Wellenritt mit 165 km/h

Stefan Probst fliegt mit dem in Zeulenroda gebautem F250-Rennboot mit bis zu 165 Stundenkilometern über die Wasseroberfläche. (Foto: Christian Langer)
Zeulenrodaer Rennboot-Team will in der 250er Klasse angreifen

ZEULENRODA. Das NoNAME-Racing-Team aus Zeulenroda hat sich längst einen guten Namen in Europas Rennsportkreisen im Speedboat-Bereich gemacht. Seit dem Einstieg in die Nachwuchsklasse des Deutschen Motoryachtverbandes und dem Wechsel in die Rennbootklasse Formula OSY-400 belegte das Team mit Fahrer Stefan Probst bei Welt- und Europameisterschaften stets vordere Plätze. Mit dem dritten Rang bei der EM 2008 fuhren die Zeulenrodaer sogar einen Podestplatz ein. "Da war es an der Zeit, in die 250er Klasse zu wechseln", begründet Teamchef Alexander Opelt den Aufstieg in die Rennklasse O-250. Mit dem Eigenbau-Rennboot F 250 belegte das NoNAME-Team bereits einen sechsten Platz bei der EM und einen elften Rang bei der WM.

In diesem Jahr nun wollten die Zeulenrodaer richtig angreifen und in die Weltspitze der Formula 250 fahren. "Dazu trainieren wir fast jedes freie Wochenende auf der Elbe in Dessau, wo uns der dortige MBC Gelegenheit gibt, stetig das Setup unseres Bootes zu verfeinern", so Alexander Opelt. Er hat mit seinem Team das Boot soweit getunt, dass es mit bis zu 165 Kilometern pro Stunde über die Wellen fliegen kann. Schnell genug, um die Weltelite aufzumischen. Doch bei einem Test zwei Wochen vor dem WM-Lauf in Dessau ging der Pilot offenbar zu schnell in eine Wende - bei geschätzten 150 Stundenkilometern "machte sich das Heck selbstständig" (O-Ton Opelt). Totalschaden! Mit einem "Werksboot" eines italienischen Herstellers wollten die Zeulenrodaer dennoch vom 18. bis 20. Mai an der Weltmeisterschaft starten. Das Training am Freitag lief ordentlich und nach dem Zeittraining am Samstag belegte NoNAME Platz acht von 20 Teams. "Wir waren guter Dinge, beim Wertungslauf am Sonntag ganz vorn mitfahren zu können", schätzt der Teamchef ein. Doch der WM-Lauf fand nicht statt - ein Rennkommissar sagte den Wettbewerb wegen zu geringer Wassertiefe kurzfristig ab.

Nun hoffen Alexander Opelt und sein Team, dass die WM im Spätsommer nachgeholt wird, damit die Saison doch noch einen versöhnlichen Abschluss finden kann. Zuhause in Zeulenroda arbeiten die Powerboat-Experten aber bereits am Neuaufbau ihres eigenen Rennbootes, mit dem sie nächstes Jahr in die Weltspitze der Formula O-250 fahren wollen.

Technische Angaben zum Boot:

Das F250 Rennboot ist ein Eigenbauboot aus Holz und Carbon.
Bootstyp: Proprider mit Sicherheitswänden. Der Pilot fährt im Liegen.
Motor: 2-Zylinder-Boxermotor der Firma GRM
Hubraum: 250 ccm
Leistung: ca. 120 PS
Kraftstoff: Methanol
Kraftübertragung: mittels Welle über das Unterwassergetriebe zum Propeller
Geschwindigkeit: bis 160 km/h

Alles Weitere zum Zeulenrodaer Powerboat-Team: http://www.noname-racing.de/
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