Von Berga um das Kap der Stürme

Die Töchter Minne Nolze geb. Clauß, Gerlinde Gröger geb. Clauß und die älteste Engewl Ute Clauß mit dem Bildnis ihres Vaters Kapitän Robert Daniel Clauß. V.l.
 
Ausstellung zu Kapitän Clauß
Mit einer Gedenkfeier und der feierlichen Enthüllung einer Gedenktafel an seinem Geburtshaus in der Elsterstraße, erinnerte der Bergaer Heimat- und Geschichtsverein am vergangenen Samstag an Kapitän Robert Daniel Clauß und möchte damit eine bleibende Erinnerung an einen berühmten Seefahrer in seinem Geburtsort in Berga schaffen. Auf der Gedenktafel ist das Lieblingsschiff des Kapitäns, die „Priwall“ eingearbeitet, wie diese unter voll gesetzter Takelage segelt. „Diese Gedenktafel soll an einen großen Sohn unserer Stadt erinnern, der von der Elster hinaus in die Welt gezogen ist und die Verbindung zwischen Berga und den Weltmeeren hergestellt hat“, sagte die Vorsitzende des Vereins Sabine Richter an historischer Stätte.
Robert Clauß wurde am 12. September 1894 in Berga als Sohn des Hauptmanns Otto Clauß und dessen Ehefrau Julie geboren. Nach dem Besuch der Grundschule in Berga und Übersiedlung der Familie nach Greiz, begann 1909 die seemännische Ausbildung auf dem Vollschiff „Großherzogin Elisabeth“. Fuhr er 1911 noch als Leichtmatrose auf der „Renee Rickmars“ wurde Clauß nach der ersten Kap Hoorn Umrundung zum Vollmatrose befördert. Nach dem Steuermannspatent folgte 1922 das Kapitänspatent, das er mit Auszeichnung absolvierte. Sein erstes Kapitänskommando auf der Pamir wurde vom Schriftsteller Heinrich Hauser in einem Buch und Film dokumentiert. Weitere Kommandos übernahm Clauß auf der Priwall und Padua. Mit seinem Lieblingsschiff der Priwall segelte er 1933 in Rekordzeit von 63 Tagen nach Australien. Ab 1937 folgte der Umstieg auf Dampf- und Motorschiffe. Das letzte große Frachtgroßschiff das unter Deutscher Flagge fuhr, überführte Robert Clauß 1960 nach Travemünde, wo es als Museumsschiff zu besichtigen ist. Mit Weizen- und Salpederladungen für Reedereien umsegelte er von der südamerikanischen Westküste 35 Mal das Kap Horn, davon 15 Mal als Kapitän. Unter den „Cap Horniers“ der damaligen Vereinigung von Seeleuten, die unter Segeln diese abenteuerlichen Seefahrten glücklich und schadlos bestanden hatten, galt Clauß der 1974 verstarb, schon zu Lebzeiten als eine große Seefahrerlegende.
Frühere Veröffentlichungen im Greizer Heimatbote Nr. 9/1979, nahm der Bergaer Heimatverein zum Anlass, weitere aufwendige Recherchen zu der Seefahrerlegende Robert Clauß aufzunehmen. Das Internet half, den Aufenthalt der Töchter zu ermitteln.
Im Beisein seiner drei Töchter, Minne Nolze, Gerlinde Gröger und Engel Ute Clauß wurde im „Spittel“, die über Jahre von den Mitgliedern des Heimatvereins zusammengetragenen Dokumente und Erinerungen an die Familie Clauß und ihre Zeit in Berga vorgestellt und sind zu besichtigen. Ausführliche Dokumentationen hierzu haben die Mitglieder des Vereins in den „Eichenblättern“ Heft Nr.6 veröffentlicht, informierte das Mitglied des Vereins Kurt Serwotke.
In zwangsloser Runderte erzählten die Töchter von ihrem Vater, der ihnen des öfteren die Möglichkeit einräumte, ihn auf seinen Fahrten zu begleiten. Besonders Minne Nolze fühlt sich mit der Viermastbark „Passat“ verbunden, erlebte sie doch wie ihr Vater den Großsegler von Hamburg nach Travemünde überführte und er schrieb hierzu eigenhändig: „Kapitän, Passat 10.03.1959 – 31.05.1960, Ende – Robert.D.Clauß“. In diesen knappen Angaben schwingt viel Wehmut mit, es war das Ende der Fracht-Großsegler in Deutschland, was unser Vater wohl nie überwinden konnte. Mit Führungen kann man sich an Bord der „Passat“ von Minne Nolze in die Vergangenheit entführen lassen.
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