Getrommelt und gepfiffen - und zwar international

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Zum Abschluss der Interkulturellen Woche im Ilm-Kreis stieg in der Volkshochschule Arnstadt die Dezibel-Zahl. Wer Zeuge des gemeinsamen Trommelkurses von Jung und Alt, Menschen mit und ohne Handicap, nationaler oder internationaler Herkunft werden wollte, konnte das "Epizentrum" kaum verfehlen. Parterre unten links. Die Show ging ab in einer Räumlichkeit, die sonst als Entspannungsraum genutzt wird.
Natürlich gehört in solch eine Veranstaltung fremdländische Kultur. Und so reiste unter anderem auf Einladung Conny Stegers, der Trommelfrau in der VHS, Abdoul Aziz Sinka aus Berlin mit seinem Gastmusiker Moussa Coulibery und Tänzerin Aisha Camara an. Eigentlich stammen die drei aus Burkina Faso, sind aber schon fast ein Jahrzehnt in Deutschland. Abdoul Aziz arbeitet in der Bundeshauptstadt als Lehrer, Komponist und Schauspieler, gründete dort das Ensemble "Lanaya" - zu deutsch: Vertrauen. Musik ist für ihn etwas Besonderes. Während der Interkulturellen Woche waren er und seine Begleiter in Schulen und Institutionen unterwegs, um den Menschen ihre Kultur näherzubringen.
"Thüringen ist ein schönes Land", sagt Abdoul Aziz in gutem Deutsch. Aber er musste auch feststellen, "dass die Kinder hier sehr wenig über Afrika wissen." Also erzählt er Geschichten aus seiner Heimat. Zum Beispiel, dass die Trommeln früher - als es weder Fernsehen noch Radio gab - als Mittel der Kommunikation dienten. Oder dass die Schlagstöcke aus dem Holz der Mahagonibäume gefertigt und die Trommeln meist mit Ziegenleder bespannt sind. In Afrika werden über 3000 Sprachen gesprochen, mehrere hundert davon allein in Burkina Faso, das im Westen Afrikas neben Mali und Ghana liegt.
Vom Trommeln hat Moussa ungefähr einen halben Zentimeter Hornhaut auf den Handflächen, die ständig eingecremt werden müssen. Doch wenn er seine Trommel umhängt, kennt er keinen Schmerz und zeigt beim Lachen seine blitzenden Zähne. Abdoul Aziz lässt derweil seine Füße tanzen und sagt dann zu den Kindern: "Ich tanze sonst nie. Aber heute habe ich getanzt, weil ihr gut gespielt habt!" Die Kinder sind mit Feuereifer dabei, achten auf jede Handbewegung der beiden Musiker.
"Die Woche hier hat mir sehr viel gebracht", sagt Abdoul Aziz, der sehr gern mit Kindern arbeitet. "Ich habe etwas gegeben und eine Menge zurückbekommen". Möglicherweise hat Thüringen das dunkelhäutige Ensemble nicht zum letzten Mal gesehen. Die Partnerschaft mit Conny Steger und ihren Trommlern will Abdoul Aziz Sinka erhalten.

Autor:

Jana Scheiding aus Arnstadt

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