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Leben im Guglhupf: Im ehemaligen Wasserturm kann man jetzt wohnen und die Aussicht auf die Stadt genießen

Der Wasserturm auf dem Arnsberg wurde 1926 wegen chronischer Wasserknappheit in der Stadt gebaut.
Der Wasserturm auf dem Arnsberg wurde 1926 wegen chronischer Wasserknappheit in der Stadt gebaut.
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Arnstadt. „Wenn ich Interessenten durch den Wasserturm führe, entsteht schon ein Aha-Effekt“, sagt Ingo Budzisch. Wohnen im Turm – das sei „einfach mal was anderes“.
Zunächst standen die Signale auf Hotelnutzung, als die ProWohn Immobilien AG 2007 den Wasserturm erwarb. Doch weil das Konzept nicht aufging, sattelte man um und baute sieben Wohneinheiten, Lofts genannt, in den 1926 von der Wasserwirtschaft Arnstadt erbauten Turm auf dem Arnsberg. „Das technische Einzeldenkmal entstand in der Blütezeit des Eisenbetonbaus“, weiß ProWohn-Vorstand Budzisch. Eine Tatsache, die den Diplomingenieur freut, weil der Turm dadurch trotz mehrjährigem Leerstandes noch sehr gut erhalten ist.
Budzisch beschreibt das Bauwerk als Guglhupf – wegen der innen liegenden Wendeltreppe. Dort befand sich 85 Jahre lang der 1000 Kubikmeter Wasser fassende Behälter, der innerhalb der Umbauzeit von dreizehn Monaten mit dem Schneidbrenner in Einzelteile zerlegt wurde. Teile des Aluminiumdaches verwandelte der Arnstädter Maler Dorsten Glauke in bizarre Kunstwerke, die 2012 in einer der neu entstandenen Wohnungen bewundert werden durften.
„In der Kleinstadt individuell und exklusiv wohnen“, so lautet das Credo des Projektes, mit dem der Investor zeigen will, „was man aus Totgesagtem mit Kreativität noch machen kann.“ Denn viele hatten das von weitem sichtbare Wahrzeichen Arnstadts bereits abgeschrieben. Der Turm war in den Zwanzigerjahren von der Firma Lotz & Gerhardt erbaut worden, weil in der Stadt chronische Wasserunterversorgung herrschte.

Hintergrund:
Kosten bei Erbauung 1926: 130.000 Reichsmark
Höhe: 27,5 Meter, 17 Meter Durchmesser
Bis 2002: Vorrats- und Ausgleichsbehälter, dann Leerstand
2008 Beginn der Sanierung
Heute: Sieben Lofts auf sieben Etagen – 4 mit etwa 130; 3 mit 150 qm
Insgesamt 1000 qm Wohnfläche
Investition: 1,5 Millionen Euro

Der Wasserturm auf dem Arnsberg wurde 1926 wegen chronischer Wasserknappheit in der Stadt gebaut.
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Ein Querschnitt durch die Wohnräume. Es gibt keine Türen.
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Treppenhaus mit angebautem Turmteil für den Aufzug.
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Eine Runde durch die runde Wohnung. Wunderbar geeignet für Leute, die gern repräsentieren.
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Viel Geschirr fasst die Küche nicht. Hier gilt das Prinzip: Weniger ist mehr.
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Die Räume sind fast alle offen. Um auf Heizkörper verzichten zu können, wurde überall Fußbodenheizung installiert.
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Blick ins Badezimmer mit freistehender Wanne.
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Blick in die Küche.
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Blick nach oben durch das Treppenhaus.
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Fast ein wenig spacig - so wohnt es sich im Rund.
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Wunderbare Aussicht über Arnstadt und wenn das Wetter gut ist, sogar bis Erfurt.
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