Gesundheit
Mit Genesungsbegleitung zurück ins Leben finden – Verein engagiert sich für psychisch Kranke

Kornelia Dorn und Thomas Fraaß sind Genesungsbegleiter. Mit ihrem Verein „MUT zu Veränderung“ stehen sie psychisch Kranken nach ihrer Krankenhausentlassung zur Seite. In Stadtilm gibt es eine erste Wohngruppe.
  • Kornelia Dorn und Thomas Fraaß sind Genesungsbegleiter. Mit ihrem Verein „MUT zu Veränderung“ stehen sie psychisch Kranken nach ihrer Krankenhausentlassung zur Seite. In Stadtilm gibt es eine erste Wohngruppe.
  • hochgeladen von Ines Heyer

Seit Jahrzehnten steigt die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen – heute sind sie die dritthäufigste Diagnosegruppe bei Arbeitsunfähigkeit. Auch Kornelia Dorn und Thomas Fraaß wissen aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn eine solche Erkrankung einem über Jahre den Boden unter den Füßen wegzieht und den gewohnten Alltag fast unmöglich macht.

Aufenthalte in Krankenhäusern und Rehabilitationseineinrichtungen bestimmten ihr Leben. Ist man zu Hause, fällt man sehr schnell wieder in ein schwarzes Loch, wissen beide aus der Erfahrung. Kornelia Dorn und Thomas Fraaß sind heute froh, dass sie es geschafft haben, ihre Erkrankung hinter sich zu lassen. „Meine Situation begriff ich als Chance, mich neu aufzustellen“, so Kornelia Dorn.

Beide absolvierten eine Ausbildung als Genesungsbegleiter in Erfurt. „Nur Betroffene können sich dazu ausbilden lassen. Erfahrungswissen spielt hier eine große Rolle. Wir können gezielt Hilfe zur Selbsthilfe geben, haben viele Situationen selbst erlebt. Denn nach einem Klinikaufenthalt braucht es viel Zeit, um ins gesunde Leben zurückzufinden.“

Im November 2017 gründeten Kornelia Dorn und Thomas Fraaß mit 12 Mitstreitern den Verein „MUT zu Veränderung“. „Unser Anliegen ist es, einerseits präventiv tätig zu sein, andererseits Nachsorge zu betreiben und die Menschen gestärkt in die Eigenständigkeit zu begleiten.“

Um einen Ausweg aus den sich wiederholdenden Psychatrieaufenthalten zu finden, ist es hilfreich, zeitweise das gewohnte Umfeld zu verlassen. Seit einigen Wochen gibt es deshalb in Stadtilm eine erste Wohngruppe, betreut durch die Genesungsbegleiter des Vereins. „Wir helfen den Klienten bei der Tagesstruktur, unterstützen sie bei Behördenangelegenheiten oder beim Wiedereinstieg in den Job“, sagt Thomas Fraaß. Geplant ist, noch weitere Wohngruppen in Großliebringen und Erfurt aufzubauen. Das Interesse ist groß, Anträge für Klienten laufen bereits.

„In einigen europäischen Staaten wie Norwegen oder den Niederlanden sind Genesungsbegleiter schon selbstverständlich in der psychatrischen Versorgung tätig. In Deutschland geht es leider nur sehr langsam voran, viele bürokratische Hürden müssen auch bei den Leistungsträgern noch genommen werden. Wir bleiben aber am Ball“, verspricht Thomas Fraaß.

Kontakt :
Verein „MUT zu Veränderung“,
Ansprechpartner Kornelia Dorn und Thomas Fraaß,
E-Mail: info@mut-zu-veraenderung.de

Autor:

Ines Heyer aus Saalfeld

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