Altes Innenministerium: Der erste Mieter zieht in dieser Woche dort ein

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Zehn Jahre wohnte niemand außer dem Hausschwamm im ehemaligen Innenministerium, nahe dem ­Kaffeetrichter. Am Wochenende ist diese leblose Zeit vorbei. Der erste Mieter, das TanzHaus, feiert am Sonntag seine Einweihungsparty. Im Frühjahr 2012 folgen die Johanniter mit ihrer Geschäftsstelle, weitere Interessenten stehen vor Vertragsabschluss.
Insgesamt 2700 Quadratmeter Gewerbefläche werden hier saniert, unter schwierigen Bedingungen.

Denn nicht nur der Schwamm, dessen Beseitigung eine sechsstellige Summer verschlang, machte Probleme. Mehrere 100 ­Quadratmeter Holzdecken mussten erneuert werden. Statische Probleme waren zu lösen, und im Treppenhaus gilt es, wiederentdeckte Bemalungen zu rekonstruieren. Die werden gerade untersucht, ihre Restaurierung verschlingt ebenfalls eine Summe. Im hinteren Teil und in den Nachbargebäuden sind 32 Wohnungen entstanden.

Die Firma Denkmal-Dichterviertel KG wurde 2009 Eigentümerin, danach teilten sich die Architektenbüros „Bunge und Kahrlo“ sowie „Herb-Architekten“ die Sanierung, in die rund acht Millionen Euro fließen. Damit sind auch die letzen Großgebäude am Kaffeetrichter in naher Zukunft fertiggestellt.

Gebaut wurde das Vorderhaus einst als Hauptsitz der Thuringia Versicherung – 1883 im neoklassizistischen Stil mit Elementen aus Gründerzeit und Jugendstilepoche. Weitere Anbauten folgten 1905/06, 1916 und 1944.
„Eine der großen Herausforderungen war es, die passenden Nutzer zu finden“, erklärt Architekt Hans-Georg Herb. „Für Wohnungen war das Hauptgebäude zu nah an der Straße. Für bestimmte Gewerbe indes war die Verkehrssituation nicht geeignet.“

Mit dem ersten und größten Mieter, dem TanzHaus, habe man eine passende Lösung gefunden. Direkt unter dem Dach haben in fünf Sälen die Tanzschüler ab dem Wochenende ausreichend Platz auf 770 Quadratmetern. „Solche Räume sind wohl einmalig in der Stadt“, schwärmt Herb, der auch dafür gesorgt hat, dass eine Reihe von Stützpfeilern, die störend für Tanzunterricht wären, verschwunden sind. Dafür musste ein Betondecke eingezogen werden.

Aufwendiger Sandstein-Fassadenschmuck verhinderte, dass Fensteröffnungen an notwendigen Stellen geschaffen werden konnten – aber für all das wurde am Ende eine Lösung gefunden.

Autor:

Axel Heyder aus Erfurt

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