Führung durch die Sonderausstellung „Humboldt4: Aus Schönhaide nach Südamerika – Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering“
Gedanklicher Exkurs nach Südamerika - bei einer Sonderführung an diesem Sonntag

Die Aquarelle, die Anton Göring von seinen Südamerika-Reisen zeichnete, lassen einen schnell ins Träumen geraten - ins Träumen von weiten Reisen und großen Abenteuern.
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  • Die Aquarelle, die Anton Göring von seinen Südamerika-Reisen zeichnete, lassen einen schnell ins Träumen geraten - ins Träumen von weiten Reisen und großen Abenteuern.
  • Foto: Museum Burg Posterstein
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Betritt man die Sonderschau Humboldt4 im Museum Burg Posterstein, begibt man sich auf eine gedankliche Reise nach Südamerika. Das bestätigten auch Besucher aus Argentinien und Bolivien, die sich die Ausstellung am Wochenende anschauten.

Einen detaillierten Blick in die Geschichte Anton Goerings und das Reisen im 19. Jahrhundert gibt Kuratorin Franziska Engemann an diesem Sonntag, 29. September, 15 Uhr, in einer Sonderführung durch die Sonderschau „Humboldt4: Aus Schönhaide nach Südamerika – Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering“.

Mitte des 19. Jahrhunderts gelang Anton Goering (1836–1905), einem einfachen Handwerkersohn aus dem Altenburger Land, Außergewöhnliches: Gleich zweimal bekam er als junger Mann die Chance auf den Spuren des schon damals berühmten Forschers Alexander von Humboldt nach Südamerika zu reisen. Dort erforschte er die Tier- und Pflanzenwelt und hielt sie in Präparaten und Zeichnungen für die Nachwelt fest.

Unterwegs führte er Reisetagebücher und ein Skizzenbuch, von denen drei im Archiv des Leibniz-Instituts für Länderkunde in Leipzig überdauert haben. Sie sind derzeit im Museum Burg Posterstein zu sehen. Auf einem Bildschirm kann man die einzelnen Seiten samt Zeichnungen und Skizzen in hoher Auflösung bestaunen.

Für die Ausstellung wertete die studierte Historikerin Franziska Engemann die Tagebücher erstmals aus. Somit leistet die Schau einen wichtigen Beitrag zur Erforschung regionaler und internationaler Geschichte.

Die Führung ist im normalen Museumseintritt inbegriffen.

Das Museum Burg Posterstein erinnert noch bis zum 17. November in der Ausstellung "Humboldt4: Aus Schönhaide nach Südamerika –Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering" an Anton Goering (1836–1905), dem als Handwerkersohn aus dem Altenburger Land eine Karriere als Forschungsreisender, Zeichner und Tierpräparator gelang.

Das spätere Mitglied der Zoological Society of London erwarb seine ersten künstlerischen Fertigkeiten in der Kunstschule Bernhard von Lindenaus. Frühe naturwissenschaftliche Anregungen bekam er von Alfred Brehm und den Mitgliedern der Naturforschenden Gesellschaft des Osterlandes. Auf den Spuren Humboldts betrieb er auf Reisen in Südamerika botanische und geografische Studien. Goering leistete einen wichtigen Beitrag zur Erforschung Venezuelas und lieferte auch Illustrationen zu „Brehms Tierleben“.

Anton Goerings Südamerika-Aquarelle werden heute auf dem Kunstmarkt zu hohen Preisen gehandelt. Kurz vor Fertigstellung der Ausstellung gelang es, zwei wertvolle Aquarelle Anton Goerings aus dem Archiv des Leibniz-Instituts für Länderkunde in Leipzig für die Ausstellung zu leihen.

Eines dieser Aquarelle zeigt die von Humboldt beschriebene Guácharo-Höhle, die nach ihrem tierischen Bewohner, dem Guácharo, einem nachtaktiven Vogel, benannt ist. In Venezuela besuchte Anton Goering auch Stätten, die sein großes Vorbild Alexander von Humboldt erforscht hatte. Die Guácharo-Höhle besichtigte er im Juni 1867.
In einem Brief nach London schrieb er:
„Es machte auf mich einen eigenthümlichen Eindruck, als ich auf derselben Stelle stand, wo der größte Mann der Wissenschaft gestanden. Was mag er gedacht haben, als er die gewaltigen unterirdischen Hallen mit ihren tausendfach gebildeten Stalaktiten sah! Ich zeichnete das sogenannte Quarto precioso, von vier Fackeln beleuchtet, und den prachtvollen Eingang der Höhle, bei dreimaligen Besuchen. Wenn Humboldt damals gehört hätte, daß noch größere Höhlen in der Nähe vorhanden sind, gewiß würde er sich länger in Caripe aufgehalten haben, um dieselben zu besuchen.“

Von Einheimischen geleitet, entdeckte Anton Goering nämlich ganz in der Nähe des Rio Arcacuar zwei Höhlen, die den europäischen Forschern bis dahin unbekannt waren. Eine der Höhlen konnte er betreten und zeichnen. Diese „Cueva Grande“ bei Teresen, Estado Monagas, wird Goering zu Ehren auch „Cueva Anton Goering“ genannt.

Im Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig sind Teile einer Sammlung erhalten, die Anton Goering persönlich dem Museum für Länderkunde Leipzig zum Geschenk machte. Ursprünglich umfasste diese über 250 Aquarelle, ein Ölbild, zwei Tagebücher, ein Skizzenbuch und verschiedene Druckgrafiken Goerings. Nach erheblichen Verlusten im Zweiten Weltkrieg gelangten die verblieben Stücke aus dem Museum für Länderkunde ins Archiv für Geografie des Leibniz-Instituts. Heute sind noch zwei Reisetagebücher, ein Skizzenbuch, zwei Aquarelle sowie 92 Druckgrafiken und 36 Autotypen auf Dünndruckpapier erhalten.

Gezeigt werden in der Ausstellung auf Burg Posterstein  u.a. die beiden Aquarelle, über 40 Graphiken, die Tagebücher und ein Skizzenbuch von Anton Goering.

Quelle: Museum Burg Posterstein

Autor:

Daniel Dreckmann aus Zeulenroda-Triebes

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