Die Brandenburg – vom Sinnbild der Macht zum Heimatsymbol

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Die Brandenburg – vom Sinnbild der Macht zum Heimatsymbol
…. so nannte der Redner seinen eindrucksvollen Vortrag beim Seniorenverband BRH: Dornröschens Schlaf währte zum Glück nicht 100 Jahre, so konnten wir noch das Wunder erleben, dass der böse Zauber von der Burg über der Werra genommen wurde. Tüchtige Männer um Reinhard Schneider konnten die Dornenhecke niederreißen und uns den Zutritt zu den Gemächern der Prinzessin ermöglichen. Statt ihrer empfängt uns mittelalterliche Romantik. Ein Blick aus den Fenstern des wertvollen Buckelmauerwerks oder über die Schwalbenschwanzzinnen der Mauerkrone gewährt eine herrliche Sicht auf die Wer-ratallandschaft. Doch Reinhard Schneider, der wie seine Vorfahren mit der Burg verwachsen zu sein scheint, hat mehr als einen schönen Blick zu bieten. Mit Ausdruck und Scharm verbindet er seine Anschauung mit interessanten historischen Forschungsergebnissen und Bilddokumenten. Der östliche und älteste Teil der Doppelburg mit dem sechseckigen Turm stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde auf Geheiß der Grafen von Wartberg und Brandenberg erbaut. Sie diente mit ihrer wehhaften Besatzung dem sicheren Geleit der Kaufleute, war aber zugleich kostspieliges Symbol und Mittel zur Durchsetzung des Machtanspruchs. Obwohl sich zeitweilig kirchliche und weltliche Mächte darein teilten, führte Verarmung zum Verfall der Burg. Trotz des Wiederaufbaus und dem Hinzufügen der Westburg im 14. Jahrhundert durch reiche Familien, wurde sie 200 Jahre später nach Blitzschlag und Brand aufgegeben. Sie erfüllte schließlich nicht mehr ihren Zweck, und das Leben da oben war zu unbequem. Nun hat sie auch ihr Dasein als „unbequemes Denkmal“ überstanden, befindet sich in der Obhut der Stiftung „Thüringer Burgen und Schlösser“ und wird von engagierten Mitgliedern des Brandenburgvereins restauriert und gepflegt. Ihr Einsatz lohnt sich, denn die Burg hat nun, selbst als Ruine und trotz veranstalteter Ritterspiele, eine neue und friedliche Funktion: Sie verbindet wieder die Dörfer Lauchröden und Herleshausen, wurde als Begegnungsstätte und Festplatz für Traditionsveranstaltungen, Mittelalter- und Brandenburgfest zum wahren Heimatsymbol.

Autor:

Ingo Heilemann aus Eisenach

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