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Ganz nah am Kaiser

Wo: Kyffhäuser, 06567 Steinthaleben auf Karte anzeigen
Krönung eines technischen Meisterwerkes der Gerüstbauer: Jens Eckhardt klopft Hohenzollernkaiser Wilhelm I. auf die Schulter. Er führte Regie bei der Einrüstung des 115 Jahre alten Kyffhäuserdenkmals.
Krönung eines technischen Meisterwerkes der Gerüstbauer: Jens Eckhardt klopft Hohenzollernkaiser Wilhelm I. auf die Schulter. Er führte Regie bei der Einrüstung des 115 Jahre alten Kyffhäuserdenkmals.
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Kyffhäuserdenkmal ist eingerüstet – nun führt eine Schautribüne die Besucher ans Reiterstandbild

KYFFHÄUSER. Jetzt hat es ein Metall-Korsett: 16000 Meter Rohr, verbunden durch 11000 Kupplungen, bedecken das Kyffhäuserdenkmal. 4000 Quadratmeter rotbraunes Steinmauerwerk stecken seit dieser Woche unter einem gigantischen Baugerüst, das Diplom-Ingenieur Jens Eckhardt konzipierte.

Es ist schon ein kleines Meisterwerk, denn zum einen musste er die nach oben verjüngte Form des Denkmals berücksichtigen, zum anderen die enormen Windböen, die in diesen Höhen durchaus bis zu Windstärke 12 reichen. Und nicht zuletzt muss das Gerüst Sicherheit und Standfestigkeit für die Bauarbeiter garantieren, die jetzt mit der eigentlichen Sanierung beginnen. "Es ist ein doppeltes, teils dreifaches Gerüst, das von einem Sandstrahlnetz fest umschlossen wird", erklärte Eckhardt. 90 Prozent des Windes werden von der Plane aufgefangen.

Nicht verhüllt bleibt vorerst das 11 Meter hohe Reiterstandbild des Hohenzollernkaisers Wilhelm I. Dass die Baustelle bis zum Jahresende 2013 äußerst interressante Einblicke gewährt, verdankt sie der Tatsache, dass neben dem 44 Meter hohen Baugerüst eine acht Meter hohe Besuchertribüne Gelegenheit zum "Kontakt auf Augenhöhe" mit dem Reiterstandbild gibt. So nah wie sonst nie wieder kann jeder Besucher hier dem stolzen Kaiser sein. Doch der kommt erst später in die Kur.

Jetzt richtet sich alle Aufmerksamkeit auf das Mauerwerk. Nach einer handnahen Bewertung und Kartierung der Schäden rücken die Steinsanierer nun den schadhaften Fugen zuleibe. 10000 Meter sind verschlissen. Sie werden nun akribisch mit einem extra entwickelten Spezialmörtel verfüllt. "Das passiert größtenteils mit Injektionen, denn die Fugenbreite variiert zwischen weniger als einem und drei Millimetern. Schonend werden 3000 Quadratmeter Gestein im Niederdruckpulverstrahlverfahren gereinigt. Wenige schadhafte Steine werden mit Kyffhäuserkonglomerat aus einem nahen Steinbruch ersetzt.

"Jeder Besucher kann hier Interessantes beobachten und die Tribüne besteigen. Zum 'Tag des offenen Denkmals' planen wir Sonderführungen zum Bau. Auch jetzt hat der Kyffhäuser viel zu bieten. Die Baustelle wird zur Schaustelle", lädt Herbert Knischka vom Tourismusverband herzlich ein.

Infos: www.kyffhaeuser-tourismus.de

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