Tropenkrankheiten nehmen auch in Thüringer Krankenhäusern zu
Die „neuen“ Krankheiten – und worauf man achten sollte

Das tückische Dengue-Fieber wird in vielen tropischen Ländern durch Moskitos übertragen. Es gehört zu den Tropenkrankheiten, die auch in Thüringer Krankenhäusern vermehrt bei infizierten Urlaubs- oder Geschäftsreisenden behandelt werden müssen.
  • Das tückische Dengue-Fieber wird in vielen tropischen Ländern durch Moskitos übertragen. Es gehört zu den Tropenkrankheiten, die auch in Thüringer Krankenhäusern vermehrt bei infizierten Urlaubs- oder Geschäftsreisenden behandelt werden müssen.
  • Foto: skeeze / www.pixabay.com
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Der folgende Artikel ist nur einer von vielen spannenden, interessanten, informativen und oft auch überraschenden Beiträgen der Sonderveröffentlichung "Kliniken - der Ratgeber für Ihre Gesundheit", die an diesem Freitag, 21. September 2018, in allen Ausgaben der Thüringer Allgemeinen, der Ostthüringer Zeitung und der Thüringischen Landeszeitung beiliegt. Wenn Sie sich also für das Thema Gesundheit interessieren, dann kaufen Sie sich am Freitag eine dieser Tageszeitungen.

Fragen an Univ.-Prof. Dr. med. Mathias W. Pletz, Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Jena

Die Menschen werden immer mobiler und auch die Thüringer reisen – beruflich oder in den Ferien – immer häufiger in exotische, tropische Länder. Kann man in Thüringer Krankenhäusern allgemein einen Anstieg an tropischen Erkrankungen feststellen?
Das ist ein schleichender Prozess und passiert nicht von heute auf morgen. Messbar ist der offensichtliche Anstieg von Patienten mit Malaria und Dengue. Bis 2013 wurden in Deutschland jährlich zirka 500 Infektionen mit Malaria festgestellt. Seit 2014 sind es doppelt so viele.
Für Dengue verhält es sich ähnlich. Hier wurden in 2016 mehr als 900 Infektionen bei Reisenden festgestellt – so viele wie noch nie. Diesen Trend sehen wir auch an den Krankenhäusern in Thüringen.

Welche in Deutschland eher unbekannten Krankheiten müssen am häufigsten behandelt werden?
Dazu zählen vor allem Malaria, Dengue (auch Knochenbrecherfieber genannt), Tuberkulose und Bilharziose (eine Wurmerkrankung).

Bin ich als Betroffener, wenn ich im Urlaub zum Beispiel in Afrika oder Asien war, verpflichtet, dies meinem Arzt mitzuteilen, wenn ich gesundheitliche Probleme habe?
Verpflichtung – ist sicherlich das falsche Wort. Aber es ist nicht ratsam, Fernreisen bewusst zu verschweigen. Dazu gibt es ja auch eigentlich keinen vernünftigen Grund. Vor allem müssen unter medizinischen Aspekten bei Erkrankungen, die im Zusammenhang  mit  Auslandsreisen stehen, andere – seltene – Ursachen berücksichtigt werden. Das können die behandelnden Ärzte jedoch nur, wenn Sie die Reiseanamnese kennen.

Was sind Symptome, bei denen sowohl beim behandelnden Arzt als auch beim betroffenen Patienten die „Alarmglocken läuten“ sollten? Welche Anzeichen sollten einen stutzig machen?
Vor allem Fieber.

Was waren die gefährlichsten Krankheiten, die Sie persönlich schon behandelt haben?
Malaria, Tuberkulose, Lepra, Leishmaniose (eine durch Parasiten übertragene Infektionskrankheit) und Bilharziose.

Worauf sollten Reisende unbedingt achten, wenn sie das Risiko, mit einer tropischen Krankheit infiziert zu werden, minimieren wollen?
Reisende sollten besonders auf den Schutz vor Insekten und Lebensmittelhygiene achten. Vermieden werden sollten möglichst Kontakte mit Tieren – insbesondere Tierbisse – und auch sexuelle Risikokontakte. Auch der Süßwasserkontakt, also das Baden in Flüssen und Seen und Höhlenbesuche sollten immer mit Vorsicht angegangen werden.
Wichtig sind vor allem die empfohlenen Reiseimpfungen und -beratung im Vorfeld der Reise.
Insbesondere eine Influenzaimpfung sollte man in Betracht ziehen. Influenza zirkuliert auf der Südhalbkugel zeitversetzt und in den Tropen ganzjährig und ist – Stichwort Flugzeuge und Kreuzfahrten – eine der häufigsten Ursachen für reisebedingte fieberhafte Erkrankungen.

Interview: Daniel Dreckmann

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