Kein ­Fracking im Landkreis

Frank Weber hat im Landkreis Sömmerda eine ­Bürgerinitiative gegen Fracking ins Leben gerufen.  
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Bürgerinitiative erhöhte den Druck – BNK war auf der ­Suche nach Schiefergasvorkommen im Landkreis

Von Axel Heyder

SÖMMERDA. Noch bis vor ein paar Tagen bestand die Gefahr, dass der Landkreis Sömmerda und das Kyffhäuser Land vom sogenannten Fracking betroffen sein könnten. Frank Weber, ­umwelt- und energiepolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag, hatte deswegen eine Bürgerinitiative „Kein Fracking in Mittel- und Nord­thüringen“ gegründet.

Das hydraulische Aufbrechen von Gesteinsschichten mit Chemikalien machte vielen Bürgern Angst. Der AA berichtete in seiner Wochenendausgabe, nachzulesen unter ­www.thueringenkiosk.­de.

Die Firma BNK Deutschland – eine Tochterfirma der kanadischen Petrolium Ink. – wollte im Frühjahr mit der seismischen Erkundung von Gasfeldern in drei Gebieten Thüringens beginnen. Das betroffene Gebiet im Landkreis ­Sömmerda wurde euphemistisch „See­adler“ genannt. Ziel der Firma war es, Schiefergasvorkommen ausfindig zu machen. Doch wohl auch aufgrund des hohen Wider­standes, besonders der starken Bürgerinitiativen im Unstrut-Hainich-Kreis, hatte ein BNK-Sprecher Anfang der Woche den Rückzug erklärt. Für fünf Jahre behält die Firma das alleinige Recht, in Thüringen nach Erdgas zu ­suchen. Danach könnten auch Konkurrenten erneut solche Unternehmungen beginnen. Das allerdings gilt als unwahrscheinlich, weil die Erdgasvorkommen im Freistaat kaum lohnenswert sind.

Frank Weber lehnte Fracking von Beginn an ab, wie auch eine konventionelle Gasförderung, wenn ­diese am Ende doch durch eine mit Umweltrisiken behaftete Technologie ergänzt würde. „Auch bei einer konventionellen Förderung müssen wir als Bürger genau hinschauen und wissen, welche Auswirkungen das auf unsere Umwelt hat“, erklärt Weber.

Beides ist vorläufig vom Tisch. Und trotzdem, die Bürgerinitiativen bleiben: Das Bundesbergrecht, das die Gewinnung von Bodenschätzen regelt, ist nämlich noch nicht geändert. Künftig soll es eine verbindliche Umweltverträglichkeitsprüfung bei der Suche nach Bodenschätzen geben, ebenso eine Umweltverträglichkeitsprüfung für Schiefergas-Projekte. Auch Weber setzt sich dafür ein. Außerdem fordern die Fracking-Gegner eine Umkehr der Beweislast, sodass die Firmen künftig nachweisen müssen, dass Schäden an Häusern oder Straßen nicht durch die Förderung von Bodenschätzen entstanden sind.

HINTERGRUND
Beim Fracking werden unter Hochdruck riesige Mengen Wasser, das mit Sand und Chemikalien versetzt wird, in ein ­L-förmiges Bohrloch gepresst. So soll das Gestein aufgebrochen werden, um das Erdgas herauszulösen. Über den Schaden, den dieses Einleiten anrichtet, streiten die Wissenschaftler.

Autor:

Axel Heyder aus Erfurt

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