Von 3 bis 15 - wie Kristin Wieczorek-Pfeiffer aus Ilmenau den Nachwuchs für Eiskunstlauf begeistert

Eines steht fest: Die Show wird fantasievoll sein.
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Die einen sind den Windeln kaum entwachsen, die anderen befinden sich im besten Teeniealter – Kristin Wieczorek-Pfeiffer bekommt sie alle. Früher oder später. Sie und 35 junge Menschen von 3 bis 15 Jahren aus dem Raum Ilmenau eint eine flammende Leidenschaft: sich grazil auf Eis zu bewegen.

Dafür und um die Jugend voranzubringen, schlüpft die 30-jährige Titelträgerin sechsmal pro Woche in die Schlittschuhe. Doch was ist Eiskunstlauf ohne Publikum? Und neben der Pflicht sollte es auch eine Kür geben! Unter dem Titel „Emotionen on Ice – genieße den Augenblick“ veranstaltet die Eiskunstlaufgemeinschaft des Ilm-Kreises zum dritten Mal eine Eisgala in Ilmenau. Und eines kann Trainerin Wieczorek-Pfeiffer versichern: Die 90 Minuten werden märchenhaft.

„Ich bin kreativ und muss das ausleben“, sagt Kristin Wieczorek-Pfeiffer. Für ihre Leidenschaft, den Eiskunstlauf, nimmt sie jedes Jahr mit ihren Sportlern in der Zeit zwischen dem Sommer-Trainingslager in Oberstdorf und dem Eiszeitbeginn in Ilmenau mehrmals in der Woche den Weg ins Eissportzentrum Erfurt auf sich. Denn die Show muss weitergehen, längere Pausen würden die harte Arbeit zunichtemachen. Apropos Show: Die Trainerin steckt mitten in den Vorbereitungen für die 3. Eisgala, die die Eiskunstlaufgemeinschaft am 29. Januar in Ilmenau präsentiert. Für AA-Redakteurin Jana Scheiding hat sich die gelernte Physiotherapeutin Zeit genommen.

Sechs Trainingstage in der Woche sind ein respektables Pensum.
Ich betreue insgesamt 35 Sportler zwischen 3 und 15 Jahren, die ich im Trainingsplan unterbringen muss. Diejenigen, die Eiskunstlauf nur als Hobby betreiben, trainieren nicht so oft. Aber ich bin auch für eine Leistungsgruppe verantwortlich, mit der ich zu Meisterschaften fahre. Für den Erfolg müssen wir hart arbeiten.

Gilt das auch für die Steppkes aus dem Kindergarten?
Nein, die Kleinen will ich ja erst aufbauen. Mit ihnen übe ich drei bis viermal die Woche eine Stunde lang.

Wann sollten Kinder mit dem Sport beginnen?
Zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr. Die Aufnahmefähigkeit in dieser Zeit ist gewaltig und einmalig im Leben. Das sollte jeder nutzen, der Eiskunstlauf als Leistungssport betreiben möchte.

Warum entscheiden sich verhältnismäßig wenig Jungs dafür?
Eiskunstlauf gilt als unmännlich, nur wenige Jungs und junge Männer haben das Selbstbewusstsein, über Spötteleien hinwegzugehen. Ich finde das schade, denn auf dieser Grundlage kann man jegliche Sportarten betreiben. Eiskunstlauf ist Muskeltraining, er fördert die Ausdauer, Kondition, Koordination, Genauigkeit und außerdem macht er Spaß.

Steckt – entsprechender Trainingsfleiß vorausgesetzt – in jedem Sportler ein Olympiasieger?
Nein. Manchmal reicht es einfach nicht. Und man kann auch nicht jede Meisterschaft gewinnen. Ich bin ja auch nur Deutscher Meister geworden. 2009 habe ich meine aktive Zeit beendet, weil der Druck einfach zu groß war.

Dann war alles umsonst - das eingeschränkte Jugendleben und die harte Arbeit?
Keineswegs. Der Sport hat mich persönlich weitergebildet. Er fördert Disziplin und Sozialkompetenz, baut Selbstvertrauen auf. Meine Sportler wissen, dass sie etwas beherrschen, was nur wenige können. Außerdem ist der Sport ein Ausgleich, ein Ventil. Das wissen schon die Kleinsten aus dem Kindergarten. Für mich ist der Sport heute Therapie. Ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen.

Ist es heutzutage schwer, Kinder zu motivieren?
Die Motivation muss von den Kindern ausgehen – ich kann sie nur inspirieren, den Anstoß geben. Die Großen sind sehr diszipliniert, das schauen sich die Kleinen ab. Und ich habe es gut getroffen: Unter meinen Mädchen gibt es kaum Zickereien.

Die neue Eisshow steht unter dem Motto „Genieße den Augenblick“. Welche Augenblicke sind Ihnen wichtig?
Das Leben besteht aus lauter Momentaufnahmen, doch wir gestatten uns viel zu selten, innezuhalten und sie bewusst zu erleben. Nennen Sie mich sentimental, aber ich glaube, vieles ist für uns selbstverständlich geworden. Wir denken gar nicht daran, dass alles vergänglich ist und schnell vorbei sein kann. Ich glaube, dass das Eis ein gutes Podium für Emotionen ist. Wir wollen unser Publikum mitnehmen auf eine wundervolle Reise voller Märchen und Überraschungen.

Seit einem halben Jahr bereiten Sie neben dem Wettkampfbetrieb die Gala vor. Wer hilft Ihnen?
Ohne den Verein und die Eltern meiner Sportler wäre die Show nicht durchführbar. Väter bauen Kulissen, Mütter nähen Kostüme – sie sind alle großartig. Ich bin sehr glücklich über diese Unterstützung.

Vor allem sind Sie unerschütterlich, oder?
(lacht). Da muss ich durch, denn die Eisshow war meine Idee. Natürlich bin ich angespannt und gestehe freimütig: Ich bin froh, wenn alles gut über das Eis gegangen ist.

Hintergrund:
29. Januar 2017, 15 Uhr, Eishalle Ilmenau, 3. Eisshow der Eiskunstlaufgemeinschaft des Ilm-Kreises e.V. (EKLG), Einlass 14 Uhr.
Die Show dauert 90 Minuten, Zuschauer sollten sich eine Decke mitbringen.
Tickets: Montag und Mittwoch, 16 bis 17 Uhr, Eishalle sowie bei Lederwaren Tober in der Fußgängerzone von Ilmenau.
Kontakt: 0178/8188393
www.eklg.de
Vorbereitung: Tausend Dinge sind zu tun, bevor eine derartige Gala stattfinden kann. Zum Beispiel Choreografie und Trainingsplan erstellen, Sponsoren suchen, Kulissen bauen, Kostüme schneidern, Flyer und Plakate drucken, Presse informieren, Genehmigungen einholen, Versicherungen abschließen, Feuerwehr, Sanitäter und Stadtverwaltung informieren, Location mieten, Parkplätze organisieren, Regieplan für Licht- / Tontechniker und Moderator erstellen, Garderobe absichern, Speisen- und Getränkeverkauf absprechen.

Autor:

Jana Scheiding aus Arnstadt

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