Heimatverein hat Opfer vom Bombenabwurf nicht vergessen

Gedenkfeier am Denkmal
 
Vorsitzender vom Heimatverein Michael Güther mit gedenkenden Worten
Lunzig - Landkreis Greiz.
Mit einem Zitat von den unumstrittenen amerikanischen Schriftsteller Henry Miller „Jeder Krieg ist eine Niederlage des menschlichen Geistes“ begann nach musikalischer Einstimmung Michael Güther vom Heimatverein Lunzig seine einleitenden Worte zur Gedenkveranstaltung in der Gaststätte „Zur Linde“, um an ein tragisches Ereignis zu erinnern, dass das Leben in dem kleinen Ort in Minuten veränderte. Vor genau 70 Jahren, am Donnerstag, den 22. Februar 1945, fand der folgenschwere Bombenangriff auf Lunzig statt. Im Rahmen der „Operation Clarion“ (zu deutsch „Trompetenschall“), des größten und weiträumigsten Luftangriffes anglo-amerikanischer Bomber, sollten an diesem Tag Zerstörungen im gesamten Deutschen Reich mit rund 5000 Flugzeugen durchgeführt werden. Noch heute ist unklar, warum dabei auf das strategisch unbedeutende Lunzig eine Dorfschmiede und ein Gasthof durch ein vom Kurs abgekommenes tief fliegendes Flugzeug, das neun Sprengbomben abwarf, zerstört wurden. Dieser Vorfall zeigt jedoch, dass sinnloses Töten zum Geschäft eines jeden Krieges gehört. Elf unschuldige Menschen, darunter ein Kleinkind, Brigitte Geiler, geb. am 24.Juli 1940 und das Mädchen Margret Geiler, geb. am 30.September 1940 verloren dabei ihr Leben. Zählt man noch die 15 gefallenen bzw. vermissten Soldaten aus Lunzig und Kauern hinzu, sind in unserer kleinen Gemeinde 26 Opfer zu beklagen, erinnert Michael Güther und sagte: „ Es sei erstaunlich wie schnell Tod und Not vergessen sind, bewusst in Kauf genommen werden, wenn man wie gegenwärtig auf diesem Erdball an Kriegen verdienen kann. Deshalb dürfe die Forderung der vernünftigen Menschen nach Frieden und Humanität durch den aktuellen Kriegslärm nicht überhört werden.“ Zu der vom Heimatverein organisierten Gedenkveranstaltung kamen zahlreiche Einwohner, darunter auch Bürgermeister Kai Tittmann und Zeitzeugen jenes schlimmen ´Tages, um gemeinsam zum gesprochenen Wort und umrahmenden Klängen des Triebeses Kirchenposaunenchores die neue Gedenktafel am Kriegerdenkmal zu enthüllen und Blumengebinde niederzulegen. Lange schaute die Zeitzeugin Elfriede Müller auf die Namen der Gedenktafel, kannte sie doch einige davon und erinnert sich, „obwohl wir etwas abseits vom Geschehen wohnten, sah ich wie alles durch die Luft flog, der Ambossstein von der Schmiede schlug in unser Haus ein, umliegende Häuser nahmen Schaden an Dächern, Türen und Fenstern. Der kleine Turm am oberen Ende der Schlossmauer durch die Druckwelle zerstört, das Wahrzeichen des Ortes, die 1000jährige Linde mit ihrem hohlen Stamm gab es nicht mehr.“ Der Lunziger Ulrich Vogel, kennt diese Geschehnisse aus den Erzählungen seiner Eltern, bei denen ein Vorschlaghammer der Schmiede mit voller Wucht das Dach zur Haferkammer durchschlug und Schülerin Rosa-Lina Neupert betrachtet das Bild von dem Keller unter dem Keller auf der Ausstellungstafel, wo heute ihre Großeltern wohnen und beim Bombenangriff Bernd Geiler überlebte.
Auf der neuen Tafel mit Korrektheit der Daten wird allen aus Lunzig und Kauern stammenden Kriegstoten, Gefallenen und Vermissten des 2. Weltkrieges gedacht um das Gedenken zu bewahren.
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4 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 02.03.2015 | 18:08  
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Renate Jung aus Erfurt | 02.03.2015 | 20:16  
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Dieter Eckold aus Zeulenroda-Triebes | 02.03.2015 | 20:32  
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Renate Jung aus Erfurt | 03.03.2015 | 00:50  
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