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Arnstadt aktuell, 15. Februar 2017: Panikmache unbegründet - Angeblichen Atombomben existieren nicht!

Wo: Stadtverwaltung, Markt 1, 99310 Arnstadt auf Karte anzeigen
Rund um die Gedenkstätte im Jonastal ranken sich immer noch viele Geheimnisse. Immer wieder treiben hier dubiose "Schatzjäger" und selbst ernannte Hobbyforscher ihr Unwesen. Foto: Andreas Abendroth
Rund um die Gedenkstätte im Jonastal ranken sich immer noch viele Geheimnisse. Immer wieder treiben hier dubiose "Schatzjäger" und selbst ernannte Hobbyforscher ihr Unwesen. Foto: Andreas Abendroth
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Angeblicher Atombombenfund im Jonastal – aktueller Stand Februar 2017

In einer Presseinformation informierte heute die Stadtverwaltung Arnstadt über den Ermittlungsstand zu dem angeblichen Atombombenfund im Jonastal. In dem Schreiben wird mitgeteilt:
"Anfang vergangenen Jahres wurde ein sogenannter "Kampfmittelverdachtspunkt“ im Jonastal bei der Polizeistation Arnstadt angezeigt.
Zuständigkeitshalber hat sich die Stadt Arnstadt als allgemeine Gefahrenabwehrbehörde gemäß des Thüringer Ordnungsbehördengesetzes des Sachverhalts angenommen.
Der Anzeige des Kampfmittelverdachtspunktes liegen Messdaten eines privaten Sondengängers zugrunde, welcher im Rahmen der Auswertung mittels 3D-Software zu dem Schluss gekommen ist, dass sich am Standort „Hamster“ fünf „nukleare Sprengsätze“ befänden.
Das angebliche Vorhandensein von „nuklearem Material“ im Raum Arnstadt wird in größeren Abständen immer wieder thematisiert, wobei die handelnden Personen immer dieselben sind.
Bereits 2008 hatte die Landesregierung den Landtag dahingehend informiert, dass es sich bei den angeblichen Restkontaminationen von Kernwaffenversuchen aus der Zeit des Nationalsozialismus im Gebiet Ohrdruf um Radiocäsium aus der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gehandelt hat und keinesfalls um Restkontaminationen aus Kernwaffenversuchen früherer Zeit.

Die bekannte Historie zum Versuch der Kernwaffenentwicklung in der Zeit von 1933 bis 1945 schließt das Vorhandensein von nuklearem Material bzw. daraus entwickelten Sprengsätzen am Standort Jonastal sicher aus.

Ungeachtet dessen hat die Stadt Arnstadt unmittelbar nach Anzeigenerstattung unter Einbeziehung einer Fachfirma eine Gefahrenbewertung hinsichtlich eines möglichen nichtnuklearen Kampfmittelverdachts durchgeführt. Der Kampfmittelverdacht bestätigte sich nicht.
Die Stadtverwaltung hat daher Informationen zur genauen Lage des Verdachtspunktes sowie zur Qualität und Belastbarkeit der Messergebnisse nachgefordert. Diese Informationen wurden durch einen anerkannten Sachverständigen geprüft und gemeinsam mit dem Einreicher des Kampfmittelverdachtspunktes erörtert. Dabei konnte der Nachweis des Vorhandenseins möglicher nuklearer Sprengsätze nicht einmal ansatzweise erbracht werden.

Die vorgelegten Messergebnisse konnten weder überprüft, noch wiederholt werden. Die vorgelegten grafischen Darstellungen des Sondengängers sollen sogenannte „Anomalien“ im Untergrund darstellen, was in einem Muschelkalkgebiet aufgrund der zahlreichen Hohlräume durchaus gegeben sein kann. Die Auswertung der Messdaten mittels einer speziellen 3D-Software sollte dann den angeblichen Nachweis der Existenz von Atombomben erbringen.
Allerdings sind Art und Menge der verwendeten Messdaten in Verbindung mit den nicht nachvollziehbaren Softwarealgorithmen aus gutachterlicher Sicht nicht ausreichend, um einen derartigen Schluss zu ziehen.

Zusammenfassend kommt die Stadt Arnstadt im Rahmen der Gefahrenbewertung zu dem Ergebnis, dass keinerlei Gefahr für die öffentliche Sicherheit vorliegt. Die Bürger der Stadt Arnstadt und der umliegenden Gemeinden können daher völlig sicher sein, dass in ihrem Umfeld keine gefährlichen Kampfmittel und schon gar keine angeblichen Atombomben existieren".

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