Manches ist Frevel - Beschädigte Bäume in Gehrens Stadtwald

Die Bäume - einfach in der Mitte abgesägt - treiben jetzt nach unten aus und verbuschen.
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  • Die Bäume - einfach in der Mitte abgesägt - treiben jetzt nach unten aus und verbuschen.
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Wer durch den Stadtwald spaziert, wird - sofern naturverbunden - verwundert stehen bleiben. Stellenweise bietet sich dort ein Bild der Verwüstung. Abgesehen von Flaschen, Büchsen und Papier, die im Wald nichts zu suchen haben, gibt auch eine Vielzahl Bäume ein trauriges Bild ab. Junge, gesunde Bäume wurden in der Mitte abgeholzt und mit Nägeln oder Strick zu einem Pferch zusammengeschustert. Will sich hier jemand für den Survival-Trip á la Rüdiger Nehberg vorbereiten oder ist‘s einfach grober Unfug?

"Wenn wir von Beschädigungen oder Verschmutzung im Wald Kenntnis erlangen, wird Anzeige gegen Unbekannt erstattet", erläutert eine Sprecherin der Stadtverwaltung das Prozedere. "Leider wird das Verfahren wegen Nichtermittlung meistens eingestellt."

Henry Kühn vom Bauhof Gehren sieht die Sache mit dem Survivalcamp im Wald nicht ganz so verbissen. "Als ich Kind war, haben wir uns im Wald auch Hütten gebaut. Das wächst doch alles nach. Aber dass dort Müll und Grünabfälle abgelagert werden, ist eine Schweinerei", schimpft er. Dabei hat die Stadt schon vor längerer Zeit - weil nichts mehr verbrannt werden darf - eine Grünschnitt-Annahmestelle eingerichtet, wo gegen einen Obulus Gartenabfälle entsorgt werden können. Kühn, der ab und an mal mit der Kamera durch den Wald geht, stellt immer wieder fest, "dass der Müll nur am Waldesrand abgelegt wird". Also in besiedelten Gebieten.

Forstingenieur Holger Apfel aus Ilmenau kann das, was da in Gehrens Wald passiert, nur als Frevel bezeichnen. Zwar fiele bei gesundem Baumbestand ein Ausfall von 10 Prozent kaum ins Gewicht, doch "wenn es flächendeckend geschieht, ist das ein hoher wirtschaftlicher Schaden", meint Apfel. "Im Übrigen verstößt, wer Bäume beschädigt, gegen das Waldgesetz. Grundsätzlich darf sich jeder im Wald aufhalten und dort auch Pflanzen, Pilze oder Blumen mitnehmen. Aber nur für den eigenen Verbrauch. Verboten ist jedoch, Bäume zu beschädigen."

Autor:

Jana Scheiding aus Arnstadt

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