Auch junge Menschen sind in der ehrenamtlichen Hospizarbeit aktiv
„Das Alter spielt hier keine Rolle“

Auch immer mehr jüngere Menschen beginnen, sich für die ehrenamtliche Hospizarbeit zu interessieren.
  • Auch immer mehr jüngere Menschen beginnen, sich für die ehrenamtliche Hospizarbeit zu interessieren.
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  • hochgeladen von Daniel Dreckmann

Am 5. Dezember ist Internationaler Tag des Ehrenamtes. Ehrenamtliches Engagement hat die Hospizarbeit vor mehr als 30 Jahren überhaupt erst auf den Weg gebracht – und auch heute ist das freiwillige Engagement eine wichtige Säule bei der Unterstützung schwerkranker und sterbender Menschen.

„Ehrenamtlich Tätige schenken sterbenden Menschen und ihren Familien Zeit, Einfühlung und Offenheit“, sagt Ilka Jope, Geschäftsführerin des Thüringer Hospiz- und Palliativverbandes (THPV e.V.). „Es ist genau dieses absichtslose Handeln, das viele von uns in der Gesellschaft vermissen.“ Für den THPV ist es ein Anliegen, das Ehrenamt konsequent zu stärken – und es für neue Gruppen zu öffnen, beispielsweise für junge Menschen.

Freiwillig aktiv sind überwiegend Frauen ab 55 Jahren
Eine Studie des Bundesverbandes (DHPV) zum hospizlichen Ehrenamt vom Sommer 2018 hat unter anderem gezeigt, dass Hospizarbeit hauptsächlich von Frauen getragen wird, die nicht mehr arbeiten oder nur noch eine überschaubare Anzahl an Jahren der Berufstätigkeit vor sich haben. Der überwiegende Teil der freiwillig Aktiven gehört auch in Thüringen zur Gruppe der Frauen ab 55 Jahren. Ilka Jope: „Aber wir bemerken, dass sich hier etwas zaghaft verändert und auch jüngere Menschen beginnen, sich für die ehrenamtliche Hospizarbeit zu interessieren.“

Wie Paolina Warz. Die 24-Jährige besucht zurzeit einen sogenannten Befähigungskurs zur Hospizbegleiterin in Arnstadt. Sie hat erlebt, wie ihre Urgroßmutter auf einer Palliativstation gestorben ist. „Es hat mich sehr beeindruckt, wie gut sich dort alle um sie gekümmert haben. Anfangs hatte meine Uroma Angst vor dem Sterben, aber auf der Palliativstation hat sie sich dann sicher gefühlt.“ Das wiederum habe es auch ihr leichter gemacht, sich der eigenen Angst vor dem Verlust und später dann der Trauer zu stellen.

Der Kurs gibt Paolina viel Kraft
Wie hat ihre Familie reagiert, als sie entschieden hat, sterbende Menschen zu begleiten? „Meine Eltern waren eher skeptisch, aber mein Mann stand direkt voll hinter mir.“ Im Kurs, der Anfang des Jahres begonnen hat, ist Paolina die Jüngste. „Aber das Alter spielt hier keine Rolle. Ebenso wenig, dass ich keine Erfahrung in der Pflege habe.“ Sie sagt, dass ihr der Kurs viel Kraft gibt. „Seitdem ich mich mit dem Sterben befasse, bin ich dankbarer für das Leben und seine vielen wertvollen Momente.“

Junge Menschen, so Ilka Jope, könnten der Hospizbewegung neue Impulse in der Begleitung sterbender und trauernder Menschen vermitteln. Der Verband werde die Altersstrukturen in den ambulanten Hospizdiensten künftig genauer in den Blick nehmen und – so der Bedarf sich konkretisiere – in der Hospiz- und Palliativakademie des THPV entsprechende Angebote aufnehmen. „Vor allem ist es wichtig, jungen Menschen ein gutes Ankommen in diesem Ehrenamt zu ermöglichen“, sagt Ilka Jope. „Denn es ist ja eine Aufgabe, die sowohl bereichert als auch herausfordert.“

Quelle: Thüringer Hospiz- undPalliativverband e.V.

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