Bei Kindern ansetzen, um ein Umdenken bei der Ernährung zu erzielen
Gut essen will gelernt sein

Kinder sollen in Thüringen schon in Kindertagesstätten beigebracht bekommen, wie man sich gesund ernährt. Wer interessiert ist, kann sich dazu beraten lassen und unterstützendes Material erhalten.
  • Kinder sollen in Thüringen schon in Kindertagesstätten beigebracht bekommen, wie man sich gesund ernährt. Wer interessiert ist, kann sich dazu beraten lassen und unterstützendes Material erhalten.
  • Foto: arembowski / www.pixabay.com
  • hochgeladen von Daniel Dreckmann

Mit Kuriosem und Fantastischem können Kinder, vor allem im Vorschulalter, gut und gerne dienen. Da werden Brokkoli-Röschen schon mal zu den „komischen Bäumen in der Soße“, Lollis wachsen an eben jenen und unsere Milch kommt ursprünglich – klar – aus dem Supermarkt.

Auch wenn solche Aussagen zum Schmunzeln hinreißen, zeigen sie vor allem eins: Es gibt Defizite, und es besteht Handlungsbedarf bei der Ernährungsbildung in den Kindertagesstätten, schreibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V..

Kinder sollen schon in der Kita
zu gutem Essen erzogen werden

Das Land Thüringen und die Techniker Krankenkasse haben dies gemeinsam zum Anlass genommen, die Ernährungsbildung in Thüringer Kindertageseinrichtungen voranzubringen.

Neben ihrer Betreuungs- und Erziehungsfunktion haben Kindertagesstätten auch einen gesetzlichen Bildungsauftrag und sind somit Wirkungsstätte bei der Vermittlung von Wissen rund um das Thema Gesundheit und Ernährung. Deshalb ist das frühzeitige Heranführen an die Vielfalt und Herkunft von Lebensmitteln sowie ihrer Bedeutung für die Gesundheit der Kinder sehr wichtig, um eine gute Akzeptanz gesundheitsfördernder Lebensmittel zu erzielen.

Projektleiterin Irina Platz sieht hier eine große Verantwortung bei den Einrichtungen: „Das geplante Vorhaben soll Thüringer Kitas bei der Umsetzung ihres gesetzlichen Bildungsauftrages vor Ort unterstützen, um so Kindern den Weg in eine gesunde Zukunft zu ebnen.“

Besondere Förderung dort,
wo das Risiko hoch ist

Im Juli 2019 startete hierzu das Projekt „Ernährungsbildung in Thüringer Kindertagesstätten“, welches von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) – Sektion Thüringen in enger Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse konzipiert wurde und mit Unterstützung der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege Thüringen e.V. durchgeführt wird. Gefördert wird das Projekt von der Techniker Krankenkasse sowie dem Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz (TMMJV) über eine Dauer von drei Jahren.

Der Fokus wird dabei auf Einrichtungen gelegt, welche im Bereich der Gesundheitsförderung die stärksten Defizite und den höchsten Beratungsbedarf in Thüringen aufzeigen. Insbesondere die in den letzten Jahren auffälligen Landkreise mit einer hohen Prävalenz, also einem hohen Anteil in einer Gruppe, von Übergewicht und Adipositas bei der Schuleingangsuntersuchung sollen von diesem Projekt zur Ernährungsbildung in den Kindertageseinrichtungen profitieren.

Spielerische Wissensvermittlung
ist das Ziel

Zur Gewährleistung der Nachhaltigkeit innerhalb der Einrichtungen ist geplant, Multiplikatoren zu schulen, Mittagessensausschüsse einzurichten und Kindern Wissen über gesundheitsfördernde Ernährung spielerisch zu vermitteln, um somit langfristig die Verpflegung in den Einrichtungen zu verbessern.

Erarbeitet werden hierzu von der DGE – Sektion Thüringen zielgruppenspezifische Bildungsmaterialien für Erzieher, Eltern, Essensanbieter sowie die Kita-Kinder, welche in den Modelleinrichtungen vorgestellt und erprobt werden.

Ansprechpartnerin ist
Frau Irina Platz von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. – Sektion Thüringen
E-Mail: irina.platz@dge-th.de
Telefon: 03641 / 94 96 31

Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie auch unter:
www.dge-th.de

Autor:

Daniel Dreckmann aus Zeulenroda-Triebes

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