Plakette „Barrierefrei erbaut“ vom Sozialverband VdK Hessen-Thüringen für die Vogtlandhalle Greiz

Die Ansprache vor der Vogtlandhalle hielt Gottfried Schugens (l.), Mitglied im Landesvorstand des Sozialverbandes VdK Hessen-Thüringen zur Ehrung "Barrierefrei erbaut".
 
Ines Watzek, stellvertetende Bürgermeister der Stadt Greiz übernimmt die Plakette
Greiz - Carolinenstraße
Anlässlich des Greizer Neustadtfestes am 3. Oktober wurde die Plakette "Barrierefrei erbaut" verliehen.
Der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen anerkennt und unterstützt jegliche Bemühungen zur Förderung einer inklusiven Gesellschaft. Ein wichtiger Schritt auf diesem Wege ist die Vermeidung baulicher und struktureller Barrieren durch die Errichtung barrierefreier Gebäude. Zur besonderen Würdigung dieses Engagements wurde 1991 die Plakette „Barrierefrei erbaut“ ins Leben gerufen. Sie geht an Träger, die ihre Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen zugänglich und nutzbar machen.
Im Fall der Vogtlandhalle in Greiz war es ein langer Weg von der Eröffnung bis zum heutigen Tag:
Nach über zwei Jahren Bauzeit wurde am 18. März 2011 die Vogtlandhalle feierlich eröffnet. Der Ersatzneubau für das nicht mehr sanierungsfähige Theater ist nicht nur Veranstaltungshalle für bis zu 800 Besucher, sondern erfüllt die Funktion eines kulturellen Zentrums und Heimstatt für die unterschiedlichsten Vereine. Ein volles Programm mit bekannten Künstlern und viele ausverkaufte Veranstaltungen zeugen seit der Eröffnung von einer großen Resonanz der Menschen für diesen Neubau.
Wie steht es nun um die Barrierefreiheit der Vogtlandhalle?
Mit der Eröffnung kamen kritische Meinungen auf: Insbesondere der Zugang zur Vogtlandhalle über 6 Stufen und eine keineswegs barrierefreie Rampe erregten die Gemüter und führten zu von den Medien mit getragenen Diskussionen zum Thema Barrierefreiheit der Vogtlandhalle.
In dieser Phase wurde auch der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen durch einen Brief des Greizer Mitglieds Bernd Matthes, der selbst seit vielen Jahren durch einen Arbeitsunfall auf den Rollstuhl angewiesen ist, an den Vorsitzenden von diesem Problem informiert.
Es folgte eine erste Besichtigung der Örtlichkeit im Mai 2011 durch den eingeschalteten Bezirksbeauftragten für Barrierefreiheit, Wigbert Sachs, dem damaligen Vorsitzenden im Kreisverband Thüringen-Ost, Karl-Otto Rasmuß und Bernd Matthes. Durch die sachkundige Erklärung der Projektleiterin, Sabine Wessels von der Greizer Freizeit- und Dienstleistungs- GmbH & Co.KG als Bauherr und Betreiber der Vogtlandhalle wurde klar, dass die bestehende Lösung des Zugangs zur Vogtlandhalle nur auf Umwegen den Kriterien der Barrierefreiheit entspricht, aber auch noch nicht die eigentliche Endlösung darstellt. Diese wird erst mit dem Abriss des alten Theaters geschaffen werden können.
Deutlich wurde aber auch, dass die Vogtlandhalle so hoch gebaut werden musste, um den Anforderungen des Hochwasserschutzes zu genügen. Wie richtig diese Entscheidung war, wurde im Juni dieses Jahres mehr als deutlich, als das verheerende Hochwasser der Weißen Elster die umstrittenen Stufen im Zugang zur Vogtlandhalle umspülte, aber die Halle selbst vom Wasser verschont blieb! Die so genannte Rampe im Zugangsbereich ist lediglich eine gestalterische Auflockerung im Treppenzugang und kann von allen Menschen auf eigene Gefahr genutzt werden, wie der gesamte Zugang.
Auf Initiative des Sozialverbandes VdK Hessen-Thüringen wurde im Juni 2011 die Arbeitsgruppe „Vogtlandhalle barrierefrei“ ins Leben gerufen, der Vertreter der Stadt, des Landkreises, des Betreibers, des örtlichen Blinden- und Sehschwachenverbandes und des Sozialverbandes VdK angehören, um gemeinsam die Barrierefreiheit für die Vogtlandhalle zu verbessern.
Am 23.09.2011 stellte die Greizer Freizeit- und Dienstleistungs GmbH als Betreiber der Vogtlandhalle beim Sozialverband VdK Hessen-Thüringen den Antrag auf Verleihung der Plakette „Barrierefrei erbaut“.
Nach weitgehender Fertigstellung der Außenanlagen erfolgte am 16.07.2013 die Prüfung der Vogtlandhalle zum Antrag auf Verleihung der Plakette „Barrierefrei erbaut“. In Begleitung von Sabine Wessels, Projektleiterin vom Betreiber der Vogtlandhalle und Steffi Kadelbach als Behindertenbeauftragte des Landkreises Greiz prüfte Wigbert Sachs als Bezirksbeauftragter für Barrierefreiheit die Örtlichkeit nach einem strengen Fragebogen – und auf Funktion. Im Ergebnis erging mit dem Protokoll mehrheitlich die Empfehlung an den Landesvorstand, die Vogtlandhalle mit der Plakette zu ehren. In seiner Tagung am 20.08.2013 stimmte der Fachausschuss für Barrierefreiheit im Sozialverband Hessen-Thüringen nach Beratung einstimmig für diesen Vorschlag.
Somit konnte mit gutem Gewissen die Plakette „Barrierefrei erbaut“ als erstes Projekt im Bezirk Ostthüringen überhaupt an die Vogtlandhalle Greiz verliehen werden und bleibt zu wünschen, dass diesem Projekt viele Nachahmer folgen.
Mit dieser Ehrung wurden drei Mitglieder des Sozialverbandes VdK in Erwägung gezogen, die sich für die Barrierefreiheit der Vogtlandhalle mit ihrem Engagement besonders verdient gemacht haben:
Bernd Matthes hat den Stein mit seiner Kritik ins Rollen gebracht und sich in der gesamten Zeit immer konstruktiv für die Umsetzung der Vorschläge eingesetzt, obwohl er gesundheitlich mit sich selbst sehr große Herausforderungen zu bestehen hatte und hat.
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3 Kommentare
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Regina Kleiber aus Sondershausen | 08.10.2013 | 09:48  
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Petra Seidel aus Weimar | 08.10.2013 | 10:36  
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Hannelore Grünler aus Artern | 08.10.2013 | 13:30  
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