Rückblick und Statistisches rund um die weiße Pracht an den Feiertagen
Weiße Weihnacht überall...?

Ein Traum: Weiße Weihnachten wünschen sich die meisten, aber  in hiesigen Breitengraden  kommt das eher selten vor.
  • Ein Traum: Weiße Weihnachten wünschen sich die meisten, aber in hiesigen Breitengraden kommt das eher selten vor.
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  • hochgeladen von Daniel Dreckmann

Der „letzte“ Schnee

Flächendeckend weiße Weihnachten gab es zuletzt im Jahr 2010. Am 2. Weihnachtsfeiertag jenen Jahres lag der Schnee beispielsweise in Gera-Leumnitz 70 Zentimeter hoch. Erstmals wieder seit 1981.

Sehr zur Freude der Kinder. Sie konnten ihre geschenkten Schlitten ausprobieren. Für die Tour de Ski zum Jahreswechsel in Oberhof und den Biathlon-Weltcup hatten die Organisatoren einen Vorrat angelegt. Doch von oben kam mehr als gebraucht wurde.

Während im Dezember 2010 und Anfang Januar im ganzen Land arktische Kaltluft dominierte, änderte sich die Wetterlage ab dem 6. Januar abrupt. Milde Luft aus Südwesten brachte kräftiges Tauwetter bis in die Hochlagen der Mittelgebirge.

Der Dezember 2010 war so kalt wie seit 40 Jahren nicht mehr, dagegen fiel der sich anschließende Januar 2011 in Deutschland deutlich zu warm aus. Das registrierte der Deutsche Wetterdienst in Offenbach.

Besondere Winter der vergangenen Jahrzehnte

Kalte und schneereiche Winter gab es in den vergangenen Jahrzehnten mehrere. So zum Beispiel 1969/70. Vom 1. Dezember bis zum 23. März konnte man in ganz Thüringen Ski laufen.

Als sehr extrem stuften die Meteorologen den Winter 1978/79 ein. Kälte, Sturm und hoher Schnee legten für mehrere Tage das öffentliche Leben lahm. Schulen waren geschlossen und Soldaten der damaligen DDR halfen die Versorgung mit Brennstoffen und Nahrungsmitteln zu sichern.

Ein besonders strenger Winter herrschte 1928/29. Die Ostsee war vollständig dick vereist, und selbst die Nordsee war so stark vereist, dass alle deutschen Nordseeinseln zu Fuß erreicht werden konnten. Sämtliche Flüsse und Seen in Deutschland waren komplett vereist.

Die beiden Winter 1939/40 und 1941/42 zählen in der Statistik ebenfalls zu den strengen Wintern, aber der Winter der Jahre 1962 auf 1963 war wohl der strengste Winter des 20. Jahrhunderts. In weiten Teilen Mitteleuropas war dieser Winter zu kalt und insbesondere zu trocken, trotzdem hielt sich die geschlossene Schneedecke des Frühwinters bis in den März. Die Ostsee war komplett vereist. Auf dem Rhein bildete sich – zum bisher letzten Mal – eine geschlossene Eisdecke. Da auch Eisbrecher diese nicht mehr durchdringen konnten, wurde das Eis schließlich durch Sprengungen beseitigt. Zum ersten Mal seit 1830 fror auch der ganze Bodensee zu (ein sehr seltenes Ereignis, weil der Bodensee sehr tief ist).

Weihnachtstauwetter

„Weiße Weihnachten“ sind in Deutschland ein eher seltenes Ereignis, zumindest wenn man nicht gerade im höheren Mittelgebirgsraum oder am Alpenrand wohnt. Stattdessen dominieren „Grüne Weihnachten“ für die Mehrzahl der Deutschen. Der erste Schnee der Saison fällt zwar oft bereits Ende November, jedoch folgt danach oft eine mildere Phase.

Viel Schnee gab es beispielsweise Ende November und Anfang Dezember 2012. Doch vor Weihnachten setzte Tauwetter ein und es regnete stark. Auch 1977 und 1983 registrierten die Meteorologen „warme Weihnachten“. Im Jahr 1999 fielen in Bad Lobenstein an den beiden Weihnachtsfeiertagen sogar 48 Liter Regen auf einen Quadratmeter.

Zum letzten Jahreswechsel 2017/18 gab es keinen Schnee. In vielen Orten Deutschlands war es zu Silvester schon fast frühlingshaft warm. Ein äußerst trockener und heißer Sommer folgte. Der Deutsche Wetterdienst spricht davon, dass das Jahr 2018 das wärmste, trockenste und sonnigste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn 1881 werden könnte. (Stand 03.12.2018)

cf / Reinhard Kübrich

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