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Historisches aus Bad Lobenstein
Ein großes Talent seiner Zeit

Georg Andreas Sorge war ein bedeutender Musiker aus Bad Lobenstein.
Georg Andreas Sorge war ein bedeutender Musiker aus Bad Lobenstein. (Foto: Reinhard Kübrich )
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Georg Andreas Sorge wirkte als Stadtorganist in Lobenstein

von Reinhard Kübrich

Der Kartograph Christian Gottlieb Reichard, dessen Namen das Gymnasium trägt, der Arzt Hermann Aschenbach, der Begründer des Moorbades, der Komponist Heinrich Albert und Georg Andreas Sorge waren vier Persönlichkeiten, die in der Geschichte von Bad Lobenstein ihren würdigen Platz gefunden haben.

Georg Andreas Sorge wurde als Sohn eines schwarzburg-rudolstädtischen Hauptmanns am 21. März 1703 in Mellenbach geboren. Schon als Schüler erhielt er von 1714 bis 1716 Musikunterricht beim Hoforganisten Kaspar Tischer in Schney in Oberfranken. Sich musikalisch zu betätigen, dies gefiel Sorge.

Herausragend sollen seine Leistungen bei einem Musikstudium gewesen sein. Bereits mit 18 Jahren erhielt er die Stelle eines Hof- und Stadtorganisten und die des 4. Lehrers in Lobenstein.

Sorge war oft am gräflichen Hofe der Reußen in Ebersdorf zu Gast und verliebte sich in die Tochter des Hofchirurgen. Das Paar heiratete 1726 und es bekam sieben Kinder. Zwei starben sehr jung. Sein einziger Sohn sollte Jahre später sogar sein Vorgesetzter werden. Er hatte an der Universität Halle studiert und wurde 1755 als Rektor der Lobensteiner Schule eingesetzt.

Die Frau von Georg Andreas Sorge starb 1736 bei der Geburt des siebenten Kindes. Wie Chronisten vermerkten, heiratete der Witwer ein Jahr später wieder, um seinen fünf Kindern wieder eine Mutter zu geben.

Bis zu seinem Tode am 4. April 1778 bestritt Sorge seinen Lebensunterhalt vor allem als Hoforganist. In seiner Hauptschaffenszeit von 1737 bis 1745 entstanden mehr als 300 Einzelkompositionen. Er komponierte Klavier- und Orgelwerke und verfasste musiktheoretische Schriften.

Seine Bedeutung als Theoretiker beruht auf der Entdeckung der Kombinationstöne, seinen Untersuchungen zum Problem der Temperatur- und einer Harmonielehre, die die Kompositionspraxis seiner Zeit reflektierte.

1747 wurde Sorge als Mitglied Nr. 15 (nach J.S. Bach) in die Sozietät der musikalischen Wissenschaften aufgenommen.

Reinhard Kübrich

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