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Uhrendesignerin Claudia Schubert führt Lebenswerk ihrer Urväter fort

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Claudia Schubert mit einer ihrer Camico-Taschenuhren für Damen.
Claudia Schubert mit einer ihrer Camico-Taschenuhren für Damen.
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Arnstadt. Claudia Schubert ist eine Frau mit facettenreichem Leben. Sie war erfolgreiche Geräteturnerin und Reiterin, ging Anfang der Neunzigerjahre als Au pair in die USA, machte die Popgymnastik im Ilm-Kreis salonfähig und verkaufte Automobile. Ihre berufliche Karriere begann sie als Glasmacherin. „Ich war ein Wendekind und gehörte zur letzten Generation, die Berufsausbildung mit Abitur machen durfte“, erinnert sie sich. Die Berufswahl war der familiären Tradition geschuldet. Schuberts Ur-Urgroßvater, Carl Mittelbach, hatte 1904 in Langewiesen seine Fabrik – Mittelbach und Co. KG (Camico) - gegründet, die Thermometer, Glasinstrumente, Metallwaren, Isolierflaschen und Butterdosen herstellte. Großvater Karl führte das Unternehmen nach dem Krieg bis 1972 fort. Nach der Enteignung wurde aus Camico „Thermos“ – ein staatlicher Betrieb der DDR.
Eines Tages, lange nach der Wende, sortierte Claudia Schubert Unterlagen und stieß dabei auf ein altes Schwarz-Weiß-Foto, auf dem die abgebildeten Herren Taschenuhren trugen. Dieses Bild ließ die Frau nicht mehr los. „Ich liebe Glamour und Glitzer und ich wusste, dass ich aus dieser Tradition etwas machen würde.“ Der Name Camico – gebildet aus den Initialen der Firma – war frei für Schuberts Pläne. Seit 2010 werden unter diesem Label keine Thermoskannen mehr produziert, sondern wertvolle Damenuhren, die im Deckel eine aufgehende Sonne und hand gefasste Swarovskisteine tragen. Die Glamour-, Sport- und Klassikausführungen nennt Claudia Schubert liebevoll „meine Säulen der Weisheit“. Das Quarzwerk kommt aus der Schweiz, das Gehäuse aus Hongkong und gefertigt werden die Zeitmesser in Ruhla. Das Besondere: Sie müssen nicht am Handgelenk getragen werden. Ein Clip macht sie flexibel für Ketten, Lederbänder oder Gürtelschlaufen.
Wenn Claudia Schubert von ihren Uhren erzählt, glänzen ihre Augen träumerisch. Die Unternehmerin hat sich einen großen Traum erfüllt und gleichzeitig dem Namen ihrer Vorfahren wieder Leben eingehaucht – getreu dem Motto Thomas Manns: „Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“ Ihren Siegeszug haben die ungewöhnlichen Uhren in Arnstadt angetreten. Seit vergangenem Jahr wollen sie hinaus in die Welt. Der Erfolg macht Schöpferin Schubert glücklich: „Meine Uhren liegen in Katar im Kaufhaus neben Produkten von Louis Vuitton.“

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