Entspannung nach dem Jubiläum

Gartenbegehung bei Siegfried Ehrenpfordt (l.): Der 79-Jährige mit Vorstand Erhard Kraft in seiner Parzelle.
 
Im Garten des Vereinschefs Erhard Kraft (l.) sind auch Igel und anderes Getier anzutreffen!

Kleingartenanlage "Einheit" feierte 100-Jähriges / Neue Pächter stets willkommen

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Langsam hält der Alltag wieder Einzug in der "Einheit". Die Kleingärtner genießen die Ruhe in der Anlage. Am ersten Juli-Wochenende haben sie hier am Stäudig in Zeulenroda ganz groß das 100-jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Mit Festprogramm, Auszeichnungen, Musik und Tanz. In Vorbereitung des Jubiläumswochenendes haben die Pächter ihre an sich schon schmucken Parzellen in wahre Kleinode verwandelt. Dazu in unzähligen Arbeitseinsätzen die Wege der Anlage auf Vordermann gebracht, Hecken gestutzt und auch das Vereinsheim mit einem neuen Anstrich versehen. Von den unmittelbaren Festvorbereitungen ganz zu schweigen. "Bei den Arbeiten haben alle prima mitgezogen", freut sich Vorstandschef Erhard Kraft. "Dadurch konnten wir sogar etwas Vorlauf schaffen", ergänzt Siegfried Ehrenpfordt. Der vitale Senior wird im November 80 und hat seit 1960 einen Garten in der "Einheit". Jetzt freut er sich, dass er es nach dem Feiertrubel erst einmal etwas ruhiger angehen lassen kann. "Gemeinsam mit meiner Frau geht es nun an das Ernten, die Erdbeeren sind reif und auch die Johannisbeeren sind bald dran", sagt der 79-Jährige und blickt über das Blumenmeer in seinem Garten zu den reifenden Früchten. Dabei berichtet er, dass er in den 53 Jahren als Kleingärtner schon viele Pächter in der "Einheit" hat kommen und gehen sehen.

Die fast fünf Hektar große Anlage mit genau 47784 Quadratmetern Nutzfläche ist in 141 Gärten unterteilt. Acht davon sind derzeit frei und natürlich sucht der Vorstand für die leer stehenden Parzellen neue Pächter. Nachfragen gebe es immer wieder, erfreulicherweise auch von jüngeren Leuten. "Doch manchmal haben die nicht so die Ausdauer oder müssen arbeitsbedingt von Zeulenroda wegziehen", bedauert Erhard Kraft. Die leer stehenden Gärten seien alle voll erschlossen und müssten eben erst einmal wieder hergerichtet werden. "Doch dafür haben wir in unserer Anlage eine komplette Teichwasserversorgung zum kostenlosen Gießen", wirbt Siegfried Ehrenpfordt. Ein weiterer Vorteil für Vereinsmitglieder sei die Nutzung des Vereinsheimes auch für private Feiern. Interessenten an einem neuen Garten in der "Einheit" können jederzeit am Stäudig vorbei schauen. In der Anlage ist immer jemand am werkeln!
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Zeittafel der Vereinsgeschichte

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1913 Gründung „Gemeinnütziger Schrebergartenverein“ mit 11 Gärten an der Pausaer Straße, Sitz des Vereins: ehemaliges Restaurant „Wilhelmshöhe“, Vorstand: Max Simon und Johann Hammerer
1914 Ausbruch des 1. Weltkrieges, Stagnation in der Vereinstätigkeit
1919 Aufschwung im Schrebergartenwesen, Entstehung der Kleingartenanlage im Flur „Oberer Ständig“, Erste Gärten entstehen unterhalb des etwas später gebauten Vereinsheimes auf städtischen Grund und Boden, Vorstand: Albin Stöcker
1922-26 Bau des Vereinshauses und Inbetriebnahme für Aufenthalt, Schulung, Treffs sowie stundenweise Getränkeverkauf durch Gartenfreunde
1920-30 Entstehung weiterer Gartenanlagen – im Triebesgrund „Untere Haardt“ (Lochmann-Werke) – hinter Hetzers Schneidemühle an der Windmühlenstraße - am Meistersweg hinter dem Feuerwehrhaus – am „Alten Krankenhaus“ an der Aumaischen Straße – im Alaunwerk am Wiesensteig
Alle Kleingartenanlagen wurden vom „Gemeinnützigen Schrebergartenverein Oberer Stänig“ betreut und angeleitet, Mitglieder insgesamt: 270
1923 Gartenland von Ernestine Hartmann (Fischer) gepachtet, zur Zeit Garten-Nr.
etwa 44 bis 53
1926 Gartenland von Adolph Metz gekauft, zur Zeit Garten-Nr. etwa 12 bis 42 und 54
bis 62
1927 Gartenland von Luis Streit gekauft, zur Zeit Garten-Nr. etwa 63 bis 69, Vorstand von 1924 bis 1930: Michael Anweiler
1930 Gelände des Vereinsheimes wird von der Stadt Zeulenroda gekauft, Vorstand von
1930 bis 1935; Karl Ploß
1939 Gartenland von Stadt Zeulenroda gepachtet – zurzeit Garten-Nr. etwa 73 bis 83 und
1 bis 20 Vorstand von 1935 bis 1943: Plau Noldin, Ausbruch des 2. Weltkrieges, Stagnation in der Vereinstätigkeit, Vorstand ab 1943: Franz Fischer
1945 Verbot aller Vereine
1946 Wiederbeginn der Vereinstätigkeit im „Verband der Kleingartenhilfe in Kleingartenanlagen im FDGB“
1953 Mitglied in neugegründeter Kreisfachsparte „Kleingärtner“, Vorstand bis 1954: Max Walther
1957 Gartenland von Erbengemeinschaft Löfffler und Hildegard Bräunlich gepachtet – zur Zeit Garten-Nr. etwa 84 bis 114
1959 Mitglied im neu gegründeten Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK) Vorstand von 1954 bis 1967: Ernst Dornburg, Vorstand von 1967 bis 1972: Manfred Förster, Vorstand von 1972 bis 1975: Franz Metzker,
1976 Gartenland von Charlotte Dein und Erbengemeinschaft Löffler gepachtet, zur Zeit Garten-Nr. etwa 117 bis 131
1978 Gartenland von Gerda Ganz gepachtet, zur Zeit Garten-Nr. etwa 132 bis 136, Vorstand von1975 bis 1984: Oskar Erdmann, Vorstand von 1984 bis 1987: Manfred Schüller
bis 1990 Geleitet und betreut werden folgende, jetzt selbständige Kleingartenanlagen:
„Einheit“ mit 143 Gärten
„Wiesengrund“ mit 12 Gärten
„Zur Fernsicht“ mit 34 Gärten
„Einigkeit“ mit 21 Gärten
„Marke“ mit 56 Gärten
Meistersweg“ mit 27 Gärten
„Schneidemühle“ mit 10 Gärten, damit Verwaltung von 293 Gärten
1991 Auflösung des Betreuungsverbandes Vorstand von 1987 bis 1991: Erni Täubert, Mitglied im neu gegründeten Kreisverband „Verband der Gartenfreunde Zeulenroda e.V.“ Vereinsführung nur für Kleingartenanlage „Einheit“ einschließlich der Kleingärten des Grundstückes „Lenzner“, letzter Gaststättenbetrieb im Schreberheim, Vorstand von 1992 bis 1997: Angret Käßmann
Ab 1996 Bau und Installation der Trinkwasserleitung für gesamte Gartenanlage sowie Erneuerung der Elektro-Erdkabel
Ab 1998 Komplexrekonstruktion des Schreberheimes, Nutzung als Vereinsheim der Gartenanlage „Einheit“, Vorstand von 1997 bis 2012: Lothar Petzold
Ab 2012 Vorstand: Erhard Kraft
Anzahl der Kleingärten: 141
Nutzfläche: 47.784 m²
Davon eigenes Land: 8.659 m²
Stadt: 13.649 m²
Löffler: 8.582 m²
Bräunlich: 6.822 m²
Lenzner: 5.397 m²
Fischer: 2.331 m²
Ganz: 2.092 m²
Hadlich: 252 m²
2013 100-jähriges Bestehen des Kleingartenvereines
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