Das kalte Herz (kein Märchen)

frierender Rhododendron
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Oh, wie ist es kalt geworden
„Man kann die Natur nicht ändern“, las ich als Volksweisheit. Oh, wie gern würden wir diesen weisen Spruch für veraltet erklären! Ist er überholt? Ganz bestimmt nicht. Aber nur, wenn es ums Wetter geht, sehen wir eventuell ein, wie überheblich wir der Natur gegenüber sind. Der Mensch will die Natur beherrschen und täte doch als Teil derselben besser daran, sich ihr anzupassen, wie es Pflanzen und Wildtiere tun.
Ein Blick aus dem Fenster auf den Rhododendron-Busch in unserem Vorgarten genügt, um zu erkennen, wie bitterkalt es z. Z. ist. Um zu überleben, hat die Pflanze all ihre grünen Blätter nach unten geklappt und die Blattränder etwas eingebogen. Jedes Laubblatt ist ein kleiner Kahn mit dem Kiel nach oben. So bietet der Rhododendron dem Frost weniger Angriffsfläche.
Seltsam kugelig sehen unsere heimischen Vögel z. Z. aus. Nein, sie haben sich keinen Winterspeck angefressen, sondern sie plustern sich auf, um der Kälte besser trotzen zu können. Sie tragen gleichsam ein mit Luft gepolstertes Federkleid.
Nur wenige Vögel streifen jetzt durch die kalte Stadt. Wir sahen sie in Scharen am Bachlauf, am Waldrand, in Sträuchern und Hecken. Dort fanden sie Schutz vor den eisigen Ostwinden. In der Gemeinschaft können sie den Unbilden der Jahreszeit besser widerstehen.
Wie herzlos, engstirnig und unangepasst dagegen wir Menschen: In Erfurt, Thüringens Landeshauptstadt, bleibt ab sofort das Restaurant des Herzens geschlossen. Kalte Herzen im kalten Thüringen!

frierender Rhododendron
und dräut der Winter noch so sehr

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