Ein Gedicht, das (leider) auf einer wahren Begebenheit beruht
Man müsste…

Ja, man müsste...

In einem Einkaufszentrum sitz‘ ich,
tief versonnen beim Kaffee.
Ganz unerwartet, plötzlich
dieses Taschentuch ich seh‘.

Es liegt auf großen Marmorsteinen,
weht hin und her und ruht auch still.
Ich seh‘ es zwischen Menschenbeinen
Und frage mich, was es wohl will.

Man müsste…, denke ich. Man sollte…
das Papiertuch jetzt mal wegtun.
Also, wenn ich täte, wie ich wollte,
im Papierkorb würd‘ es ruh‘n.

Doch es liegt noch immer dort.
Viele Menschen kommen, gehen,
tragen ihre Waren fort.
Und das Tuch bleibt - ungesehen.

Man müsste…, denke ich. Man sollte…
das Papiertuch jetzt mal wegtun.
Also, wenn ich täte, wie ich wollte,
im Papierkorb würd‘ es ruh‘n.

Dann, ich sage noch „Ich glaub‘ es kaum“,
bückt langsam sich ein alter Mann.
Für Entschuldigungen bleibt kein Raum.
Denn er tut das, was ich nur denken kann...

Daniel Dreckmann

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