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Historisches aus Bad Lobenstein
Wertvolle Altäre in Kirchen in Harra und Friesau

Den Altar in der St.-Michaelis-Kirche in Bad Lobenstein schuf vor 40 Jahren Friedrich Popp.
Den Altar in der St.-Michaelis-Kirche in Bad Lobenstein schuf vor 40 Jahren Friedrich Popp. (Foto: Reinhard Kübrich)
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Um die Gotteshäuser und Altäre ranken sich zahlreiche interessante Anekdoten und Geschichten. Hier eine kleine Auswahl.

Von Reinhard Kübrich

Den Altar in der Bad Lobensteiner St.-Michaelis-Kirche schuf vor 40 Jahren der Ebersdorfer Bildhauer Friedrich Popp.

Aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts stammt der Marienaltar in der St.-Nikolaus-Kirche von Harra. Zusammen mit dem Altar der Friesauer St.-Leonhart-Kirche gehören beide zu den wertvollen sakralen Baudenkmalen in Ostthüringen.

Die Anfänge der Kirche in Friesau gehen bis in die Jahrtausendwende zurück. Mönche sollen an diesem Standort eine Kapelle errichtet haben, um unter den damals hier lebenden Sorben das Christentum verbreiten zu können. Als man die Kirche von 1992 bis 1995 renovierte, wurden in der Erde unterhalb des Fußbodens alte Tonscherben, Hufeisen und Werkzeuge gefunden. Ein Archäologe des Denkmalschutzes bezeichnete diese Funde als aus dem 11. Jahrhundert stammend.

Überliefert ist, dass sie als Wehrkirche diente. Davon zeugen noch zwei Schießscharten. In den Jahren 1408 bis 1440 hat die Kirche ihre jetzige Gestalt erhalten.

Der große Marienaltar stammt aus dem Jahr 1447 und ist sehr gut erhalten. Er wurde vom Denkmalschutz 1982 konserviert und die aus Lindenholz gefertigten Figuren restauriert. Der Künstler ist namentlich nicht bekannt, stammt aber wohl aus dem süddeutschen Raum. Die beiden Seitenaltäre datieren etwa aus dem Jahr 1515 und sind ein Werk des Schnitzers Hans Gottwald. Er war ein Schüler von Tilman Riemenschneider und hatte seine Werkstatt in Saalfeld.

Das Altarwerk in der Harraer Kirche stammt aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts. Im Sockel ist eine Figurengruppe der Grablegung aufgestellt. Darüber steht im Hauptschrein die Figur der von zwei schwebenden Englein gekrönten und unten am Gewand von zwei knienden Englein erfassten Maria, das Jesuskind im Arm, zwischen den Heiligen Barbara und Katharina.

Der neue Altar der Bad Lobensteiner Kirche ist in drei Teile gegliedert. Das mittlere Teil lässt sich zweimal öffnen. Gestaltet sind die Themen: Sündenfall und Menschwerdung Gottes, Wirksamkeit Jesu Christi sowie Passion und Ostern. In einem Abschnitt des Kunstwerkes stellt der Künstler die Toten dar, die der Auferstehung harren. Das Zentrum des Oberteils bildet das Kruzifix.

Friedrich Popp war Zeit seines Lebens ein gläubiger Christ und stellte sein künstlerisches Schaffen in den Dienst des Glaubens. Davon zeugen viele seiner Werke.

Im Ebersdorfer Park steht das Denkmal „Die heilige Familie“. Für die Kirche gestaltete er eine Gedächtnistafel für die Gefallenen. Zwölf Reliefs zum Glaubensbekenntnis und eine große Weihnachtskrippe sind in der Saalburger Kirche zu bewundern. In Arnstadt arbeitete er fast 40 Jahre als Krankengymnast. Seine Meisterprüfung als Holzbildhauer bestand er 1954.

Als Höhepunkt des bildhauerischen Schaffens von Friedrich Popp wird aber der Altar in der St.-Michaelis-Kirche in Bad Lobenstein bezeichnet.

1510 wurde die Kirche erstmals urkundlich erwähnt. 100 Jahre später entstand ein Anbau mit Turm. Ein verheerender Stadtbrand vernichtete 1714 neben 160 Bürgerhäusern auch die Kirche. Sie wurde wieder aufgebaut und bekam eine neue Orgel.

Im September 1732 brach ein noch schlimmerer Brand aus. 150 Familien wurden obdachlos, die Kirche ein Raub der Flammen. Bereits ein Jahr später konnte wieder Gottesdienst gehalten werden.

130 Jahre später, beim letzten großen Stadtbrand in der Nacht vom 2. zum 3. Dezember 1862, wurde das Gebäude wieder vernichtet. Und erneut wieder aufgebaut.

Reinhard Kübrich

Den Altar in der St.-Michaelis-Kirche in Bad Lobenstein schuf vor 40 Jahren Friedrich Popp.
Der große Marienalter in der Kirche Friesau stammt aus dem Jahr 1447.
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