Ratgeber im Trauerfall: Billig wird oft teuer bezahlt
Was kostet eine Bestattung?

Nach der ersten Kontaktaufnahme mit einem Bestatter per Internet sollte eine persönliche Beratung erfolgen, um die Angehörigen bestmöglich betreuen zu können. Am Ende steht ein seriöser vergleichbarer Kostenvoranschlag des Bestatters, sodass die Hinterbliebenen genau wissen, was auf sie zukommt.
  • Nach der ersten Kontaktaufnahme mit einem Bestatter per Internet sollte eine persönliche Beratung erfolgen, um die Angehörigen bestmöglich betreuen zu können. Am Ende steht ein seriöser vergleichbarer Kostenvoranschlag des Bestatters, sodass die Hinterbliebenen genau wissen, was auf sie zukommt.
  • Foto: ©PointImages/istockphoto.com/BDB/akz-o
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In kaum einem Geschäftsfeld sind Menschen in einer solchen existenziellen Ausnahmesituation wie beim Tod eines nahen Verwandten und der Beauftragung einer Bestattung. Wer dann Preisvergleichsportale im Internet für Bestattungen konsultiert, erwartet zu Recht Transparenz und Seriosität. Der Verbraucher geht davon aus, dass er auf solchen Seiten einen schnellen Überblick über die Marktverhältnisse bekommt und dadurch ein preisgünstiges Angebot findet.

Vorsicht bei Vergleichsportalen

Das bestätigt auch eine repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts Dimap (10/2016), die der Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB) e.V. in Auftrag gab: Dabei stellte sich heraus, dass 77 Prozent der Bundesbürger nicht bekannt war, dass die Vergleichsportale für Bestattungen Provisionen in Höhe von 12 bis 20 Prozent vom beauftragten Bestatter abverlangen. Die Information einer Provision ist aber für den Verbraucher von erheblichem Interesse.

Der Bundesgerichtshof hat 2017 dazu ein richtungsweisendes Urteil zum Bestattungspreisvergleich im Internet gefällt. Anlass war die Klage des Bundesverbandes Deutscher Bestatter e.V. (BDB) gegen ein provisionsbasiertes Vergleichsportal. Dort wurde eine scheinbar repräsentative Bandbreite von Angeboten suggeriert. Tatsächlich wurden aber nur Bestattungsunternehmen gelistet, die sich zuvor zu einer Provisionszahlung an das Vergleichsportal bereit erklärt hatten. Diese Provisionen betrugen im aktuellen Fall 15 bis 17,5 Prozent des Angebotspreises. Bei anderen Portalen waren es sogar bis zu 20 Prozent. Nur wer sie zahlte, wurde in den Preisvergleich aufgenommen.

Nach der höchstrichterlichen Entscheidung müssen Vermittlungsportale für Bestattungen nun den Nutzer darauf aufmerksam machen, wenn sie nicht sämtliche Anbieter, sondern nur ausgewählte Unternehmen berücksichtigen.
Fazit: Transparenz ist Pflicht.

Individuelle Beratung ist elementar wichtig

Angehörige eines Trauerfalls brauchen eine nachvollziehbare, qualifizierte und ganz auf die Bedürfnisse der Trauernden abgestimmte individuelle Beratung. Ab jetzt muss die Information über eine Provision dem Internet-Nutzer so erteilt werden, dass er sie klar und deutlich zur Kenntnis nehmen kann.

Die Entscheidung des BGH steht ganz im Einklang mit den seit langem erhobenen Forderungen der deutschen Bestatter: Hinterbliebene sind immer und in allen Bereichen transparent, verständlich und umfassend zu informieren.

Dies ist besonders notwendig, weil die Inanspruchnahme einer Bestattungsdienstleistung fast immer aus einer emotional belastenden Lage heraus und unter hohem Zeitdruck (Bestattungsfristen gem. der BestG der Länder) erfolgt. Somit sind immer besonders hohe Anforderungen an Ehrlichkeit und Verlässlichkeit zu stellen.

Überdies verteuert die an den Verbraucher weitergegebene Provisionszahlung die Bestattung unnötig!

Das Such-Portal des Bundesverbandes Deutscher Bestatter e.V. funktioniert völlig unabhängig von Provisionszahlungen. Unter www.bestatter.de werden nach Eingabe des Ortes oder der Postleitzahl alle Bestatter regional sortiert aufgelistet, bei denen Sie sich konkret über Kosten und alle weiteren notwendigen Schritte informieren können.

So rät der Bundesverband Deutscher Bestatter e.V. dazu, rechtzeitig bei einem Bestattungsinstitut einen Kostenvoranschlag einzuholen, gegebenenfalls auch Vergleichsangebote. Der Anteil der Fremdleistungen kann bei 60 Prozent und höher liegen.

So entsteht ein realistischer und nachvollziehbarer Preis

Das Angebot eines seriösen Bestatters setzt sich aus drei Kostenblöcken zusammen:

1. eigene Dienstleistungen und Lieferungen
2. Fremdleistungen (Todesanzeigen, Blumen usw.)
3. Friedhofs- und sonstige Gebühren

Vorsicht vor versteckten Kosten im Internet

Vergleichsportale im Internet können aufgrund preislich starker regionaler Unterschiede bei den Fremdleistungen und der Bandbreite von Bestattungsdienstleistungen sowie Bestattungsartikel kaum zu einer Preistransparenz beitragen. Deshalb kann auch kein Unternehmen ohne genaue Informationen einen absoluten Festpreis vorab nennen. Schützen Sie sich vor verdeckten Kosten.

Bei der Bestattung handelt es sich um eine sehr individuelle und hochkomplexe Dienstleistung, für die eine seriöse und eingehende Beratung nötig ist. Lockvogelangebote zu vermeintlichen „Billig- und Pauschalpreisen“ halten nicht, was sie versprechen.

Der Bestatter Ihres Vertrauens ist verpflichtet, Ihnen auf Wunsch einen transparenten Kostenvoranschlag zu erstellen. Dort sind dann alle Kosten aufgeführt. Individuelle Wünsche zur Bestattung besprechen Sie mit Ihrem Bestatter persönlich: entweder telefonisch, bei einem Besuch im Bestattungsinstitut oder in Ihren eigenen vier Wänden.

Der Bundesverband Deutscher Bestatter empfiehlt, auf der Grundlage detailliert ermittelter Kosten eine Bestattungsvorsorge – entweder über das Kuratorium Deutsche Bestattungskultur oder die Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand AG – bereits vorsorglich zu Lebzeiten abzuschließen.

Sprechen Sie mit Ihren Bestatter vor Ort – Ihr kompetenter Berater und Begleiter in allen Trauerfragen und zum Thema sichere Bestattungsvorsorge.

Mehr zum Thema unter:
www.bestatter.de
und
www.vorsorge-heute.de

BDB / str

Autor:

Daniel Dreckmann aus Zeulenroda-Triebes

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