Die letzten Katastrophen in Europa haben gezeigt, wie groß der Bedarf gut ausgebildeten Einsatzkräfte für schnell fließende Gewässer ist.
DLRG Strömungsretter üben in Wildwasserkanal

DLRG Strömungsretter auf einem Raft in starker Strömung im Kanukanal.
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  • DLRG Strömungsretter auf einem Raft in starker Strömung im Kanukanal.
  • Foto: Stefan Keck / DLRG
  • hochgeladen von Steffen Schulze

Sömmerda/ Erfurt. Der Kanukanal in Sömmerda ist die einzige künstliche Wildwasserstrecke in Thüringen. Und er wird nicht nur vom Kanuclub Sömmerda e.V. als Trainings- und Wettkampfstätte genutzt. Die Strömungsretter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Thüringen fanden hier am 27.10.2018 perfekte Bedingungen für eine Weiterbildung vor.
Einsatzkräfte aus Eisenach, Gotha, Jena und Weimar suchten in einem simulierten Notfall auf einem Raft in starker Strömung Gewässerabschnitte nach verunfallten Personen ab.
Auch die nahegelegene Unstrut würde zur Ausbildung genutzt. Hier installierten die Strömungsretter der DLRG eine Raftfähre zum Personentransport und bauten eine Flachseilbrücke über das Gewässer.
Der letzte Schwerpunkt galt der Wehrrettung.

„Wehre, Stauanlagen und ähnliche technische Bauten sind immer besondere Gefahrenquellen“, stellt Stefan Keck, Thüringer Landesbeauftragter für die DLRG Strömungsrettung fest. „Bei Wehren strömen die oberen Wasserschichten immer mit größerer Geschwindigkeit als die unteren. Ein Schwimmer wird also stets mit den oberen Wasserschichten an die Wehrkante gedrückt oder aber über den Kamm hinweggespült.“

Für eine realitätsnahe Übung wurden selbst bei den herbstlichen Temperaturen Teilnehmer aus dem Wasser gerettet. Wieder wurde das Raft als Rettungsmittel genutzt. Dabei kam es besonders auf die unmissverständliche Kommunikation zwischen dem Raftführer und den Strömungsrettern am Ufer an, die das Raft über ein Vierpunktsystem in Richtung Wehr zogen.
Nur durch ständige Weiterbildungen und Übungseinsätze kann gewährleistet werden, dass das komplexe Zusammenspiel von Mensch und Material in Katastrophenfällen reibungslos funktioniert.

Die letzten Katastrophen in Europa und weltweit haben gezeigt, wie groß der Bedarf an einer effektiven und gut ausgebildeten Einsatzkomponente für schnell fließende Gewässer ist. Ob es nun die Überschwemmungen an der Elbe 2002, globale Notsituationen wie der Tsunami in Südostasien Ende 2004 oder die Hochwasser durch Unwetter im Alpenraum 2006 sind – der moderne Wasserretter muss darauf reagieren können.
Angelehnt an den amerikanischen Swiftwater Rescue Technician (SRT) ist der DLRG-Strömungsretter (SR) ein auf stark strömende Gewässer, Wildwasser und Hochwasser spezialisierter Wasserretter. Er wird grundsätzlich im Team eingesetzt und ist durch eine spezielle Schutzausrüstung vor den besonderen Gefahren in Flüssen und Überschwemmungsgebieten geschützt.

DLRG Strömungsretter auf einem Raft in starker Strömung im Kanukanal.
DLRG Strömungsretter beim Aufbau einer Flachseilbrücke.
Autor:

Steffen Schulze aus Eisenach

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