Der Freundeskreis Greizer Park hatte zur Vogelstimmenführung im Fürstlich Greizer Park eingeladen

  Greiz - Fürstlich Greizer Park.
Für die rund 50 Teilnehmer, die sich am Pfingstmontag, dem 16. Mai 2016 zur traditionellen Vogelstimmenführung am Haupteingang zum Fürstlich Greizer Park trafen, hieß es zeitig aus den Federn zu kommen. Mit dem Glockenschlag der Turmuhr vom Oberen Schloss begaben sich um 6 Uhr in der Frühe, unter der sachkundigen Führung von Hartmut Lange, Ornithologen und Vogelfreunde, darunter auch Kinder, auf den Weg um die Vogelwelt im Park, den Hammerwiesen und dem Waldhäuser Forst näher kennen zu lernen. „Nur am frühen Morgen sind Beobachtungen der gefiederten Freunde erfolgreich“ weiß der erfahrene Ornithologe und macht den Neueinsteigern Mut, die unterschiedlichen Vogelstimmen heraus zu filtern. Bei jeder Führung sollten sich mindesten drei Vogelstimmen einprägen, rät der Experte, bei jeder weiteren Führung gelingt das besser. Angespannt lauschten die 13-jährige Shannon und der 8-jährige Finn aus Zeulenroda dem morgendlichen Vogelkonzert „ wir möchten erfahren, welche Vogelarten es gibt und die dazu gehörigen Vogelstimmen wie geübte Kenner zu unterscheiden“, war das Argument zur Teilnahme. . Vom Park bis nach Waldhaus wurden 51 Vogelarten festgestellt, dazu gab es auch auf Anfragen die entsprechenden Erklärungen. Zahlreiche Vögel beobachteten die Sachkundigen mit dem Fernglas, halfen damit denen, die noch nicht die geschulte Beobachtungsgabe besitzen, ihr eigenes Fernglas auf den Punkt genau auszurichten. Höhepunkte der Beobachtungen waren im Park u.a. der Gartenbaumläufer, mit konstantem hohem Pfeifton. Die Mönchsgrasmücke mit wohl tönendem Gesang, nach zwitscherndem Vorgesang ertönte ein flötender Überschlag aus nahezu reinen Tönen. In Geäst der Nadelbäume wurde die Tannenmeise gesichtet, der Zaunkönig, der kleine Winzling hüpfte vom Boden ins Gebüsch und ließ im Sekundentakt Gesangstrophen, bestehend aus hohen Tönen und schnellen Triller erklingen. Mit einem harten „tek“ oder „trrrr“ schlägt er dagegen Alarm. Zu hören war auch die Gartengrasmücke, ein scheuer Vogel, der als Warnruf ein „wät-wät-wät“ hören lies. Ein Vogel der unermüdlich mit „zilp-zalp“ seinen Namen ruft, verrät sofort, um welchen olivgrün befiederten Sänger es sich handelt. Der größte Singvogel aus der Familie der Rabenvögel ist der Kolkrabe, sein am häufigsten zu hörender Ruf ist ein lautes scharfes „kraa“, dieser war während der Führung nicht zu überhören. Über dem Parksee drehten Mauersegler ihre Runden zur Nahrungsaufnahme, sowie Graugänse, in diesem Jahr konnte leider keine Brut nachgewiesen werden, Schuld dafür sei der kühle April, der auch bei den Höckerschwänen den Ausfall verschuldet. Festgestellt wurde die Ausbreitung der Nilgänse, die sich seit 2005/06 sprunghaft angesiedelt haben. Erfreulich hingegen konnte ein Schwimmnest der Haubentaucher mit Jungvögeln auf dem Parksee und zum 1. Mal ein Nest mit vier Jungvögeln bei den Graureihern beobachtet werden. In den Wipfeln der Bäume hörten die Teilnehmer die Singdrossel, Buchfink, Sommergoldhähnchen, Rotkehlchen, Stare die alles imitieren, Buntspechte und viele weitere mehr oder weniger bekannte Vogelarten. Über den Hammerwiesen zwischen den gerade aufblühenden Orchideen lies der Stieglitz seinen Gesang ertönen. Auf der angrenzenden Weißen Elster zogen Mandarinenenten und ein Gänsesägerpaar die Aufmerksamkeit auf sich. Auf dem weiteren Weg durch das Krümmetal wurden auf den Fischteichen zwei Teichhühner und in der angrenzenden Gartenanlage eine Klappergrasmücke gesichtet, als 3. Art die bei uns in der Region beheimatet ist. Die interessante Führung endete am Info-Stand der Naturschutz-Information in Waldhaus und wurde von erfahrenen Greizer Ornithologen unterstützt und geht auf eine Initiative des Freundeskreises Greizer Park e.V. zurück. Diese Vogelstimmenführung, die alljährlich zu Pfingsten in Greiz stattfindet, beruht auf alten Traditionen. Hartmut Lange ist langjähriges Mitglied beim Thüringisch-undSächsischen Ornithologen Verein und seit 1980 unternimmt er Vogelstimmenführungen. Bevor sich die Gruppe zur Führung begab, begrüßte der Vorsitzende des Vereins, Christian Wonitzky die Teilnehmer, die aus Netzschkau, Reichenbach, Fraureuth, Zeulenroda, Greiz und dem weiteren Umfeld kamen.
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