Im Gespräch mit Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Thüringen
Was esse ich hier eigentlich?

Wer nach den Feiertagen etwas auf seine Figur achten und sich bewusster ernähren möchte, der ist auch mit vielen Thüringer Produkten, wie etwa frischer Forelle, gut beraten.
  • Wer nach den Feiertagen etwas auf seine Figur achten und sich bewusster ernähren möchte, der ist auch mit vielen Thüringer Produkten, wie etwa frischer Forelle, gut beraten.
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Im Gespräch mit Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Thüringen, regt dieser ein generelles Umdenken und einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln an.

"Die meisten von uns haben wohl über die Weihnachtsfeiertage – ob zu Hause oder im Restaurant – üppig gespeist, wenn möglich am besten Gans oder Ente“, sagt Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Thüringen e.V., und kann sich ein kurzes Lächeln nicht verkneifen. „Da ist ja auch nichts gegen zu sagen. Nur wenn man dann irgendwann doch einmal auf die Waage steigt, dann ist das Erschrecken groß. Aber all die guten Vorsätze, jetzt ganz viel Sport zu treiben und ganz schnell abzunehmen, halten meistens auch nur kurz. Wer nach den ‚fetten Feiertagen‘ wirklich abnehmen will, muss andere Wege wählen.“

Umdenken, Pausen machen
und bewusst genießen

Dirk Ellinger schweben verschiedene Ansätze vor, wie man seine Ernährung sinnvoll umstellen kann.

Sport ist natürlich immer ein Weg, gesundheitsbewusster zu leben und sich entsprechend zu ernähren. So steigen rund um den Jahreswechsel die Zahlen der neuen Mitglieder in Fitnessstudios regelmäßig an – die meisten halten aber nicht lange durch. Eine andere Motivation sind sportliche Events, wie der Rennsteiglauf. Solche Ziele können oft zu mehr Disziplin und gesundheitsbewussterem Leben motivieren. Es bedarf aber immer einer gewissen Überwindung, die vielen dann doch schwerfällt. Die Ernährung bewusst umzustellen, fällt da oft leichter und ist deshalb vielversprechender.

Ein möglicher Schritt in diesem Zusammenhang ist fast so etwas wie ein Eingeständnis: „Als die Grünen mit dem Veggie Day einen fleischlosen Tag in Kantinen einführen wollten, waren wir dagegen, weil wir immer noch der Meinung sind, dass man die Art, wie sie sich ernähren, den Menschen nicht vorschreiben darf“, erklärt Dirk Ellinger. „Der Einzelne muss sich anders ernähren wollen, sonst erreicht man gar nichts. Dann aber ist ein vegetarischer Tag durchaus sinnvoll.“

Der aber wohl entscheidendste Beitrag für eine gesündere Ernährung ist und bleibt aber die kontinuierliche, bewusste Auseinandersetzung mit den Lebensmitteln, die man konsumieren und genießen möchte.

„Fleisch ist in Deutschland einfach viel zu günstig“, stellt Dirk Ellinger entschieden fast. „Wenn ich Schweinefleisch im Supermarkt kaufe und dort für ein Kilogramm Kamm nur drei Euro oder 3,50 Euro zahlen muss, dann muss ich mich doch ernsthaft fragen: ‚Wie geht so etwas?‘“

Das Ziel beim Fleischkonsum müsse eindeutig lauten: Weniger Masse, dafür mehr Qualität.

Alles läuft auf
eine einzige Frage hinaus

Wie dieses Umdenken funktionieren könnte, macht Dirk Ellinger am Verhalten vieler Restaurantbesucher deutlich: „Ein guter Salat hat seinen Preis, das weiß jeder Konsument in Deutschland und ist auch bereit, im Restaurant 8 oder 10 Euro dafür zu bezahlen. Wenn ich als Gastwirt aber den selben Preis für ein Stück Fleisch nehme, das in der Produktion viel aufwendiger ist, dann empfinden viele Gäste das als zu teuer. Und genau hier muss ein Umdenken stattfinden. Und das ist auch gar nicht so schwer, wenn man sich einfach öfter fragt: ‚Was esse ich hier eigentlich?‘“

Restaurantbesuche
anders gestalten und neu erleben

Im Grunde müsste auch die Art, Essen zu gehen, neu gedacht werden, regt der Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Thüringen an. Derzeit stünde für viele Kunden in der Gastronomie immer noch die Sättigung im Vordergrund. „Die ist aber in einem Restaurant mit den Kosten, die der Gastwirt zu schultern hat, immer wesentlich teurer, als zu Hause, auch weil die eigene Zeit und die Kosten nicht berücksichtigt werden“, gibt Dirk Ellinger zu bedenken.

„Es muss viel mehr darum gehen, zu genießen. Wenn ich schon zu einem Profi-Koch ins Restaurant gehe, dann sollte ich immer offen für etwas neues sein und vor allem Dinge bestellen, die ich alleine zu Hause nicht zubereite – entweder, weil ich es nicht so gut kann oder weil der Aufwand viel zu groß ist. Wenn ich persönlich zum Beispiel zu meinem Lieblings-Italiener gehe, dann bestelle ich vor allem mehrere Vorspeisen, weil die relativ aufwendig in der Zubereitung sind und super schmecken.“

Nur keine Scheu:
Immer Fragen stellen

Dirk Ellinger verweist auf die Bedeutung von Nachhaltigkeit und Regionalität und gibt zu bedenken, dass Wildschweinfleisch oft aus Neuseeland importiert werde, obwohl es in heimischen Wäldern genug Wildschweine gebe.

Den Hinweis, dass man als Gast im Restaurant schlecht nachvollziehen könne, wo das Fleisch herkomme, will der Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Thüringen so nicht gelten lassen: „Man kann und man sollte immer die Frage stellen: ‚Wo kommt das her, was Sie mir hier anbieten?‘ Denn es geht immer nur um die eine Frage: ‚Was esse ich hier eigentlich?‘“

Das Problem
mit dem einen, richtigen Tipp

Danach gefragt, was er den Lesern für einen Tipp geben kann, wenn man sich nach den Feiertagen etwas bewusster und leichter ernähren möchte, empfiehlt Dirk Ellinger zunächst einen Caesar Salad, wie er aus der US-amerikanischen Küche bekannt ist. „Zusammen mit einem Stück Brot kann man ihn zu jeder Tages- und Nachtzeit essen.“ Dann schwärmt er von der italienischen Küche und ihren Delikatessen – nur um dann auf die Thüringer Küche zu sprechen zu kommen: „Guter Fisch, zum Beispiel eine frische Forelle, ist immer eine gute Wahl. Und Wild richtig zubereitet, kann auch eine leichte Speise sein ... und Thüringer Klöße gehen sowieso immer.“

Letzten Endes ist entscheidend, dass es schmeckt und dass man darauf vertrauen kann, gute Qualität serviert zu bekommen. Und das kann man bei uns in der Region.

Daniel Dreckmann

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