Für eine lange Zeit schien die "Dreifaltigkeit" der Schokolade in Stein gemeißelt: Sie gab es in weiß, braun und schwarz. Mit der Ruby-Schokolade bereichert eine vierte Schokoladenart das Sortiment.
Ruby: Eine vierte Schokoladenart ist erfunden

Was ist Ruby-Schokolade?

Lange haben wir uns daran gewöhnt, dass es drei Arten von Schokolade gab. Vor allem Kinder liebten die süße braune Schokolade und die weiße Schokolade mit ihrem milchigen und cremigen Geschmack. Farbton und Geschmack enthält weiße Schokolade dadurch, dass ihre Hauptsubstanz nicht Kakaomasse, sondern Kakaobutter ist. Erwachsene hingegen sind oft eher an schwarzer Schokolade interessiert mit ihrem eigentümlichen Bittergeschmack. Sie ist nicht nur farblich das Gegenteil von der weißen Schokolade, denn sie besteht aus einem solch hohen Anteil an Kakaomasse, dass dieser alles andere und damit auch den Zucker verdrängt. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung ist die Kakaobohne nämlich nicht süß, sondern bitter und enthält nur unter Beigabe von Zucker, Kakaobutter und Milch ihren angenehm süßen Geschmack. Mit der Ruby-Schokolade, erfunden und entwickelt vom schweizerischen Schokoladenproduzenten Barry Callebaut, wird die Schokoladenlandschaft nun um einen vierten Schokoladentyp erweitert.

Gewonnen aus der Ruby-Kakaobohne

Die Ruby-Schokolade ergänzt die Farblandschaft von Schokolade um den Farbton rosarot. Im Gegensatz etwa zur Yogurette ist dieser Farbton ein natürlicher und wird nicht durch den Zusatz von Beeren gewonnen, auch wenn Ruby-Schokolade geschmacklich tatsächlich an Waldbeeren erinnert. Die Farbe resultiert stattdessen aus der Verwendung der Ruby-Kakaobohne. Diese wiederum wächst überwiegend in Brasilien, Ecuador und der Elfenbeinküste. Die Bohne sticht bereits farblich vom Rest an Kakaobohnen hervor, denn sie schimmert in herrlichsten Rubintönen. Sie ist deshalb schon seit Menschengedenken bekannt, nur schenkte man ihr keine besondere Beachtung und verarbeitete sie mit anderen Kakaobohnen. Denn die Rottöne schienen fälschlicherweise auf keine essentiellen Qualitäten hinzudeuten, da jede Kakaobohne diese rötlichen Farbpigmente besitzt. Bei der Ruby-Bohne sind diese nur extrem ausgeprägt.

Die Qualitäten der neuen Schokolade

Dieser Irrtum bestand solange fort, bis Wissenschaftler von Barry Callebaut es genau wissen wollten und die Ruby-Kakaobohne 13 Jahre lang akribisch untersuchten und mit ihr experimentierten. Das Prestige-Unternehmen hütet das Herstellungsverfahren seiner neuen Schokolade zwar wie einen Augapfel, und in der Tat scheint es sich durch eine besondere Raffinesse auszuzeichnen. Experten gehen allerdings davon aus, dass der Anbieter den interessanten Farbton aufgrund des Herstellungsprozesses bewahren kann. Schließlich gehen normalerweise die auch bei anderen Kakaobohnen enthaltenen rötlichen Farbpigmente mit dem Fermentieren und Rösten verloren.

Die Ruby-Kakaobohne ist also in jeder Hinsicht einzigartig und die mit ihr nach dem Verfahren von Barry Callebaut entwickelte Ruby-Schokolade geschmacklich mit keiner Schokoladenart zu vergleichen. In Japan und Südkorea wird sie bereits mit Erfolg angeboten. In Europa war Nestlé das Vorreiterunternehmen, das Ruby-Schokolade im Jahre 2017 erstmals präsentierte. Sie erschien als Geschmacksvariante des Schokoriegels Kitkat und wurde für den vierfachen Preis angeboten. Fans der Ruby-Schokolade hoffen, dass diese in naher Zukunft so selbstverständlich wird wie weiße Schokolade, die einst in den 1930er Jahren für Furore sorgte. Nicht zufällig war Nestlé das erste Süßwarenunternehmen, das diese Schokoladenart einführte.

Geschmack und Kombinationen

Ruby-Schokolade ist die bislang einzige Schokoladenart mit Abgang. Sie verändert ihren Geschmack also mit der Einwirkung der Geschmacksknospen und dem Schlucken im Gaumen. Auf diese Weise erschließt sich ihr fruchtiger und leicht säuerlicher Geschmack erst mit der Zeit. Diese Exklusivität mag zusammen mit dem Waldbeerengeschmack ein Grund dafür sein, dass die perlende Ruby-Schokolade die weltweit einzige Schokolade ist, die gut zu Wein passt, und zwar zu einem guten Rosé. Darüber hinaus lässt sich Ruby-Schokolade außer als Kakao und Tafel gut als Praline, Teigware, Creme, Sauce, Jogurt und Müslibeigabe verwenden. Weitere originelle Vorschläge sind Bier, salziges Karamell und sogar herzhafter Blauschimmelkäse. Man darf gespannt sein, was sich rund um die neue Schokolade noch alles entwickeln wird.

Autor:

Dirk Glockner aus Sömmerda

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.