Serie: Mein Museum
Das Museum am Gradierwerk in Bad ­Salzungen erzählt von wackeren Salzfuhrleuten und feinen Kurgästen

Während es aus der Pfanne dampft, berichtet der Siedemeister viel Wissens­wertes über 1200 Jahre Salinen- und Pfännergeschichte.
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  • Während es aus der Pfanne dampft, berichtet der Siedemeister viel Wissens­wertes über 1200 Jahre Salinen- und Pfännergeschichte.
  • Foto: Museum am Gradierwerk
  • hochgeladen von Michael Steinfeld

Rund um das weiße Gold geht es Museum am Gradierwerk in Bad Salzungen. Leiterin Ulrike Rönnecke bittet zum virtuellen Rundgang.

Was gibt es Musehenswertes?
Das Museum liegt in unmittelbarer Nachbarschaft des einzigartigen Gradierwerksensembles. Das faszinierende Mineral Salz, einst mit Gold aufgewogen, steht im Mittelpunkt der Ausstellung.

Wussten Sie, dass Salz nicht immer weiß ist? Über Jahrhunderte wird das Leben der Salzunger von der Arbeit in der Saline bestimmt. Die Besitzer der Siedehäuser, die hier "Nappen" genannt werden, gehören zur angesehenen Pfännerschaft und lenken die Geschicke der Stadt. Die Salinen bringen den Bürgern Wohlstand und Sicherheit und dem Ort den Ruf eines "Silberstädtchens".

In der ersten Hälfe des 19. Jahrhunderts beginnt die medizinische Anwendung der Sole für Bäder, Inhalationen und Trinkkuren. Die Fahrt ins Bad und zur Kur kommt in Mode und Salzungen wandelt sich vom Landstädtchen zum Badeort. Das Museum erzählt von wackeren Salzfuhrleuten, geschäftstüchtigen Pfännern, feinen Kurgästen und abenteuerlichen Inhalationsapparaten.

Woran führt kein Weg vorbei?
Neben dem Museum ragt der Bohrturm auf. In seinem Inneren können die Besucher sehen, wo heute noch 27-prozentige Sole gefördert wird. Im Garten steht ein kleines Siedehaus. Hier wird einmal im Monat Salz gesiedet. Während es aus der Pfanne dampft, berichtet der Siedemeister viel Wissenswertes über 1200 Jahre Salinen- und Pfännergeschichte. Das Schausieden findet an jedem ersten Donnerstag im Monat von April bis Oktober und auf Nachfrage statt.

Außer der Reihe:
Kleine Sonderausstellungen zur Regionalgeschichte und Kunstausstellungen im Erdgeschoss sind eine schöne Ergänzung. Zurzeit sind "Bunte Karten - Glänzende Medaillen" zu sehen. Postkarten des Auslese-Bildverlags und Schützenmedaillen zeugen von Sammelleidenschaft. Im Herbst stellen sich die neuen Ortsteile von Bad Salzungen vor. Museum zum Anfassen Am interaktiven Monitor kann man durch die Zeit reisen und sehen, wie die Stadt sich entwickelt hat. Filmen und fotografieren in der Ausstellung ist natürlich erlaubt.

Wunderschöne Formation

Ihr liebstes Stück?
Besonders faszinierend finde ich den großen Steinsalzkristall im Eingangsbereich des Museums. Das Salz ist in lauter kleinen Würfeln auskristallisiert und bildet eine wunderschöne Formation.

Sind auch Kinder museumsreif?
Ein Kindermuseumsführer und entsprechende Stationen in der Ausstellung sollen noch 2019 erstellt werden.

Museumrundgang:

Alle Ausstellungen sind zum Selbsterkunden ausgelegt. Man sollte sich circa eine knappe Stunde Zeit nehmen. Wer eine Führung wünscht, kann sie vorher vereinbaren.

Museum zum Mitnehmen:
Die Frauen unseres Museumsvereins besticken kleine Säckchen, die gefüllt mit original Salzunger Siedesalz gern als Andenken mitgenommen werden. Postkarten, Stifte und einige Publikationen bietet der Museumsshop. Außerdem befindet sich im Foyer des Museums die Tourist-Information, die regionale Souvenirs bereit hält.

Das muss gesagt werden:

Für Kinder- und Jugendgruppen gibt es ein abwechslungsreiches museumspädagogisches Programm, das vom Schatz der Salzprinzessin bis hin zu kleinen chemischen Experimenten reicht. Kleine Detektive können auf Fehlersuche durch die Ausstellung gehen.

Zur Sache
Museum am Gradierwerk
An den Gradierhäusern 4
36433 Bad Salzungen

Öffnungszeiten:
täglich von 10 bis 17 Uhr, Führung und Museums­pädagogische Angebote nach Vereinbarung

Kontakt:

Telefon:  0 36 95 - 69 34 71,
E-Mail: museum@badsalzungen.de,
Internet: gradierwerk-badsalzungen.de

Buchtipp:
„Mein ­Museum“, 13,95  Euro. ­Online ­kaufen: www.klartext-­verlag.de oder im Buchhandel; per E-Mail: info@­klartext-verlag.de

Alle Museen der Serie finden Sie hier als übersichtliche Karte und hier auf unserer Themenseite.

Autor:

Michael Steinfeld aus Erfurt

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