Volles Haus am Ostersonnabend

Strahlende Ostersonnabendsonne

Bluthochdruckpatientin als Ruhepol
Das Messgerät war tief im Waschtisch versenkt, von der Bildfläche verschwunden wie alles, was in der unteren Etage am Ostersamstag nicht gebraucht wurde. Ich hatte Abstellflächen geschaffen, auf beiden Schreibtischen, dem Kachelofen, allen Schränkchen, Anrichten, Fensterbänken. Ich hatte getan, was ich konnte. War es das, was mich ruhig machte? Nicht nur. Die Gewissheit, von mir wohlgesonnenen, froh gestimmten Menschen umgeben zu sein, gab mir Ruhe und Sicherheit.
So erklang nach der Osterglück-Verlosungsaktion mein: „Alles stehen und liegen lassen! Draußen strahlt die Ostersonnabend-Sonne! Auf zum Stadtbummel!“ Zurück blieben verstreute Gewinne, zerknülltes Zeitungspapier. Schnell war letzteres in den geleerten Korb und dann in die blaue Tonne geworfen. In der Küche arbeitete die Spülmaschine. Die Geisterhände mussten 80-jährig gewesen sein. Geschirr, Besteck, Servietten, Riesensalatschüsseln, Wiener Würstchen, Bier, Most, Tee, Pötte wanderten wie von Zauberhand aus ihren Verstecken auf die zwei Tische oder Abstellflächen. „Zweimal Senf nicht vergessen!“ „Hier Senf, drüben Mostrich - stehen bereit. Die Abendmahlgäste können kommen.“ Mein Blick zur Uhr und der traditionelle Befehl aus Zelttagen folgten: „Mischa, wirf den Traktor an!“ Kein Mischa, kein Traktor, aber bald heißes Wasser für die Wiener, den Grünen Tee und nach einem langen vergnüglichen Abendmahl auf zum Ferienhaus nach Garnbach zu Fuß, per Auto. Alle fanden sich wieder ein zum Plaudern, Trinken, Naschen und Lauschen. Tochter hatte den 80-jährigen Ehrengast um seine Biographie gebeten. „Ja, Opa erzähle!“ Alle lauschten, fragten. Ich beobachtete an meinem Liebsten die gleiche Sicherheit wie bei mir. Er erzählte gern und gut - Bekanntes, aber auch mir Neues, zuerst langsam, dann zunehmend sicherer. Alle wurden einbezogen. Nach diesem ruhigen Ausklang des Ostersonnabends schliefen wir beide gut in den Ostersonntag, den Höhepunkt unseres Familienfestes, hinein.

Autor:

Hannelore Grünler aus Artern

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