Aktuelle Wolfssichtung in Thüringen (Hohenwarte-Stausee)
"Thüringer Wölfe"

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Sach-Beitrag zur aktuellen „Wolfssichtung“ von Urlaubern aus Hamburg in der Gegend um den Hohenwarte Stausee (TA Artikel Freitag) und neuste Sichtungen der „Ohrdrufer Wölfin“ und Nachkommen!
Wie kaum bei einem anderen Tier kommt das öffentliche Interesse immer wieder zum Ausdruck und in mehr oder auch weniger sachkundigen Debatten „kochen“ die Emotionen von „Befürwortern und Gegnern“ einer Wolfspopulation hoch! Je nach der jeweiligen realistischen Begegnungen und Vorkommnissen bei/mit Schäfern und anderen Tierhaltern, Wolfsforschern, Politikern sowie in Diskussionen und Publikationen und „sogenannten Expertenrunden“ fasziniert , interessiert und verängstigt, „der Wolf“ die Menschen seit dem Wölfe sich wieder auch in Deutschland angesiedelt haben.
Die Zahl der Wölfe in Deutschland steigt weiter an. Bundesweit seien nach jüngsten Daten 73 Rudel und damit 13 mehr als im Vorjahreszeitraum bestätigt, teilte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit. Neue Erhebungen aus den Bundesländern zeigen auch einen Anstieg der Wolfspaare von 21 auf aktuell 30. Die Auswertung des sogenannten Wolfsmonitoring für 2017/2018 ergab zudem drei sesshafte Einzeltiere.
Zu einem Rudel zählen 8-10 erwachsene Tiere,(diese werden nur gezählt) mit entsprechenden Nachwuchs bei Verpaarung der Leittiere, ein Wolfsrevier umfasst immerhin bis zu 250 Quadratkilometer(15x15km) und Wölfe können bis zu 75 Km. laufen.
Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen gibt es wohl weltweit 13 Wolfsarten und Unterarten - der Europäische Wolf (Canis lupus) hat meist ein hell-graues Fell mit eine auffällige Mähne im Winterfell, mit Sommerfell erscheinen diese hochbeinig und eher mager. Die Sichtung eines Wolfes, in unseren Thüringer Breitengraden ist wohl wie nun schon mehrfach bestätigt, sicher nicht unrealistisch aber doch bis jetzt – je nach „Sichtweise“ und „Begegnungssituation“ - noch ein mehr oder weniger „Glücksfall“.
Man muss kein „Kynologe“ (Verhaltensforscher für Hunde) sein, um zum Beispiel einen Dackel, Mops oder Chiwawa von einem Wolf oder Schäferhund unterscheiden zu können, obwohl der Wolf doch der Stammvater aller der ca. 500 vorkommenden Hunde-Rassen auf der Welt sein soll.
Nicht nur in der DAN dem Wolf genetisch und dem äußeren Erscheinungsbild am nächsten steht wohl in unseren Breitengraden der tschechoslowakische Wolfshund (Bilder)- hier gab es 1958 eine gewollte direkte Erst- Verpaarung einer Wölfin mit einen Deutschen Schäferhund-Rüden in unserem Nachbarsland mit einer entsprechender Zuchtpopulation.
Auch der graue deutsche Schäferhund (Bilder) hat mit seinen genetischen Dispositionen im Erscheinungsbild doch eine starke Ähnlichkeit mit dem des Wolfs- Habitus. Selbstverständlich ist die Verpaarung eines Wolfes mit einem Haushund einer entsprechenden genetischen Dispositionen (Größe, Anatomie u.a.) biologisch möglich (wissenschaftlich, objektiv nachgewiesen im Ilm-Kreis- Wolfs – Mischlingen - Wolf und Hund -Labrador -Hybriden-Genotypen) sowohl in der Literatur und bestimmten Publikationen auch beschrieben und realistisch. Und diese Situation „sorgt“ nun wieder für neuen „Diskussionen/ Stoff“ aus einer völlig anderen „Perspektive“!
Für mich persönlich als Natur und Tierfreund ist „der Wolf“ ein sehr schönes und faszinierendes Wildtier und ich hatte das „Glück“ diesem beeindruckenden Wesen (bei einer Naturparkführung mit einer Zoologin in Nord Italien (Monte Rosa Vorgebirge) einem respektvollen Abstand und im Beisein meiner beiden Hunde zu begegnen. (Bilder)
Aber als gelernter Landwirt/Tierwirt kann ich mich natürlich in die Sichtweise eines geschädigten Tierhalters mit getöteten und verendeten Herde und/oder Einzeltieren und den Spätfolgen hinein versetzen. Wenn man einmal die Wolfsrisse an Schafen und auch Fohlen vor Ort gesehen hat.
Auch die immer noch mit großem bürokratischem Aufwand erfolgten, staatlichen Entschädigungen, erhöhten Kostenaufwand sind da für einen geschädigten Schäfer und/oder anderen Tierhalter kein entsprechendes Äquivalent um größere Verluste auszugleichen. Da insbesondere die Folgen mit subjektiven Schädigungen und auch die negativen Nachwirkungen bei den Tieren innerhalb einer Herde noch sehr nachhaltig sind, nach so einer Wolfsattacke sind und kaum eine Beachtung finden.
Nach meiner bescheidenen Meinung, aber auch jüngster realistischer Bestätigung, werden wohl auch Herdenschutzhunde und hohe elektrische Zäune bei einem Angriff auf Haustiere durch eine größere Wolfspopulation kaum etwas entgegen setzen k Man darf und sollte aber die Tatsache nicht unterschätzen, dass Wölfe - Wild und Raubtiere sind und als ausgeprägt, intelligent und anpassungsfähig gelten.
Ein Raubtier wird instinktiv immer versuchen mit dem geringsten Aufwand an Energie - Beute zu machen.
Und so sind Haustiere, insbesondere Schafe und Ziegen u.a. immer noch leichtere Beute für Wölfe, als Rehe und/ oder Wildschweine die zudem noch sehr wehrhaft sind, unabhängig ob diese gesund, schwach oder krank sind!
Deshalb kann man aber natürlich keine Schuldzuweisung gegenüber den Wildtieren/Wölfen treffen, auch wenn das natürlich die geschädigten Schäfer und Tierhalter anders sehen werden.
Der Wolf ist natürlich auch „nicht böse oder blutrünstig“, denn er verteidigt und verschafft nur für sich und seine Nachkommen aus seinen natürlichen Instinkten heraus seine Ressourcen!
Vom Fuchs kennt man es, das diese wenn einmal in den Hühnerstall gelangt sind, stets mehrere Tiere reißen und/oder auch töten.
So ist auch der Wolf ein Fress-Opportunist (zweckmäßig handeln, um sich der jeweiligen Lage anzupassen und einen Vorteil daraus zu ziehen).
Die Wahrscheinlichkeit das Menschen von gesunden Wölfen angegriffen werden ist sehr gering, aber wenn der Wolf in die Enge getrieben wird und/oder diese Ihre Beute- Ressourcen und/oder den Nachwuchs verteidigen, dann reagieren sie eben in der Regel wie alle Raubtiere.
Auch sollte man an die notwendige gesetzlich verankerte Naturschutz/Pflege bestimmter Landstriche erinnern und in dem Zusammenhang an die ohnehin schon schlecht bezahlten Wanderschäfer und andere Tierhalter oder die Nutzung anderer Tierarten (z.B. best. Rinder u- Pferderassen, Ziegen, Schalenwild/Gatterwild – in Ganzjahreshaltung)
Ohnehin ist die Ansiedlung und Größe einer Wolfspopulation und deren Revier von dem verfügbaren Nahrungsangebot aber auch von ausreichenden und genügend Rückzugsgebieten für diese Tiere abhängig. Und da habe ich bis auf sehr wenige Ausnahmen sicher berechtigte Zweifel für die Thüringer Wald und die anderen Landschaftsgebiete.
Es ist sicher viel einfacher wenn man nur „Contra“ oder nur „Pro“ zu einer Wolfsansiedlung steht –aber wenn man den Wolf als faszinierendes Lebewesen sieht, gleichzeitig aktiver Tier- und Naturschützer ist, aber auch als gelernter Tierwirt/Landwirt und Veterinär denkt, kommt man doch in persönliche, schizophrene „Entscheidungsschwankungen“.
Zwischen den Befürwortern und Gegnern, Wolfsforschern, Tierwirten, Schäfern Heimtierhaltern, Jägern und Anwohnern in der Nähe von entsprechenden Wolfspopulationen wird es sicher noch so manche Diskussion geben und wohl auch notwendig sein.
Es wäre wünschenswert, wenn im Nachklang auch entsprechend gemeinsames, vernünftiges konstruktives Handeln aller Bundesländer, mit den Erfahrungen anderer europäischen Wolfs- Länder in Europa - im Interesse „Aller“ also auch der Wölfe und auch der Haustiere und dem Mensch erreicht würde.
Eckehard Dierbach (Plaue) Bilder 1/2 Wolf in freier Wildbahn (Oberitalien), 3/5 Tschechoslowakischer Wolfshund „Blaide“ (Wesenstest)– und 6/9 grauer deutscher Schäferhund „Bruno“

Autor:

Eckehard Dierbach aus Arnstadt

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