BRH zu Besuch bei der kleinen Schwester der Wartburg

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Burg Weißensee, die Runneburg, etwa auf der Hälfte der Wegstrecke zwischen den landgräflichen Burgen Wartburg und Neuenburg gelegen, war an einem schönen Mai-Sommertag Ziel des Eisenacher Seniorenverbandes BRH. Die 1168 von der Landgräfin Jutta gegründete Residenz der Landgrafen von Thüringen, deren wehrhafte Ringmauer 1,5 ha Innenfläche umschließt, ist eine wahre „Burg zum Anfassen“ – versichert uns das betagte Burgfräulein, das nur für die Burg zu leben scheint. Den Beweis liefert sie auf Schritt und Tritt beim Rundgang durch das alte Gemäuer, das die Baugeschichte gut erkennen lässt. Bei aufwändigen Sanierungsarbeiten wurde nicht nur die Standfestigkeit des 5-etagischen Palas-Turmes gesichert, sondern auch wertvolle, originale Bauteile der Romanik, wie Fenster, Türen und die einmalige Astsäule freigelegt, sowie eine sehr seltene Steinofen-Luftheizung entdeckt. Als Fundgrube von historischem Wert hatte sich auch der ältere der beiden Brunnen erwiesen. Fundstücke sind jedoch in das örtliche Museum oder auswärtige Sammlungen ausgelagert. Diesen Weg ging auch der Nachbau eine großen Steinschleuder, einer Blide, die inzwischen ein Opfer von Witterung und Vernachlässigung wurde. Die im Lauf der Jahrhunderte wechselnden Besitzer der Burg, von denen nach den Thüringern die Wettiner und die Preußen zu nennen sind, haben nach ihren Bedürfnissen Um- und Anbauten vorgenommen. Zu Schulzwecken wurde der große Festsaal durch eine Zwischenwand geteilt, von denen der eine als Turnhalle diente. In ihm hatte die Burgführerin als Kind ihren Sportunterricht. Zahlreiche Kerben in dem gewaltigen Deckenbalken, der sich über den gesamten ursprünglichen Festsaal erstreckt, deuten noch daraufhin, dass sich hier zwischenzeitlich sogar Wohnräume befunden haben. Durch das Burgtor gelangt man auf den Marktplatz von Weißensee, vorbei am Minnesängerdenkmal zum Romanischen Rathaus, dessen Rat 1434 das erste Reinheitsgebot zum Bierbrauen schrieben, und wo wir uns im Ratskeller für den Besuch der romanischen Stadtkirche St. Peter und Paul und des Chinesischen „Gartens des ewigen Glücks“ stärken konnten. Der Garten, gegenüber der Kirche direkt am Steilhang über dem Gondelteich gelegen, ist ein verschlungenes Kleinod auf engem Raum, das zum wiederholten Verweilen, aber auch zum kunstvollen Abstieg zum Seepavillon einlädt. Ein gemütlicher Rundgang um den See war der geeignete Ausklang für die eindrucksvolle Begegnung mit dem wenig bekannten Städtchen Weißensee. I. Heilemann

Autor:

Ingo Heilemann aus Eisenach

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