Thüringer Schulordnung muss Datenaustausch zwischen Betrieb und Berufsschule regeln
Wenn Datenschutz zum Hemmnis wird

Die EU-Datenschutzgrundverordnung sorgt für Unsicherheiten.
  • Die EU-Datenschutzgrundverordnung sorgt für Unsicherheiten.
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  • hochgeladen von Daniel Dreckmann

Mit der seit dem 25. Mai 2018 im Kraft getretenen EU-Datenschutzgrundverordnung wird derDatenaustausch zwischen Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben deutlich erschwert.
Thüringen hat als einziges Bundesland noch keine Regelung getroffen, um den Austausch personenbezogener Daten von Auszubildenden z.B. zu Leistungen und Fehlzeiten per Rechtsgrundlage zu ermöglichen. So wissen Betriebe oftmals nicht, wie es um die theoretischen Kenntnisse ihrer Lehrlinge bestellt ist, ob sie die Berufsschule tatsächlich besuchen und ob sie zu Prüfungen zugelassen werden können, schreibt die Industrie- und Handelskammer Südthüringen.

Grundsätzlich kann der Austausch personenbezogener Daten auch auf der Grundlage vonunterschriebenen Einwilligungserklärungen erfolgen. In der praktischen Berufsausbildung ist dies aufgrund des Aufwands jedoch wenig praxistauglich. Außerdem können die Einwilligungen jederzeit widerrufen werden.

„Datenschutzbelange sind zweifelsfrei ein hohes zu schützendes Gut, jedoch sollte derordnungsgemäße Ablauf der dualen Ausbildung nicht durch den Datenschutz gefährdet werden“, erklärt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen. Deshalb brauche es sofort die bereits zugesagte Ergänzung der Thüringer
Schulordnung, so dass der Austausch personenbezogener Daten zwischen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule geregelt ist.

„Wir stehen dazu in Kontakt mit dem Thüringer Bildungsministerium und warten auf eine zügigeUmsetzung, doch leider ist trotz Zusage durch den Kultusminister bisher nichts passiert. Offensichtlich ist sich die Thüringer Bildungspolitik nicht über die Konsequenzen dieser verschleppten Änderung der Schulordnung im Klaren. Die Sicherung der Qualität der dualen Ausbildung steht im Rahmen der Fachkräftegewinnung an oberster Stelle. Dazu ist der Austausch zwischen Berufsschulen und Ausbildungsunternehmen eine wesentliche Grundlage“, sagt Pieterwas.

Quelle: Industrie- und Handelskammer Südthüringen

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