Rettungshunde - Helfer in der Not

  Sie heißen Zola, Lucky, Zora, Stella, Flocke, Mila, Charly und kommen u. a. aus Elsterberg, Plauen, Zeulenroda, Arnsgrün, Greiz, Naitschau, Weißendorf, Jößnitz und Gera. Sie sind als Schäferhunde und Labradors keine „normalen“ Vierbeiner, denn sie können verirrte, vermisste und verunglückte Personen suchen und aufspüren. Es sind die Rettungshunde vom Arbeiter-Samariter-Bund Ostthüringen
e. V. (ASB). Leiter des Rettungshundezuges ist der Arnsgrüner Jörg Taut. Der Verein, der im März 2010 von Jörg Taut und Ehefrau Annett gegründet wurde, zählt gegenwärtig 18 Mitglieder. 13 Hundeführer mit ihren 16 Hunden und fünf Helfern haben sich dieser sinnvollen, ehrenamtlichen Tätigkeit verschrieben. „Die Rettungshundearbeit ist kein Hundesport und keine Hundebespaßung, sondern eine verantwortungsvolle und anspruchsvolle Aufgabe. Die Ausbildung für Hund und Hundeführer dauert ca. zwei Jahre“, informiert Ausbildungsleiterin Annett Taut. Sie umfasst die Sanitätsausbildung, den Umgang mit Karte und Kompass, die 1. Hilfe am Hund, den Hundekörperbau, die Einsatztechnik und die Gefahrenquellen. Das Training fand bis zur Hochwasserkatastrophe auf einem Platz in Elsterberg statt. Dieser wurde durch das Hochwasser aber so überschwemmt und beschädigt, dass ein Wiederaufbau zu aufwändig wäre. So hat der Verein schweren Herzens den Platz abgegeben. „Wir finanzieren uns ja nur über Spenden und Mitgliedsbeiträge“, erklärt Jörg Taut. „Gegenwärtig nutzen wir diverse Wiesen und Waldgrundstücke und das Elsterberger Enkagelände zum Training“. Zurzeit bestehen seit April 2013 drei geprüfte Einsatzteams. Ein Rettungshundeteam besteht aus einem Rettungshundeführer und einem Rettungshund. Und seit rund einem Jahr gibt es auch eine Mantrailergruppe, eine separate Gruppe, wo die Hunde nach dem Individualgeruch des Menschen suchen. Dabei nehmen sie eine Geruchsprobe eines persönlichen Gegenstandes der vermissten Person. Die Hunde suchen vorwiegend in der Stadt. Sie leisten die Vorarbeit von der Wohnung der vermissten Person bis zum Wald, wo dann die Hundeführer weiter übernehmen. Im vergangenen Jahr kam es für den Rettungshundezug zu vier Einsätzen. So wurde in Weißenfels nach zwei vermissten Kindern, in Altenburg und Gera nach einer Frau und einem Mann sowie auch einer Oma aus dem Pflegeheim gesucht. Der Rettungshundezug wird dabei von der Polizei angefordert und erhält das genaue Durchsuchungsgebiet.
„Wir haben auch eine Besuchshundedienst, wo wir mit einigen Hunden in Schulen, Kindertageseinrichtungen und Pflegeheimen gehen“, berichtet Annett Taut. So können die Hunde gestreichelt und auch gefüttert werden. Besonders die älteren Menschen freuen sich auf diese Abwechslung, hatten doch einige früher selbst einen Hund. „Früher habe ich auch Hundetherapie mit meiner Zola im Diakonieverein mit Sitz in Christgrün gemacht. Durch die Geburt meiner Tochter habe ich mir davon jetzt aber eine Auszeit genommen“, so die Ausbilderin.
Alle Vereinsmitglieder sind ehrenamtlich im Katastrophenschutz tätig. So waren sie jüngst auch beim Hochwassereinsatz in Greiz und Gera aktiv dabei.
Annett Taut betont, dass alle Rettungshunde echte Familienhunde sind. Jeder Hundeführer kennt seinen Hund ganz genau, weiß, wann es ihm gut geht oder wenn ihn was bedrückt. Der ständige Umgang mit dem Hund ist Voraussetzung dafür. Und auch an diesen Hundstagen verhalten sich die Hunde wie die Menschen unterschiedlich. Manche vertragen die heiße Witterung gut, andere weniger.
Welcher Hundebesitzer an einer Hundeführerausbildung interessiert ist, kann sich gerne beim ASB Rettungshundezug Ostthüringen und Familie Taut melden. Nach vier Wochen schnuppern, folgen eine sechsmonatige Probezeit, der Eignungstest für den Hund, die Ausbildungszeit mit anschließender Prüfung.
Jörg und Annett taut möchten an dieser Stelle allen Revierförstern und Jagdpächtern für ihr entgegengebrachtes Verständnis und ihre Hilfe sowie den Sponsoren, die die Arbeit des Rettungshundezuges unterstützen, recht herzlich danken.

Foto: Annett Taut mit ihrem Rettungshund Zola, mit dem sie auch Schulen, Kitas und
Pflegeheime besucht
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2 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 28.07.2013 | 22:22  
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Gunter Linke aus Saalfeld | 29.07.2013 | 12:54  
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