Tuckernde Traktoren, kreischende Sägen und viel fachliches Können

Die Niederböhmersdorfer Windmühle wachte über den Platz an der ehemaligen Tischlerei.
Zeulenroda-Triebes: Niederböhmersdorf |

Der 2. Holz- und Feldtag in Niederböhmersdorf ist Geschichte. Ein buntes Treiben aus tuckernden Traktoren, kreischenden Motorsägen und schmackhaften Leckerbissen lockte zahlreiche große und kleine Besucher an.

Auf dem Hof der ehemaligen Tischlerei zeigten Mitglieder eines Vereins aus Bücheloh, wie unter Verwendung eines Butterfasses traditionell Butter hergestellt und wie Stroh zu Seilen verarbeitet wird, auch wie kolossale Holzstämme von einem Meter Durchmesser in schmale Scheiben geschnitten werden. Selbst ein alter Schleifstein war in Aktion. Unter der künstlerischen Hand von Jens Baumann entstand mit der Motorsäge aus einem dicken Holzstamm ein Wildschwein. Umrahmt wurde dieses Programm von verlockenden Düften aus der Gulaschkanone, vom Grill und nach Röhrendetschern.

Vor der Tischlerei reihten sich in einer Ausstellung Traktor an Traktor: vom 'Elfer-Deutz', ein Deutz F1M414 Baujahr 1941 von Martin Schneider, einem IMT-533 DeLuxe von Michael Rogler über einen Pionier RS 01/40 von Günter Beck, den beiden FAHR D130 und D180 von Fritz Wieduwilt bis zu einem Fortschritt ZT 303-E des Vizemeisters bei der Oldtimertraktor-WM 2015, Karl Feustel, um nur einige zu nennen.

Auf dem langen Feld am Ortseingang Niederböhmersdorf wurde fleißig geackert. Gänzlich ohne Lärm pflügte sich das kraftvolle Thüringer Kaltblut 'Orlando' durchs Feld. Etwas lauter, dafür mit weniger Körperkraft verbunden, folgten die kleinen und großen landwirtschaftlichen Zugmaschinen unterschiedlicher PS-Stärke und Baujahre.

Die jüngsten Gäste der Veranstaltung fanden Unterhaltung auf der Traktor-Hüpfburg, beim Malen oder Fußball spielen. Das große Festzelt lockte am Nachmittag mit leckerem Kaffee und Kuchen. 23 Bleche Kuchen und 4 Torten wurden hierfür gebacken. Als die ersten Traktoren und Maschinen bereits wieder auf dem Heimweg waren, traf man sich erneut im Zelt und tanzte bis in die frühen Morgenstunden des nächsten Tages.

Im Unterschied zu gleichartigen Festen der Region war in Niederböhmersdorf alles in Bewegung. Ob Oldtimer-Traktor oder Ackerpflug, eine Dreschmaschine von 1941, eine Schrotmühle von 1930, alte und moderne Holzspalter, ebenso Motorsägen und auch das mobile Sägewerk von 2008 – jede Maschine ratterte oder lärmte und zeigte dem staunenden Publikum, wozu sie einst gebaut und genutzt wurde oder heute benutzt wird.

Hinter all dem steckt der Wunsch der Traktorfreunde Ostthüringens, landwirtschaftliche Traditionen und Arbeitsweisen zu bewahren, sie Kindern und jungen Leuten anschaulich zu vermitteln. Doch ohne die Hilfe zahlreicher freiwilliger Helfer aus dem örtlichen Niederböhmersdorf, diverser Sponsoren und der Stadt Zeulenroda-Triebes wäre all dies nicht möglich gewesen. Ihnen gilt ein großes und herzliches Dankeschön.
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Susanne Schaffrath aus Ilmenau | 08.08.2016 | 07:45  
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