Modellbahn in Wiehe
Der Herr der Gleise

Ein Handgriff, dann surrt die Lok wieder. Marko Börner sorgt dafür, dass alle Züge auf der 50 Meter langen Thüringen-Anlage der Modellbahn Wiehe kreisen.
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  • Ein Handgriff, dann surrt die Lok wieder. Marko Börner sorgt dafür, dass alle Züge auf der 50 Meter langen Thüringen-Anlage der Modellbahn Wiehe kreisen.
  • hochgeladen von Sibylle Klepzig

Als Kind schaute Marko Börner Zügen fasziniert hinterher. Heute stellt er selbst die Weichen. Allerdings im Miniaturformat.

Am Bahnhof Eisenach gab es eine Entgleisung. ­Marko Börner muss schnell handeln. Zielgerichtet krabbelt ­er durchs Dunkel. Knapp einen Meter über ihm erstreckt sich ganz ­Thüringen. Genauer gesagt: wichtige Bahnlinien des Freistaates. Am Ort der Havarie angekommen, streckt der 41-Jährige eine Hand nach oben, öffnet die Luke und reckt sich wie ein Riese aus der Landschaft. Ein Handgriff und die Lok leistet wieder ihren Dienst.

 Marko Börner ist Modell­bahntechniker und die Modellbahn Wiehe mit ihren imposanten Anlagen sein Wirkungsfeld. Mehr als 300 Züge – von der TT- und H0-Spurbreite bis zur Gartenbahn – ziehen hier ihre Kreise. Sie am Laufen zu halten, begibt er sich eben auch mal in den Untergrund. Eisenbahnen sind seine Welt.

Es sind die Modelle der typischen DDR-Züge aus den 70er- und 80er-Jahren, die Marko Börner besonders liebt. „Das ist mein Thema, weil es meine Kindheit ist.“ Mit fünf Jahren bekam er die erste TT-Bahn – ein mal ein Meter groß. Jahr für Jahr wuchs die private Anlage und mit ihr sein Wissen und seine Begeisterung. „Dass ich das Hobby jetzt sogar als Beruf ausführen kann, ist einfach perfekt.“

 Rund 12 000 Quadratmeter umfasst die Modellbahn Wiehe, die mit ihren Zügen auch durch den Harz, Europa und sogar Amerika führt. „Der ICE saust hier schon seit 20 Jahren durch Thüringen“, scherzt Börner. Läuft er die Anlagen ab, sieht und hört der Fachmann, wenn etwas nicht surrt, wie es soll. Dann wird geschraubt, geschliffen, gelötet.

Zur Routine gehört es, Gleisbett, Gebäude und Figuren mit Pinsel und Staubsauger zu pflegen. Das muss sein, betont Börner. „Der Dreck ist unser größter Feind. Er würde die feinen ­Maschinen zum ­Stehen bringen.“ Das gilt auch für verschmutzte ­elektrische Motoren. „Darum bade ich sie in ­Spezialflüssigkeit“, zeigt er auf ein Eimerchen.

Es ist sein Ehrgeiz, stets neue Ideen zu entwickeln und Lokomotiven so originalgetreu wie möglich zu ­gestalten. Deshalb digitalisiert er jetzt seine ­Privatanlage und verpasst den Loks den echten Sound. Mit Blick fürs Detail hat er sich zudem zum Spezialisten für individuelle Modellbahnbeschriftungen entwickelt und bietet letztere auch anderen Modellbahnfans an.

Autor:

Sibylle Klepzig aus Nordhausen

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