Reihe der Montagsgespräche fortgesetzt
Chagall träumt die Bibel

Seit einigen Jahren gehören zu den regelmäßigen Veranstaltungen der Ländlichen Heimvolkshochschule (LHVHS) Kloster Donndorf die Montagsgespräche. Diese Reihe wurde am 03. Dezember durch Dr. Eckard Schack, Pfarrer im Ruhestand und ehemaliger Dozent an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, fortgesetzt. Er referierte zum Thema „Chagall träumt die Bibel“.
Eingebunden in biografische Bezüge erläuterte Schack Auszüge aus dem großen Lebenswerk Marc Chagalls, der von 1887 bis 1985 lebte. In einer jüdischen Familie in Witebsk (Weißrussland) geboren prägte ihn diese Tradition ein Leben lang. Für Chagall sei Gott da, „wo man ihn einlässt“ und nur die Farbe der Liebe verleihe dem Leben und der Kunst Sinn. Diese Gedanken finden sich immer wieder in den Werken Chagalls – in gemalter Weise in seinen Gemälden wie auch in gedichteter Weise in seiner Poesie. Er versuchte, die verschiedenen Schichten seiner seelischen Wirklichkeit auf die Leinwand zu transportieren und so den Betrachter an diesen teilhaben zu lassen. Nach der Bitte eines Galeristen, die Bibel zu bebildern, widmete er sich diesem Auftrag mit Unterbrechungen zwischen 1928 und 1956. Als Ergebnis entstanden 105 Radierungen, die verschiedene biblische Szenen und Geschichten erzählen. Unter Charles de Gaulle, dem damaligen Ministerpräsidenten Frankreichs, konnte Chagall in Nizza für seine großformatigen Werke das „maßgeschneiderte“ Musée Message Biblique entwerfen. Darin zu sehen sind drei mal vier Meter große Bilder, die sich biblischen Themen widmen. Zum Teil schuf Chagall seine Werke in verschiedenen Ausführungen von der Radierung über große Gemälde bis hin zu Buntglasfenstern. In seinen Werken kann man dabei deutlich seine jüdischen Wurzeln, die Verbundenheit zu seiner Heimat und die Verarbeitung von Kriegsereignissen spüren. Eine Botschaft, die immer wieder deutlich zu erkennen ist, lautet: Das Paradies ist nicht verloren, solange man das tut, was die Liebe gebietet.

Zum nächsten Montagsgespräch lädt die LHVHS am 04. Februar 2019 um 19.30 Uhr ein. Dabei referiert Holger Tuch vom Ökohof Heygendorf zum Thema „Ökologischer Landbau – Landwirtschaft der Zukunft?“. Der Eintritt zum Montagsgespräch ist frei. Um eine Spende zur Unterstützung der Bildungsarbeit der LHVHS wird gebeten.

Pfarrer Helfried Maas (Pfarrer im Kirchspiel Wiehe und an der LHVHS)

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