Imkerverein Arnsgrün und Umgebung 1902 feiert 110-Jähriges

Wann? 05.05.2012 15:00 Uhr

Wo? Arnsgrün, Am Dorfbach, 07937 Vogtländisches Oberland DE
  Vogtländisches Oberland: Arnsgrün | Klein, aber oho
Länderübergreifender Imkerverein feiert 110-Jähriges

Im ehemaligen Gründungslokal „Schimmels Gasthof“, dem heutigen Gasthaus Müller Arnsgrün, begingen der Imkerverein Arnsgrün und Umgebung 1902 e.V. am Sonnabendnachmittag sein 110-jähriges Bestehen. Der Imkerverein ist mit seinen
14 Mitgliedern mit der kleinste und älteste Verein in der Gemeinde Vogtländisches Oberland. Und er zählt nicht nur Mitglieder aus dem thüringischen Arnsgrün, Bernsgrün und Pöllwitz, sondern auch aus dem sächsischen Elsterberg, Syrau, Fröbersgrün und Ranspach.
Klaus Müller, 1. Vorsitzender, ließ in einem kurzen Rückblick die 110 Vereinsjahre Revue passieren. Als „Südlicher Bienenzüchterverein Reuß älterer Linie“ wurde er 1902 von Imkern der Kirchspiele Dobia, Bernsgrün, Arnsgrün, Fröbersgrün und Syrau gegründet. Zu den ersten Mitgliedern zählten Lehrer, Pfarrer, Bauern und ortsansässige Handwerker. Nach dem 1. Weltkrieg, dem Ende der Reußischen Landesregierung, nannte sich der Verein „Imkerverein Arnsgrün und Umgebung“, und es schlossen sich auch Imker aus Pöllwitz, Hohndorf und Schönbach an.
49 Mitglieder zählte der Verein Ende des 2. Weltkrieges. Sie bewirtschafteten 300 Bienenvölker. Als die Mitglieder 1952 nicht mehr mit der Vereinsarbeit einverstanden waren, fanden eine Reorganisation und Neuwahlen statt. Seit dieser Zeit und der Wahl von Arno Schuritz, Bernsgrün, zum Vereinsvorsitzenden, Alban Simon aus Hohndorf zum Schriftführer, und Kurt Fröbisch, Hohndorf, zum Kassierer gab es ausführliche Versammlungsprotokolle und korrekte Kassenberichte. „Imkersparte Arnsgrün“ nannte sich der Verein, als er dem Verband Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter zugeordnet wurde. „In den 70-iger Jahren musste der sozialistische Wettbewerb mit der Belieferung des staatlichen Handels mit Honig mit Erfolg gemeistert werden. Mit der Wende und der Wiedereinführung der Marktwirtschaft und dem Ende des problemlosen Honigabsatzes an den staatlichen Handel begann für viele Imker die Umstellung auf den mengenmäßig geringeren Direktverkauf mit kleinerem Erlös und weniger Bienen. Die Konkurrenz des Billighonigs aus dem Supermarkt war groß“, berichtet Müller. Gegenwärtig steigt aber der Bedarf nach natürlichem Honig wieder an. Ein Problem, das die meisten Vereine betrifft, ist auch bei den Imkern die Nachwuchsgewinnung. Beispielgebend dafür ist der Arnsgrüner Wolfgang Arold. „Dank seiner Aktivitäten konnten wir in den letzten beiden Jahren zwei junge Imker für den Verein gewinnen, die er anleitet und denen er mit Rat und Tat zur Seite steht. Auch Hildegard Hempel hat viele Jahre lang Ferienkinder und Schüler auf ihren Bienenstand in Fröbersgrün begrüßt. Zu den interessanten Ausführungen über die Bienen wurde natürlich auch Honig verkostet““, hebt Müller die Beiden lobend hervor. Die 14 Mitglieder bewirtschaften heute 87 Bienenvölker.
Auszeichnungen in dankbarer Anerkennung für langjährige treue Verbundenheit mit dem Verband nahm an diesem Nachmittag der Vertreter vom Landesverband der Thüringer Imker, Weimar, Karl-Heinz Müller gemeinsam mit Klaus Müller vor. Die Ehrennadel in Silber erhielten Klaus Müller, Arnsgrün, (für 27 Jahre), Doris Sachs, Pöllwitz, (28 Jahre), Wolfgang Grimm, Bernsgrün, ( 30 Jahre), Klaus Frotscher, Arnsgrün, und Winfried Dressel, Fröbersgrün, (beide für 32 Jahre), die Ehrennadel in Gold Gerhard Liebetrau, Bernsgrün, (35 Jahre), Hildegard Hempel, Fröbersgrün,
(36 Jahre) und Wolfgang Arold, Arnsgrün, (45 Jahre) sowie eine Ehrenurkunde für Manfred Hempel aus Fröbersgrün. Hildegard Hempel ist mit über 89 Jahren das älteste Vereinsmitglied und Wolfgang Arold mit 45 Mitgliedsjahren der Dienstälteste im Verein.
Ute Trommer, stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Vogtländisches Oberland, überbrachte dem Verein die besten Glückwünsche. „Viele Vereine sind nicht in der Lage, so lange zu bestehen. 110 Jahre ist eine gewaltige Zeit. Egal aus welchen Orten die Mitlieder sind, alle haben das gleiche Interesse, die Bienenzucht. Nach dem Zusammenbruch des Marktes nach der Wende besinnen sich die Menschen wieder auf einheimische Produkte. So erlangen auch die Imker mehr Anerkennung und können dadurch junge Leute für die Imkerei gewinnen“, hofft und wünscht sich Ute Trommer für den Verein. Und Karl-Heinz Müller hob die Biene als drittwichtigstes Nutztier nach Rind und Schwein hervor, die wichtig für die Bestäubungsleistung der Obstbäume und Wildsträucher ist. Für die Nachwuchsgewinnung bietet er Praktika in Wüstenwetzdorf an. Er appelliert auch, mit der Bienenzucht noch mehr in die Öffentlichkeit zu gehen.
Einblicke in die ausliegende Chronik, geselliges Beisammensein mit Erfahrungsaustausch und vielen Gesprächen sowie Musik zum Tanzbein schwingen rundete dieses würdige Vereinsjubiläum ab.

Text/Fotos: Gabriele Wetzel
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