Bündnis verabschiedet wissenschaftlich fundierte Konzeption für weitere Arbeit
Netzwerk Courage gegen Drogen verbindet Theorie und Praxis

Corina Fügmann, Netzwerk-Koordinatorin, und Studentin Jelka Linke präsentieren die Konzeption des Netzwerkes „Courage gegen Drogen im Saale-Orla-Kreis“.
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  • Corina Fügmann, Netzwerk-Koordinatorin, und Studentin Jelka Linke präsentieren die Konzeption des Netzwerkes „Courage gegen Drogen im Saale-Orla-Kreis“.
  • Foto: Pressestelle Landratsamt Saale-Orla-Kreis
  • hochgeladen von Daniel Dreckmann

„Es ist wichtig, theoretisches Wissen in die Praxis zu tragen und umgekehrt“,
argumentiert Landrat Thomas Fügmann. Der Landrat ist Gründer und Schirmherr desNetzwerkes Courage gegen Drogen im Saale-Orla-Kreis, das die gemeinsamen Ziele und Arbeitsweisen der Netzwerkpartner nun in eine Konzeption gefasst und in ihrer jüngsten Tagung verabschiedet hat.

Bisher war die konzeptionelle Idee des Netzwerkes nicht in einer solchen Form
schriftlich fixiert, heißt es in der Präambel zur Konzeption, die federführend von Jelka Linke, Studentin der Sozialen Arbeit an der Dualen Hochschule Gera-Eisenach erarbeitet wurde. Die Möschlitzerin, die das Konzept im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit entwickelte, ist seit einem Jahr im Netzwerk Courage gegen Drogen aktiv, teilt das Landratsamt Saale-Orla-Kreis mit.

So hatte sie einerseits die praktische Arbeit der Netzwerkpartner – darunter der MitarbeiterInnen des Jugendamtes und des sozialpsychiatrischen Dienstes, der Suchtberatung, der Schulsozialarbeiter, des Staatlichen Schulamtes sowie der Polizeiinspektion Saale-Orla – erlebt, andererseits die Grundlagen des Methodischen Handelns in der Sozialen Arbeit im Studium gelernt. Nach einer Arbeitshilfe der Münsteraner Professorin Hiltrud von Spiegel analysierte sie die bisherige Arbeit des 2014 gegründeten Netzwerkes und erarbeitete, partizipativ und gemeinsam mit einer eigens gebildeten Steuerungsgruppe, die konzeptionelle Darstellung, schildert das Landratsamt Saale-Orla-Kreis.

Das 24-seitige Werk enthält nebeneiner Beschreibung der kommunalen Ausgangssituation zur Netzwerkgründung dessen Leitbild und Zielgruppen, ein Organigramm sowie Informationen zu Leistungen und Arbeitsprinzipien, finanziellen und sachlichen Ressourcen, eine geplante Evaluation und einen Ausblick.

Die Konzeption ist auf der Webseite des Saale-Orla-Kreises (www.saale-orla-kreis.de/Gesundheit/Soziales - Netzwerk Courage gegen Drogen) veröffentlicht.

„Das Konzept ist ein Meilenstein in unserer Netzwerkarbeit“, erklärte dessen
Koordinatorin Corina Fügmann. Vor knapp fünf Jahren waren im Saale-Orla-Kreismehrere Faktoren zusammen getroffen, die die Bildung eines solchen Netzwerkes erfordert und ermöglicht hatten: ein immer stärker öffentlich wahrgenommenes Drogenproblem, explosiv steigende Kosten im sozialen Bereich im Zusammenhang mit Suchtproblematiken in Familien sowie die tiefgreifende Erkenntnis von Fachkräften verschiedener Professionen, dass sie „allein“ dem Thema nicht genug entgegen zu setzen haben. Nun werde die Zusammenarbeit der Partner auf wissenschaftlicher Basis professionalisiert. „Wir haben damit eine verbindliche Arbeitsgrundlage, inclusive der aktuellen gesetzlichen Grundlagen, die uns Handlungssicherheiten geben“, so Corina Fügmann.

„Courage gegen Drogen ist ein langfristiges Projekt, bei dem sich Erfolge nicht schnelleinstellen“, so Landrat Thomas Fügmann. „Das Drogen-Problem ist im Saale-Orla-Kreis nach wie vor ein Riesen-Thema, an dem man auch verzweifeln kann“, stellt Fügmann fest. Wöchentlich, gar täglich sind die Netzwerkpartner als Ansprechpartner für Betroffene, die verschiedene Arten von Drogen konsumieren, und deren Angehörige gefragt.

„Ich hatte in den letzten Tagen wieder mehrfach mit verzweifelten Eltern zu tun“, berichtet der Polizeibeamte Sören Fröhlich, der häufig Fälle von Betäubungsmittelkriminalität in der Region feststellt, in der jüngsten
Netzwerkberatung. Fröhlich mahnte an, dass die Arbeit, Angebote und
Ansprechpartner des Netzwerkes noch stärker bekannt gemacht werden müssen, schreibt das Landratsamt Saale-Orla-Kreis.

Revolution Train im Oktober

Bereits zum dritten Mal macht vom 1. bis 3. Oktober der Anti-Drogen-Zug„Revolution-Train“ am Bahnhof in Schleiz halt.

Wie in den vergangenen Jahren sollen rund 1.500 Schülerinnen und Schüler der Region an dem Aufklärungsprojekt teilnehmen. Für Schüler aller neunten Klassen aus dem Saale-Orla-Kreis werden durch das Netzwerk Courage gegen Drogen die Teilnahme am Projekt, der Bus-Transfer nach Schleiz sowie die Vorbereitung und anschließende Reflexion des Erlebten mit ausgebildeten Mentoren organisiert.

Die Teilnahme ist aus organisatorischen Gründen nur nach Anmeldung möglich.

Anmelden kann mansich ab sofort unter Telefon: (03663) 488 958 oder bei Facebook/Courage gegen Drogen im Saale-OrlaKreis.

Corina Fügmann, Netzwerk-Koordinatorin, und Studentin Jelka Linke präsentieren die Konzeption des Netzwerkes „Courage gegen Drogen im Saale-Orla-Kreis“.
Partner im Netzwerk Courage gegen Drogen verabschiedeten in Schleiz gemeinsame Netzwerkkonzeption.

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