Gewerkschaft fordert Lohn-Plus für Beschäftigte in Brauereien
Erfurter tranken im letzten Jahr 220.000 Hektoliter Bier

Frisch gezapft: Bier bleibt ein Lieblingsgetränk der Deutschen. Nicht nur im vergangenen Rekordsommer
verzeichneten die Brauer solide Umsätze.
  • Frisch gezapft: Bier bleibt ein Lieblingsgetränk der Deutschen. Nicht nur im vergangenen Rekordsommer
    verzeichneten die Brauer solide Umsätze.
  • Foto: NGG / alle Rechte frei
  • hochgeladen von Daniel Dreckmann

Lust auf Hopfen und Malz: In Erfurt wurden im vergangenen Jahr rund 220.000 HektoliterBier getrunken – ein großer Teil davon aus regionalen Brauereien.

Das hat dieGewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) errechnet.
Sie geht dabei von einemPro-Kopf-Verbrauch von 101 Litern pro Jahr aus.

„Bier ist nach wie vor ein Lieblingsgetränkin der Region. Die Brauer verzeichnen gute Umsätze – und das nicht nur wegen des
Rekordsommers und der Fußball-WM.
Davon sollen jetzt die Beschäftigten profitieren“,sagt der NGG-Verhandlungsführer Uwe Ledwig. Für die Mitarbeiter in den thüringischen

Brauereien fordert die NGG in der anstehenden Tarifrunde die Angleichung der Löhne andas tarifliche Branchenniveau, schreibt die NGG in einer Presseerklärung. „Wie das Reinheitsgebot zum Bier gehört, muss das

Gleichheitsgebot bei den Löhnen für die Brauerei-Beschäftigten selbstverständlich sein.170 bis 240 Euro Lohnunterschied zum Durchschnitt bundesweit sind 30 Jahre nach der
Einheit nicht zu akzeptieren“, fordert die Gewerkschaft.

„Von großen Marken wie Hasseröder und Köstritzer bis hin zur Hausbrauerei vor Ort – dieBetriebe machen solide Geschäfte“, betont der NGG-Landesvorsitzende Uwe Ledwig.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes setzte die Branche in Thüringen imvergangenen Jahr 2,7 Millionen Hektoliter Bier ab. „Hinzu kommt der wachsende Markt mit
alkoholfreien Sorten, die in der Bilanz nicht enthalten sind“, erklärt Ledwig.

„Jetzt muss auch für die Mitarbeiter mehr drin sein. Sie klagen schon lange über einesteigende Arbeitsbelastung. Das hat auch mit dem Trend zu neuen Sorten und technischen
Umstellungen zu tun“, so die NGG. Das Anforderungsniveau in den Brauereien steige seit
Jahren, betont die Gewerkschaft in Ihrer Pressemitteilung. Im heißen Sommer hätten viele Beschäftigte Extra-Schichten geschoben.
„Dasmuss sich dann auch am Monatsende bezahlt machen. Sonst wird es für Braumeister
zunehmend schwerer, Azubis und Fachkräfte zu gewinnen“, sagt Ledwig.

Die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft NGG und der BrauereiTarifgemeinschaft Sachsen-Thüringen starten am morgigen Donnerstag, den 1. August,in Dresden.

Autor:

Daniel Dreckmann aus Zeulenroda-Triebes

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