Witterung und Landwirtschaft
Schleudergefahr: Erntedreck und zäher Verkehr durch Landmaschinen

 Gefahren durch Landwirtschafts- und Militärfahrzeuge Nicht nur die Witterungsbedingungen sorgen im Herbst für ein erhöhtes Unfallrisiko auf den Straßen. Ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotenzial sind Landwirtschafts- und Militärfahrzeuge.
  • Gefahren durch Landwirtschafts- und Militärfahrzeuge Nicht nur die Witterungsbedingungen sorgen im Herbst für ein erhöhtes Unfallrisiko auf den Straßen. Ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotenzial sind Landwirtschafts- und Militärfahrzeuge.
  • Foto: © Daimler / TRD Mobil
  • hochgeladen von Heinz Stanelle

(TRD/MID) Achtung Schleudergefahr: Insbesondere auf Landstraßen müssen Auto- und vor allem Motorrad-Fahrer aktuell besonders vorsichtigfahren. Denn derzeit sind wieder verstärkt Erntefahrzeuge unterwegs, was gleich in mehrfacher Hinsicht für gefährliche Situationen sorgt. Zum einen führt der anfallende Erntedreck zu stark verschmutzten Straßen: Bei trockener Fahrbahn wird dieser aufgewirbelt und als Staub zur Sichtbehinderung. Noch gefährlicher ist es aber, wenn Petrus die Himmelsschleusen öffnet und sich die Hinterlassenschaften in einen veritablen Schmierfilm verwandeln.

Nicht nur die Witterungsbedingungen sorgen im Herbst für ein erhöhtes Unfallrisiko auf den Straßen. Ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotenzial sind Landwirtschafts- und Militärfahrzeuge. Im Herbst fahren die Bauern ihre Ernte ein und hinterlassen dabei Spuren auf den Straßen: Erntegut und Erdklumpen, die von den Fahrzeugen fallen, stellen besonders für Motorradfahrer eine Gefahr dar. Im schlimmsten Fall endet eine Tour auf dem Zweirad im Straßengraben, weil die Maschine auf dem verdreckten Untergrund
ausrutscht. Biker haben am Rande von Feldern und in der Nähe von
Einmündungen daher die Geschwindigkeit ihrer Maschine in einem
ausreichenden Maß zu verringern.Dass Erntefahrzeuge beim Abbiegen weit
ausscheren, stellt eine weitere Gefahrenquelle dar, die von den übrigen
Verkehrsteilnehmern schnell unterschätzt wird. Ihr langsames Tempo
verleitet außerdem an dafür ungeeigneten Streckenabschnitten zum
Überholen, was zu Auffahrunfällen hinter nicht einsehbaren Kurven führen
kann.

Ähnlich stellt sich die Gefahrenlage bei der Begegnung mit Militärfahrzeugen dar. Vorwiegend im September und Oktober bestreiten die Landstreitkräfte der Bundeswehr ihre großen Manöver. Mehrere Tausend Soldaten sind dann im Einsatz und mit Transportern oder Panzern in einem regional begrenzten Gebiet unterwegs. Besonderes Augenmerk sollten Autofahrer auf Kettenfahrzeuge richten. Diese können auf Straßen hohe Geschwindigkeiten erreichen und unter Umständen blitzschnell zum Stehen kommen. Auch bei Militärkolonnen ist Vorsicht geboten.

„Eine mit Erntedreck verschmutzte Fahrbahn kann bei einsetzendem Regen schnell zu einer Rutschpartie werden“, sagt Achmed Leser vom TÜV Thüringen. „Vor allem für motorisierte Zweiradfahrer bedeutet das eine erhöhte Sturzgefahr.“ Schon auf trockener Fahrbahn könnten außerdem auch Getreidekörner dazu führen, dass die Traktion der Reifen verringert und damit der Bremsweg länger wird. Doch nicht nur die Verschmutzungen, auch die Erntefahrzeuge selbst stellen eine Gefahr dar. „Besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit sollten Verkehrsteilnehmer beim Überholen von Erntefahrzeugen walten lassen. Oftmals kommt es zu folgenschweren Unfällen, wenn Fahrspurwechsel der landwirtschaftlichen Nutzfahrzeuge übersehen werden“, warnt Achmed Leser. Problematisch ist zudem, dass Fahrer die Geschwindigkeit der überbreiten Gefährte oftmals falsch einschätzen – und zwar in beide Richtungen. Erscheint das entgegenkommende Fahrzeug langsamer als es ist, besteht die Gefahr eines Frontal-Crashs – schätzt der Fahrer ein vorausfahrendes zu schnell ein,
droht ein Auffahr-Unfall. Besonders hoch ist die Gefahr an schlecht
einsehbaren Kurven oder Kuppen. Daher gilt: „Die Geschwindigkeit ist
insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen
anzupassen“, rät Experte Leser.

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