"Falknerei versus Tierschutz“
Die Burg "Greifenstein" und Ihre Greifvögel

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"Falknerei versus Tierschutz“

Bei einer lohnenswerten Wanderung in der Umgebung und auf der gut erhaltenen und restaurierten Burg „Greifenstein“ mit einer hervorzuhebenden, kulinarischen Versorgung im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, kommt man unwillkürlich auch mit der dort ansässigen Falknerei und den gebotenen Vorführungen in „Berührung“.
Hier kann man diese anmutigen, stolzen Greifvögel (Reihenfolge der Bilder) den Seeadler (Heimat Europa/Asien) den Weißkopfadler (Heimat Nordamerika), den Aguja (Heimat Südamerika), den Steppenadler (Heimat Asien) und andere in „gebührenden Abstand“ mit dem Teleobjektiv und auch bei einigen Vorführungen „hautnah“ oder „Aug in Aug“ erleben.
Oftmals heißt es für die Besucher auch „Kopf einziehen“. Nur knapp überfliegen die Vögel die Köpfe der Zuschauer, angelockt durch Futter. Begleitend informiert der/die Falkner über Lebensräume und Besonderheiten seiner Tiere. Nach einer knappen Stunde haben alle Tiere getrennt voneinander ihre Runden über den Köpfen der Zuschauer gedreht, sitzen wieder angebunden vor ihren Holzhütten, satt und scheinbar gesund und zufrieden.
Trotz der sehr professionellen Flugschau und den umfangreichen Informationen, sowie der sehr ordentlichen Unterbringung der Greifvögel habe ich mir als realer,nicht militanter Tierschützer und Naturfreund bei dem Anblick dieser graziösen Greifvögel doch so meine Gedanken gemacht. Man assoziiert den Adler doch häufig in Sprüchen, Liedern und/oder auch indianischen Weisheiten immer mit „der Freiheit und der Weite des Landes“ u.a. Als Hobbyflieger kann man hier auch einiges nachempfinden und bewundert die Flugfähigkeit dieser faszinierenden Greifvögel beim dem durch die Lüfte segeln, gleiten und den Sturzflügen während der Jagd.

Hier nur zwei zutreffenden Weisheiten/Sprüche im Zitat:
Solange der Adler jagt und fliegt, lebt diese Welt.
Doch fliegt und jagt der Adler nicht mehr, stirbt diese Welt
(Indianische Weisheit)
Setz einen Adler in den Käfig und er wird in die Stäbe beißen,
ob sie nun von Eisen oder von Gold sind.
(Henrik Ibsen)

Andererseits sollte man doch einmal ansprechen dürfen, dass es hier doch einige „Reibungspunkte“mit dem Jagdwesen, der Tradition der Falknerei, dem Artenschutz und dem "Tierschutzgedanken" bestehen.

z.B. Meinungen von
Befürwortern zitiert:
Weil für die Haltung von Greifvögeln und zur Ausübung der Falknerei erhebliches Fachwissen nicht nur erforderlich ist, sondern auch staatlich geprüft wird. Anders sieht es da aus bei der Haltung von Hamstern, Kaninchen, Wellensittichen etc. Die Falknerei ist die Haltungsform, die den natürlichen Anforderungen der Vögel und der artgerechten Tierhaltung am nächsten kommt.“

Gegnern zitiert:
Weil die Greifvögel durch Handfütterung aufgezogen werden und
Sie bereits sehr früh in ein unnatürliches Abhängigkeitsverhältnis gedrängt werden und den Menschen quasi als Partner aussuchen! Außerdem gehören Greifvögel
(Wildtiere) nicht in Gefangenschaft gehalten und "abgerichtet" -deshalb ist Falknerei definitiv Tierquälerei!!!

Da die Anbinde Haltung (die immer noch gemacht wird) bei flugfähigen und lange Distanzen zurücklegenden Vögeln-keine artgerechte Haltung ist.

Ich werde mich aber mit meiner persönlichen Meinung weder in die Reihen von „Pro“ noch von „Kontra“ begeben, ich rate aber jeden dieser „Pro-und Kontra-Fraktionen“ sich einmal gründlich mit der in Folge benannten sehr interessanten, lehr- und umfangreichenreichen Studie zu dieser Thematik zu beschäftigen.

Titel: Falknerei versus Tierschutz (versus= gegenübergestellt)“
Abschlussarbeit zur Erlangung der akademischen Bezeichnung
„Akademischer Jagd Wirt“ im Rahmen des Universitätslehrganges
Jagd Wirt/in Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (IWJ)
Department für Integrative Biologie und Biodiversitätsforschung
Eingereicht von: Dornauer Reinhard, MB

Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft
Department für Integrative Biologie und Biodiversitätsforschung
Wien, September 2015

Ein Wildtier angebunden zu halten ist unzulässig und selbst bei Haustieren
nur sehr restriktiv(ein-ge–be-schränkend) erlaubt. Der Vergleich mit dem Anleinen von Haustieren oder Hunden ist in mehrfacher Hinsicht nicht angebracht - Haustiere und/oder Hunde sind domestiziert (Haustiere oder Kulturpflanzen aus Wildformen gezüchtete, bzw. bei Tieren gezähmt). Diese spüren Ortsveränderungen über
Umweltreize und Ablenkungen mit optischen, olfaktorischen(den Geruchssinn, den Riechnerv betreffend) und akustischen Wahrnehmungen.

Bei Greifvögeln gibt es keine positive, soziale Verstärkung, sie wollen z.B. im Gegensatz zum Hund nicht gestreichelt werden. (Ausnahmen bestätigen die Regel)
Deshalb kommt für sie als Verstärkung nur die Belohnung mit Atzung
(in der Jägersprache = Fütterung, Nahrung junger Greifvögel) in Frage.

„Der Mensch kann den Greifvogel nie zwingen, etwas zu tun. Er kann nur erwünschtes Verhalten belohnen.
( Zitat :Richter, 2011)“

Selbst bei den “Falknern“ gibt es doch auch unterschiedliche Auffassungen und auch Abrichte- Methoden – z. B. Zitat eines Falkners:
„Ich kann auch einen Papagei mit Geduld und Belohnung dazu bringen, ohne jedes Zwangsmittel auf die Hand zu kommen. Das geht ebenso bei Greifvögeln, wenn tatsächlich ein Vertrauensverhältnis besteht!“

Nach der Tierschutzorganisation „PETA“ "ist die Falknerei in einer modernen Gesellschaft mit moralischen Grundsätzen und in einem Land, in dem der Tierschutz Verfassungsrang hat, weder zu rechtfertigen noch zu verantworten und muss endlich verboten werden. Ende des Zitats!"

Zur Haltung und Vorführung von Greifvögeln benötigt man einen Sachkundenachweis und die Erfüllung „der Richtlinien Mindestanforderungen an die Haltung von Greifvögeln und Eulen“!
Auch als realistischer aktiver Tierschützer und Vet.Ing. habe ich zusätzlich aus der Erkenntnis der o.g. Wiener Studie zur Thematik - meine eigene Meinung zu dieser speziellen Materie gefestigt und kann mich aber nach wie vor am Anblick dieser eleganten und geschmeidigen Greifvögel (auch in einer geprüften Falknerei) immer noch erfreuen und ein Besuch lohnt sich allemal!!!

Eckehard Dierbach
(eigene Bilder vom Juni 2018-Zustimmung der Falkner und der "Greifvögel liegt vor)

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