Zweiter Heimsieg am Wochenende: Greiz schlägt Artern 16:11

Vladimir Gotisan - Sreve Brylla: Schultersieg nach 25 Sekunden!
 
Sven Cammin - Jan-Gabor Leuthold: Schultersieg nach 17 Sekunden!
 
Boris Eisenstein - Planen Tashev 0:2
Greiz: Zweifelderhalle |

Erfolgreiches Doppelkampfwochende für die Greizer Bundesligaringer: Am achten Kampftag der 2. Ringer-Bundesliga Nord fuhren die Ostthüringer den zweiten Heimsieg ein.

Der RSV Rotation Greiz schlug den bislang sieglosen Aufsteiger AC Germania Artern in der heimischen Halle mit 16:11. Die Schützlinge von Tino Hempel und Swen Lieberamm verließen fünf Mal als Sieger die Matte, auch die Gäste aus Nordthüringen konnten fünf Kämpfe siegreich gestalten.

Hier die Einzelergebnisse:

57 kg/F: Sven Cammin - Jan-Gabor Leuthold 4:0 (SS)
61 kg/G-r: Florian Crusius - Anulak Eisenhardt 0:4 (verletzt)
66 kg/F: Vladimir Gotisan - Steve Bryla 4:0 (SS)
66 kg/G-r: Brian Tewes - André Günther 4:0 (TÜ)
75 kg/F: Daniel Sartakov - Juan Nguyen 0:2
75 kg/G-r: Lucas Bast - Oldrich Varga 0:2
86 kg/F: Adam Sobiraj - Markus Knobel 2:0
86 kg/G-r: Thomas Leffler - Michal Pietrzak 0:1
98 kg/F: Sebastian Wendel - Daniel Geist 2:0
130 kg/G-r: Boris Eisenstein - Plamen Tashev 0:2

Hier der Bericht von Erhard Schmelzer:

Das letzte Thüringenderby fand im Dezember 2013 in der Jahnturnhalle statt. Fast 40 Mal kam dabei der Gegner aus Jena. Damals trotzten die Saalestädter dem schon feststehenden Staffelsieger aus Greiz ein 14:14 ab und retteten sich damit auf den vorletzten Tabellenplatz. Einen Monat später zogen sie ihre Mannschaft aber trotzdem aus der 2.Bundesliga zurück. Nach einem Jahr ohne Thüringenderby, das immer ein besonderer Höhepunkt im Kalender war, ist nun wieder eine zweite thüringische Mannschaft in der Staffel vertreten. Der traditionsreiche AC Germania Artern wurde 1900 gegründet und war schon in den fünfziger Jahren ein harter Konkurrent der Greizer Mannschaft im Kampf um die Spitze in der DDR. Als später die Greizer in unteren Ligen kämpften, behielten die Arterner, damals noch im Bezirk Halle ansässig, von örtlichen VEB’s großzügig unterstützt, eine Spitzenposition im BSG-Bereich. Nach der Wende kam Artern zurück nach Thüringen, blieb aber bis heute Mitglied im Ringerverband Sachsen-Anhalt. So eng wie nach Jena waren deshalb die Kontakte mit dem Verein aus dem Kyffhäuserkreis nicht. Seitdem in den letzten Jahren aber die Landesmeisterschaften offen für alle Sportler ausgetragen werden, haben sich die Berührungspunkte deutlich vermehrt.

Die Arterner kamen am Sonntag als Tabellenletzter nach Greiz, hatten aber am Abend zuvor zu Hause der WKG Pausa/Plauen einen offen Kampf geliefert und nur 14:16 verloren. Zur ungewöhnlichen Wettkampfzeit konnte der RSV wie offiziell gemeldet 323 Zuschauer in Aubachtal begrüßen. Auch damit lag Greiz bei den Sonntagkämpfen an der Spitze. Die Greizer Trainer Tino Hempel und Swen Lieberamm hatten wie angekündigt ihr Team umgestellt. Die Gäste stellten ein Team auf, in dem immerhin fünf Sportler das Ringen im eigenen Verein gelernt hatten.

Sven Cammin (57 kg/frei) stand erstmals in der leichtesten Gewichtsklasse und hatte dort wenig Mühe, Jan Leuthold schon beim ersten Angriff zu schultern. (Kampfstand:4:0 für Greiz)
Schwer hatte es Boris Eisenstein (130 kg/greco), der auf den ehemaligen Pausaer Plamen Tashev traf. Der Bulgare ist in diesem Jahr gut in Form, belegte beim größten internationalen Turnier seiner Heimat den fünften Platz. Von seinen Landsleuten war nur der für Werdau startende Miloslav Metodiev vor ihm. Mit 0:6 hielt der mehr als 10 kg leichtere Greizer die Niederlage in Grenzen. (4:2)
Arterns Trainer Michael Getschmann stellt Anulak Eisenhardt nur ins leichteste Limit, wenn dieser eine Chance zum Sieg hat. In Greiz sah Getschmann diese nicht. So kämpfte der A-Jugendliche gegen den 29-jährigen Florian Crusius (61 kg/greco), der natürlich favorisiert war. Der Kampf nahm aber einen anderen Verlauf. Als der Greizer nach einer Minute 4:2 in Führung ging, verletzte er sich am Oberschenkel und musste kurz darauf den Kampf aufgeben. (4:6)
Sebastian Wendel (98 kg/frei) traf im dritten Saisoneinsatz auf seinen ehemaligen Vorgänger als A-Jugendmeister Daniel Geist. Die Entscheidung im ausgeglichenen Kampf fiel, als der Greizer während einer 30 Sekundenstrafe seinen Widersacher mit einem Beinangriff überraschte. Dieser versuchte einen Konter, der missglückte und mit vier Punkten die Grundlage zu Wendels 6:1 Sieg legte. (6:6)
Die fachkundigen Greizer Zuschauer freuten sich auf den Moldawier Vladimir Gotisan (66 kg/frei). Doch sein Kampf gegen den bereits für Pausa und Aue in dieser Liga kämpfenden Steve Brylla war bereits nach dem ersten Angriff des Greizers nach 33 Sekunden entschieden. (10:6)
Thomas Leffler (86 kg/greco) kam nicht mit dem unorthodox, allerdings nicht unfair kämpfenden Polen Michal Pietrzak zurecht, der vor einigen Jahren WM-Dritter im Grappling war, einer ebenfalls im internationalen Ringerverband organisierten Kampfsportart. Entscheidend für den 3:2 Erfolg des Gästeringers war der Konter des Polen im angeordneten Bodenkampf, der ihn als Untermann zwei Punkte einbrachte. (10:7)
Brian Tewes (66 kg/greco) war Andre Günther in allen Belangen überlegen. Schon nach zwei Minuten stand sein 15:0 Sieg fest (14:7)
Ständige Angriffe sind nicht das Markenzeichen von Adam Sobieraj (86 kg/frei). Wenn es aber sein muss, wie nach einer 30 Sekundenstrafe gegen ihn, öffnet er schon mal die Trickkiste und kommt mit einem Innenschenkelwurf auch gegen einen Gegner wie den Württemberger Markus Knobel – immerhin Fünfter der deutschen Meisterschaften – durch. Ein echter Angriff des Gästeringers war bei dessen 0:6 Niederlage nicht zu erkennen. (16:7)
Der an der Sportschule Jena ausgebildete Juan Nguyen machte mit seinen schnellen Verteidigungsaktionen Daniel Sartakov (75 kg/frei) das Leben schwer. Nach einer unübersichtlichen Aktion wertete die manchmal etwas unsichere wirkende Kampfrichterin Katharina Grasruck aus Bayern 1:2. Die Greizer Trainer hatten es anders gesehen. Nach einem 2:9 Rückstand kam der Greizer mit einem tollen Endspurt noch auf 6:9 heran. (16:9)
Im letzten Kampf wurde wieder einmal Lucas Bast (75 kg/greco) eingesetzt, der nach 1:0-Führung gegen den tschechischen Auswahlringer Oldrich Varga 1:6 unterlag.
Der Tabellenletzte Artern erwies sich beim Greizer 16:11 Erfolg als ernstzunehmender Rivale aus Thüringen.

Stimmen zum Kampf:
Thomas Fähndrich (Präsident RSV): „Mit drei Erfolgen in Folge haben wir wieder Tuchfühlung zur Spitze aufgenommen. Mein spezieller Dank gilt unseren Zuschauern, die auch nach unseren beiden Heimniederlagen wieder zahlreich erschienen sind, sowie unserem Organisationsteam, das jetzt zwei Tage in Folge mit Engagement im Einsatz war.“

Thomas Grosche (2.Vorsitzende AC Artern): „Wir haben zwar verloren, aber als Aufsteiger fünf Kämpfe in Greiz gewonnen. Darauf können wir stolz sein. Ringkampf ist ‚in‘ in Artern. Wir möchten auf alle Fälle in der Liga bleiben.“

Oldrich Varga (kämpfte für die Gäste): Wegen des Doppelkampfwochenendes hat es sich gelohnt, Gewicht zu machen. Ich bin jetzt aber mehr als geschafft.“
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