Besuch zu Ehren von Prinz Friedrich Josias von Sachsen –Coburg – Saalfeld
Denkmal des Reichsgeneralfeldmarschall und KuK. Kaiserlicher Feldmarschall Friedrich Josias

4Bilder

Die Mitglieder der Gruppe achter Oktober aus Coburg und Umgebung hatten sich heute am Sonntag den 8. Oktober 2017 um 11Uhr in Coburg am
Denkmal des Reichsgeneralfeldmarschall und KuK. Kaiserlicher Feldmarschall
Friedrich Josias getroffen um an diese Person und das Zeitgeschehen zu Erinnern aus Thüringen waren folgende Vertreter der Vereine anwesend .Die Fürstenstraße der Wettiner , der Ritterorden Heinrich der Erlauchte aus Bad Sulza , das Magdeburger Jägerbataillon No.4 aus Sömmerda, das Ehrenoffiziers-Corps des Fürstenhauses Sachsen-Weimar-Eisenach und die Tiroler Kaiserjäger 8. Division aus Völs in Tirol.
Der Generaloberst i.Tr. Olaf Graf von Neuendorf zu Nauendorf richtete
Grußworte von unseren Ehrenmitgliedern und Schirmherren IKKH Erzherzogin Herta Margarete von Habsburg-Lothringen, Prinzessin der Toskana und Erzherzog Sandor von Habsburg-Lothringen, Prinz der Toskana und der Flamme des Friedens ein Verein zur Förderung des Friedens, sowie von SKH Prinz Michael von Sachsen-Weimar-Eisenach aus.

Am 8.Oktober 1806 vollbrachte der Prinz eine besondere Tat für die Stadt Coburg. Es drohte die Plünderung der Stadt durch die Franzosen.
So begab sich der Prinz in seiner Paradeuniform als Kaiserlicher Generalfeldmarschall mit seinem Pferd einen  weißen Araber zum nahegelegenen Quartier des französischen Generals Augerau. Er bat diesen um die Verschonung seiner Heimatstadt und konnte vorweisen, dass er selbst als Feldherr in Frankreich keine Plünderungen durch die von ihm befehligten Truppen gestattet hatte. Prinz Friedrich Josias konnte das Schlimmste verhindern und die Bürger der Stadt können in großer Dankbarkeit an diesen edlen Menschen denken.

In Coburg hat der Prinz seine Glorie behalten. Sein Imposantes Denkmal aus dem Jahre 1911 in Feldherrenpose, in unmittelbarer Nähe
seines Wohnsitzes, haben die Coburger ständig vor Augen und kein interessierter Besucher der Stadt Coburg kommt daran vorbei, ohne zu ergründen, wen dieses Denkmal darstellt. Auch an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt ist der Name des Coburger Prinzen noch lebendig.
 

Wer war denn Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld
Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld (* 26. Dezember1737 auf Schloss Ehrenburg in Coburg; † 26. Februar 1815 in Coburg) war ein
Prinz von Sachsen-Coburg-Saalfeld, Reichsgeneralfeldmarschall und kaiserlicher Feldmarschall Herkunft und Jugend Friedrich Josias war der vierte Sohn und das jüngste Kind des Herzogs Franz Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1697–1764) aus dessen Ehe mit Anna Sophia (1700–1780), Tochter des Fürsten Ludwig Friedrich I. vonSchwarzburg-Rudolstadt. Als jüngster Sohn war er, wie seine Brüder Christian Franz und Johann Wilhelm, für die Militärlaufbahn bestimmt worden, während der älteste Bruder Ernst Friedrich 1764 dem Vater in der Regierung folgte.
Der Prinz wurde in Sprachen, Religion und Wissenschaften ausgebildet, zu seinen Lehrern zählte der Regierungsrat Johann August von Schönfeld und Caspar von Berbisdorf. Der Prinz verließ das Land erstmals als 18-Jähriger, als er seine Schwester Charlotte Sophie zu ihrer Vermählung mit dem Erbprinzen Ludwig zu Mecklenburg nach Schwerin begleitete. Hier besuchte er Rostock und Magdeburg und auf der Rückreise die Höfe in Hannover und Dresden.

Militärlaufbahn
Siebenjähriger Krieg

Anlässlichder Vermählung seiner nächsten Schwester Friederike Caroline erhielt er von seinem neuen Schwager Karl Alexander von Brandenburg-Ansbach und Bayreuth 1755 eine Rittmeisterstelle in dessen österreichischem Regiment. Friedrich Josias reiste nach Wien und
wurde Kaiserin Maria Theresia vorgestellt, die ihm das Regimentskommando übertrug.

Er nahm umgehend am Siebenjährigen Krieg teil und kämpfte inder Schlacht bei Lobositz. Im Jahr 1757erhielt er ein selbständiges Kommando und wurde nach der Schlacht bei Prag in dieser Stadt eingeschlossen und erst nach der Schlacht bei Kolin wieder entsetzt. 1757 nahmer am Bombardement auf Zittau und der Schlacht bei Breslau teil. Im Feldzug von1758 erlitt er einen Schuss in seine Hand und wurde 1759 von der Kaiserin zum
Oberst des Ansbachischen Kürassierregiments ernannt. Unter Feldmarschall Laudon war er an der Schlacht bei Liegnitz und der Eroberung von Schweidnitz beteiligt.
Am 30. Juli1766 wurde Friedrich Josias zum Generalmajor und Brigadekommandant, am 1. Mai 1773 zum Feldmarschalleutnant befördert. In seiner neuen Stellung war der Prinz  mit der Militärverwaltung  Böhmens beschäftigt  und veranlasste, den sogenannten Militair-Sessionenim Hauptquartier beizuwohnen. Dadurch wurde er keineswegs dem praktischen
Dienst entfremdet , denn er führte gleichzeitig das Kommando über  die in Böhmen stehenden  Kavallerie-Regimenter  Coburg und Zweibrücken-Dragoner und das 8. KuK Husaren-Regiment  Friedrich August Graf von Nauendorf  und hatte die Brigade  der Generäle  Anton Ferdinand  Graf Mittrowsky von Mittrowitz  und  des Dagobert Sigmund Graf von Wurmser unter seinen Befehle. Von 1778 bis 1788 war er Generalkommandant von Preßburg und erhielt 1785 das Generalkommando in Galizien und der Bukowina. Bei dieser Gelegenheit wurde er am 22. August 1786 von Kaiser Joseph II. zum General der Kavallerie befördert.

Türkenkrieg
 
Der feierliche Begrüßungseinzug des Prinzen Friedrich von Sachsen-Coburg in
Bukarest (1789)

Im Türkenkrieg 1788 bis 1792 befehligte er unter Feldmarschall Laudon das galizische Armeekorps, eroberte im August1788 die Festung Chotin, erkämpfte am 4. August1789 zusammen mit Suworow den Sieg bei Focșaniund schlug am 22. September die viermal stärkere türkische Hauptarmee bei Mărtinești am Rimnik. Für diesen Sieg wurde er zum Feldmarschall ernannt, schon vorher war er mit dem Großkreuz des Maria-Theresia-Ordens ausgezeichnet worden. Friedrich Josias konnte nach diesem Sieg Bukarest einnehmen, wo er am 8.
November feierlich einzog und die Huldigung für den Kaiser entgegennahm. Damit war die Eroberung der Walachei vollendet.
Der Prinzeroberte danach die Festung Orsowa; die von ihm eingenommene Stadt Giurgiu  musste er aber nach einem Ausfall der Türken aus der Festung wieder aufgeben. Nach dem Frieden von Sistowa 1791 wurde er zum Kommandierenden General in Ungarn ernannt.

Im Koalitionskrieg von 1793 und 1794

Ende 1792 wurde Friedrich Josias in den Französischen Revolutionskriegen zum Oberbefehlshaberder österreichischen Armee gegen die Franzosen ernannt. Im ersten Koalitionskrieg kommandierte er dann als Reichsgeneralfeldmarschall die Truppen der Reichsarmeein den österreichischen Niederlanden. In der ersten Schlacht bei Aldenhoven (1. März 1793) konnte er die Franzosen entscheidend besiegen, eroberte Aachen und die Festung Maastricht. Das kaiserliche Heer überschritt die Maas, nach der Schlacht bei Neerwinden ( 18. März 1793) und dem Sieg bei Löwen über Charles-François Dumouriez, gelang die Rückeroberung Belgiens womit die Stellung der Österreicher erheblich gefestigt
wurde. Nach der Schlacht von Famars (23. Mai 1793) drang er auf französisches Territorium vor und eroberte zusammen mit dem Herzog von York die Stadt Valenciennes und Le Quesnoy. Darauf begann er Mitte September die Belagerung von Maubeuge, welche er infolge der Niederlage gegen die Franzosen unter General Jourdan in der Schlacht bei Wattignies (15. und 16.Oktober 1793) aber abbrechen ließ. In der Folge mussten sich die
Koalitionstruppen aus Flandern zurückziehen. Coburg zog seine Truppen über die Sambrezurück, den Winter verbrachte er auf französischem Boden.
Nach der Wiederaufnahme der Operationen im Frühjahr 1794 waren diebisherigen militärischen Erfolge durch die ungeschickte Politik Thuguts nicht von langer Dauer. Coburg begannab 17. April die Stadt Landrecies mit einer Armee von 75.000 Mann zubelagern, die Stadt fiel am 30. April in die Hände seiner Truppen.
Mitte Mai hatten die Franzosen zwischen Lilleund Courtraietwa 82.000 Mann zur Verfügung. Kaiser Franz II., der selbst im Hauptquartier derAlliierten in Tournaianwesend war, drängte Coburg zum Angriff gegen die neu aufmarschierende französische Armee. In der Schlacht bei Tourcoing am 17. und 18. Mai 1794 wurde der isoliert stehende Flügel des Herzogs von York geschlagen.
Die Verbündeten mussten sich darauf in Richtung auf Tournay zurückziehen. Die nachrückenden Franzosen wollten die Verbündeten aus den dortigen befestigten Stellungen vertreiben, wurden aber in der Schlacht bei Tournay am 22. Mai ihrerseits geschlagen. In der Folgezeit kam es aber zu einem Patt
zwischen den verfeindeten Truppen. Als die Franzosen die Stadt Charleroi belagerten, griff Coburg am 26. Juni 1794 Fleurus und Umgebung mit 46.000 Mann erfolgreich an. Nachdem bekannt wurde, dass Charleroi einen Tag zuvor gefallen war und die Franzosen von dort Verstärkung – die französischen Truppen machten zum Schluss fast 80.000 aus – erhielten, befahl Coburg den Rückzug und das Unternehmen wandelte sich zu einer Niederlage.
Prinz Friedrich Josias hatte an 13 Feldzügen und 16 Schlachten teilgenommen; in zehn Schlachten führte er persönlich das Kommando und hatte nur drei dabei verloren.

Er hatte die Franzosen zum Schutze Belgiens in den letzten Jahren
viermal über die Sambre zurückgeworfen, doch mussten die Österreicher nach der Schlacht bei Fleurus diese Provinz endgültig räumen. Da die österreichische Diplomatie Belgien und die Niederlande aufgab, nahm Friedrich Josias, der zudem an einem Erysipelam Fuß litt, was es ihm unmöglich machte ein Pferd zu besteigen, den Abschied und zog sich verärgert, aber wohlhabend nach Coburg zurück.

Ruhestand

In Coburg erwarb Friedrich Josias mehrere Grundstücke und ließ sich das so genannte Bürglaß-Schlösschen errichten. Er lebte dort zurückgezogen und verfasste seine Lebensgeschichte. Nach dem Tod des Prinzen Johann Adolf von Sachsen-Gotha-Altenburg wurde er Senior des ernestinischen Hauses und erhielt das Senioratsamt Oldisleben mit seinen Einkünften.

Die Coburger verehrten ihn, zumal er 1806 ihre Stadt unter Hinweis darauf, dass er selbst mit einer Armee zwei Jahre auf französischem Gebiet gestanden habe, wobei nicht geplündert wurde, vor Plünderungen und Brandschatzung durch die Französische Armee im Krieg gegen Preußenbewahren konnte. Er starb am 26. Februar 1815 und wurde in der Morizkirche von Coburg beigesetzt.

Rezeption

Jahrgangsabzeichen „Sachsen-Coburg“ der Theresianischen Militärakademie  in Wiener Neustadt. Der Komponist Johann Michael Haydn widmete dem Prinzenden Präsentiermarsch Josias-Coburg-Marsch, der heute unter dem Namen Coburger-Marschbekannt ist. Wolfgang Amadeus Mozart komponierte nach Coburgs Sieg gegen die Türken im Jahre 1789 den Contretanz „Der Sieg vom HeldenCoburg“ in C-dur (KV 587). Am 24. Oktober 1911 wurde auf dem Theaterplatz in Coburg ein Denkmal des Prinzen nach Entwürfen von Professor August Sommer eingeweiht. Der dortige Josiasgarten ist nach dem Prinzen benannt.

Durch die kaiserliche Entschließung von Franz Joseph I. vom 28. Februar 1863 wurde Friedrich Josias von  Sachsen-Coburg-Saalfeld in die Liste der „berühmtesten, zur immer währenden Nacheiferung würdiger Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs“ aufgenommen, zu deren Ehren und Andenken auch eine lebensgroße Statue in der Feldherrenhalle des damals neu errichteten k.k. Hofwaffenmuseums (heute: Heeresgeschichtliches Museum Wien) errichtet wurde. Die Statue wurde 1868 vom Bildhauer Franz Mitterlechner (1819–1884) aus Carrara-Marmor geschaffen, gewidmet wurde sie von August von Sachsen-Coburg und Gotha.

Zum Gedenken wählte der Ausmusterungsjahrgang 2002 der Theresianischen Militärakademiein Wiener Neustadt den Namen „Jahrgang Sachsen-Coburg“.

Autor:

Cathrin Gräfin von Neuendorf aus Sömmerda

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.