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Abschied vom Sommer

abgestorbene ALTE EICHE
abgestorbene ALTE EICHE
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Abschied
„Im Grunde nimmt man jeden Tag von irgendetwas Abschied, ohne es zu wissen.“ (Feuchtwanger „Die erste Nacht“)
Den diesjährigen Sommer verabschiedeten wir einige Male. Zuerst in Dierhagem und Netzeband, als wir uns nach dem Familienurlaub von unseren Lieben trennten. Zweimal nahmen wir von der Badesaison im Schwimmbad Wiehe Abschied.
Vom 4. bis 6. September weilte unser Sohn bei uns. Er, der wegen seines Berufes in Berlin lebt, lange Wanderungen durch Wald und Feld liebt, war mit uns stundenlang in Wiehes schöner Umgebung unterwegs. Gespeist wurde im „Fröhlichen Wanderer“ Die Wanderungen waren wie ein Abschied vom Alltag, wohl auch wie ein Abschiednehmen von einem langen Lebensabschnitt. Dieses Gefühl hatte ich auch beim Kurzbesuch unserer Tochter am vergangenen Sonntag. Wieder wanderten wir, wenn auch nur zum Mittagsmahl nach Garnbach. Wieder spürten wir die Sorgen der Jüngeren um uns Alten. Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, der Generationswechsel bahnt sich an. Deutlich zu erkennen an der dringenden Mahnung, unsere Patientenverfügungen für sie bereitzulegen oder an der überflüssigen, aber gut gemeinten Erinnerung, dass eines Tages einer von uns allein zurückbleiben würde.
Wir sprechen nicht darüber, sondern unternehmen bewusst viel gemeinsam. So möge es lange bleiben. Unsere Wanderung zur abgestorbenen ALTEN EICHE in dieser Woche stimmte mich nachdenklich. „Alt wie ein Baum möchte ich werden, so wie der Dichter es beschreibt.“ Aber auch Baumriesen müssen sterben.
Ich lasse mich von alten Weisheiten trösten: „Einen Tag lang ungestört in Muße zu verleben, heißt, einen Tag lang ein Unsterblicher sein.“ (aus China) oder „Nimm dir jeden Tag eine halbe Stunde Zeit für deine Sorgen – und in dieser Zeit mache ein Schläfchen. (Laotse)

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