Stadt- und Dorfkirchenmusiken im Weimarer Land

Wer schreibt, der bleibt ... (Arbeit mir Apoldaer Erde von Uwe Appold - Marktpassage Apolda)
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  • Wer schreibt, der bleibt ... (Arbeit mir Apoldaer Erde von Uwe Appold - Marktpassage Apolda)
  • Foto: Uwe Appold
  • hochgeladen von Viola-Bianka Kießling

Stadt- und Dorfkirchenmusiken 2015
20. Juni – 19. Juli 2015

„Musik als Partner von Bild und Bibel - Auf den Spuren von Lucas Cranach &
Hommage - Appold in Apolda“

Die Kunst der Reformation entwickelt eine neue Wort- und Bildsprache. Einer der herausragenden Vertreter hierbei war Lucas Cranach. Bis in die Gegenwart hinein finden seine Bildschöpfungen Nachfolger und Bewunderer. Seine Gemälde und Zeichnungen wurden zur Quelle künstlerischer Herausforderung verschiedenster Genres. Diesem Wegbereiter folgend, will die Konzertreihe 2015 aufzeigen, auf welche Weise sich in den nachfolgenden Jahrhunderten die Beziehung zwischen biblischen Themen in der bildenden Kunst und deren Interpretation durch die Musik entwickelt hat. Der Bogen der zugrundeliegenden Darstellungen biblischer Themen reicht dabei von den Davidinterpretationen Michelangelos, Peter Paul Rubens oder Caravaggios zu Peter Breughel und Caspar David Friedrich, Johan Christian Clausen Dahl und Ludwig Richter, Jean Leon Geromes, Hans Hofmann, Gert Weber und Uwe Appold. Und auch die weniger bekannt gebliebenen Meister der Tonnengewölbe und Kirchenemporen in der Region, wie der Kölledaer Zimmermaler Gebhardt, sollen nicht vergessen werden.

Darüber hinaus durchziehen ganz speziell Werke des Flensburger Malers und Grafikers Uwe Appold aus der Ausstellung „Hommage - Appold in Apolda“, die zeitgleich in Apolda zu sehen ist, die zehn Konzerte.
Beginnend mit dem 1999/ 2000 entstandenen Zyklus „Sieben Kreuze zu den letzten Worten“, dessen Malflächen Teile der letzten Worte Christi als Engramme einbinden - bis hin zu dem Zyklus „Bedroht und getragen“, der anschaulich vergegenständlicht, dass die seit Jahrhunderten lebendigen Gebete (Psalmen) auch von uns und unserem Dasein handeln, wird die Musik ebenso von den letzten Kreuzesworten (eine Auftragskomposition an Johannes Matthias Michel) bis hin zu hebräischen Psalmengesängen eine weitgefächerte Sprache finden.
In der vielfältig engagierten Künstlerfamilie Appold gab es in der Vergangenheit auch Komponisten und Musiker, die die kreative Gesamtheit dieser Familie ausmachen. Der Kammermusikus und spätere Darmstädter Hofkapellmeister Georg Valentin Appold (1793- 1825) hinterließ der Nachwelt mehrere Werke, die leider 1944 fast alle verbrannten. Es verblieben ein Fagottkonzert sowie zehn Takte zweier Flötenkonzerte. Beide Kompositionen bzw. Kompositionsfragmente sollen in der Konzertreihe in neuen Interpretationen vorgestellt werden. Das „Fagottkonzert“ wird hierfür in eine Fassung für Bläserquartett und Harfe überführt und die zehn Takte der Flötenkonzerte werden zur Basis einer Improvisation innerhalb verschiedener musikalischer Wiederentdeckungen. Auch hier findet der Hörer den direkten Bezug zur bildenden Kunst. Ganz aktuell entstand 2013/ 2014 der Zyklus „Wer schreibt, der bleibt…“ mit Apoldaer Erde, welcher die Katalogeintragungen der zehn letzten Takte der Flötenkonzerte des Darmstädter Kapellmeisters Valentin Appold künstlerisch als skriptuares Werk umsetzt.

Und noch aktueller wird der Thüringer Maler und Grafiker Gert Weber - getragen von den Tönen der historischen Liszt-Orgel Denstedt mit ihrer Winddrossel - in Echtzeit ein Kunstwerk entstehen lassen.

Viola-Bianka Kießling
nähere Infos unter: http://weimarerland.de/kultur/Stadt_und_Dorfkirche2015.pdf

Autor:

Viola-Bianka Kießling aus Apolda

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