die Speed-Boote hautnah begutachten möchte (eventuell sogar in Aktion), hat dazu am 1. September im Strandbad der Talsperre Zeulenroda Gelegenheit. Ab 14 Uhr stellen hier Mechaniker und Fahrer ihr rennfertiges 125er Boot und den 250er Motor vor. Natürlich wird das Boot auch einmal gestartet und es werden Videos von den Rennen gezeigt.
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